Lebensgeschichten in vielen Episoden: Wanderausstellung im Foyer des Osterholzer Kreishauses bis 9. Oktober 24 mutige und engagierte Frauen

Im Foyer der Osterholzer Kreisverwaltung ist ab sofort eine Ausstellung zu sehen. Interessierte können unter dem Titel „Frauen im Aufbruch“ 24 Lebensgeschichten kennenlernen.
23.09.2014, 00:00
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Von Peter Otto

Im Foyer der Osterholzer Kreisverwaltung ist ab sofort eine Ausstellung zu sehen. Interessierte können unter dem Titel „Frauen im Aufbruch“ 24 Lebensgeschichten kennenlernen.

Am Donnerstag eröffnete die stellvertretende Landrätin, Heike Schumacher, im Foyer des Kreishauses die Wanderausstellung „Frauen im Aufbruch“. „Es sind Frauen, die die Welt bewegt haben“, erklärte sie. Diese Schau mit 24 Porträts und Lebensgeschichten von mutigen und engagierten Frauen wurde erstmals im August 2011 in der unteren Halle des Bremer Rathauses gezeigt. Seitdem ist sie im Bremer Umland unterwegs.

Gestaltet wurde die Ausstellung von Andrea Buchelt, die seit 16 Jahren ein Frauen-Business-Portal herausgibt. Der Titel: „Exxtra-Seiten“. In diesem Branchenverzeichnis für Bremen und Nordwestdeutschland finden sich ausschließlich Unternehmen von Frauen. Die Ausstellung „Frauen im Aufbruch“ berichtet über „geschichtsrelevante Frauen im Großraum Bremen“ und schlägt einen hundertjährigen Bogen von 1835, dem Geburtsjahr von Ottilie Hoffman, bis 1953, als die ehemalige Bremer Senatorin Hilde Adolf geboren wurde.

Ursprünglich wollte Andrea Buchelt sechs Frauen aus Bremen, drei aus Bremerhaven und drei aus Niedersachsen vorstellen. Zwölf sollten es insgesamt sein. Diese Planung musste sie jedoch aufgeben, weil sie aus Niedersachsen nur einen Vorschlag erhielt, den von Louise Ebert. Die Ehefrau des ersten deutschen Reichspräsidenten wurde 1873 in der Nähe von Weyhe geboren und engagierte sich für sozialpolitische Projekte. Aus Bremerhaven wählte die Organisatorin daraufhin vier Frauenpersönlichkeiten aus. Aus Bremen folgten sieben.

„Bei der Auswahl der Frauen ergab sich eine kleine Entwicklung in den Lebensläufen“, erläuterte Buchelt. Die aktive Frauenrechtlerin Ottilie Hoffmann (1835-1925) und die weltläufige Malerin Lisel Oppel (1897-1960) beispielsweise waren unverheiratet und kinderlos. „Wer in der Welt etwas leisten wollte, musste damals ledig sein.“ In der nachfolgenden Gruppe finden sich überwiegend Lehrerinnen wie die Direktorin des Gymnasiums an der Kleinen Helle in Bremen, Elisabeth Forck (1900-1988) und Bertha Lindemann (1900-2002), die an einer deutschen Schule in China unterrichtete, weil sie in Deutschland keine Anstellung fand. Dazu zählen auch Grete Henry-Hermann (1901- 1984), die 1947 die Pädagogische Hochschule in Bremen gründete und Ella Kappenberg (1897-1988), die in der Hansestadt die Volkshochschule ins Leben rief.

Die dritte Gruppe besteht aus arrivierten Politikerinnen, die in politische Ämter aufgerückt waren. Dazu zählen Annemarie Mevissen (1914-2006) und Hilde Adolf (1953-2002) oder ehrenamtlich Tätige wie Gertrud Harms-Holloway (1916-1976).

Die Frauen waren in den Bereichen Kunst und Kultur, Bildung, Wirtschaft und Politik tätig. So die durch ihren Schützengraben-Schlager „Lili Marleen“ weltberühmte Sängerin Lale Andersen, die international bekannte Dom-Organistin Käte van Tricht oder die Heimatdichterin Alma Rogge. Neben diese Hauptschau hat Andrea Buchelt noch eine Nebenausstellung gesetzt. Auf deren Schautafeln sind weitere zwölf Frauenpersönlichkeiten in ihren Lebensläufen beschrieben. Sie stammen zwar nicht aus der Region, sondern aus Bautzen, Gotha oder Kosel, hätten aber durch ihre Lebensleistung politische und gesellschaftliche Bedeutung errungen, meint die Ausstellungsmacherin.

Die Ausstellung „Frauen im Aufbruch“ kann noch bis zum 9. Oktober im Eingangsbereich des Kreishauses besichtigt werden. Mit der Eröffnung dieser Schau mit bedeutenden Frauengestalten begann auch eine Gleichstellungsregional-Konferenz, zu der die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, Katja Lipka, eingeladen hatte.

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