Hüttenbuscher Kinder bringen 1700 Euro für UNICEF-Schulprojekt zusammen 45 Grundschüler schwitzen für Afrika

Worpswede. 45 Kinder haben sind für Afrika gelaufen. Immer um ihr Schulgebäude herum. 670 Runden haben die Kinder insgesamt geschafft und können nun 1700 Euro spenden.
15.06.2010, 03:39
Lesedauer: 3 Min
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45 Grundschüler schwitzen für Afrika
Von Undine Zeidler

Worpswede. 'Das wird teuer!', ruft Pia ihrer Großmutter fröhlich zu. Die Zweitklässlerin flitzt vorbei; ihre zwölfte Runde um das Schulgelände beginnt. Wieder 350 Meter für Afrika. Die Großmutter am Streckenrand lacht, freut sich mit und blickt dann doch ein wenig gequält drein. Sie zahlt der Enkelin fünf Euro pro Runde - von der Tragweite ihres Versprechens hat sie vor dem Lauf nichts geahnt. Aber am Ende steht sie zu ihrem Wort und spendet den vollen Betrag. Der fließt in den Gesamterlös des Sponsorenlaufs in Hüttenbusch, bei dem an diesem Tag 1700 Euro für Schulen in Afrika zusammenkommen. 45 Kinder schaffen 670 Runden.

Die Leiterin der Grundschule Hüttenbusch, Sabine Santjer, ist hellauf begeistert von der Resonanz auf den Aufruf 'Wir laufen für UNICEF'. Trotz des zeitgleichen Beginns der Fußballweltmeisterschaft und anderer Termine sind 45 der 90 Schüler gekommen. 'Schulen für Afrika' heißt das UNICEF-Projekt, für das sie das Schulgelände ein ums andere Mal umrunden. In den Wochen vorher haben sie sich Sponsoren gesucht, die jede Runde bezahlen: mit 50 Cent, einem Euro oder mehr von Mama, Papa, Oma oder Opa.

Kinder sind kaum zu bremsen

'Ihr könnt spazieren gehen, es geht nicht um Zeit', hat Santjer beim Start gesagt. Die Runden zählen. Doch in ihrem sportlichen Eifer sind die Kinder kaum zu bremsen. Jan, Gregor und Britta, Pia, Rieke und die anderen - mit roten Wangen und tropfnassen Haaren eilen sie zu den Tischen mit den Laufkarten. Für jedes Kind gibt es eine. Auf der Rückseite sind die Sponsoren notiert. Die Klassenlehrerinnen loben, feuern an und dokumentieren jede Runde auf den Karten mit einem Stempel - Schildkröte oder Nashorn für Schulkinder südlich der Sahara. Die ehrenamtlichen Bremer UNICEF-Mitarbeiterinnen Jutta Lücke und Margret Ringies haben den Schülern in der Vorwoche über das Projekt berichtet. Ein Film hat den Kindern gezeigt, wofür sie an den Start gehen.

Seit vier Jahren gebe es das Projekt, sagt Lücke. Die 1000. Schule in Afrika zu errichten und vier Millionen afrikanischer Kinder in die Schulen zu bringen, sei das Ziel für 2010. Zudem seien bisher mehr als 80000 Lehrer über UNICEF ausgebildet worden. Es sei ein internationales Projekt, und im Großraum Bremen gebe es pro Jahr fünf bis sechs solcher Spendenläufe. Die Stimmung in Hüttenbusch gefällt ihr, 'weil die Kinder mit so viel Begeisterung laufen'.

Keuchend zum Stand mit Laufkarten

'Wie schnell machst Du das denn?', Lehrerin Meike Wanke begrüßt ihren Schüler Maximilian mit dem Stempel in der Hand. 'Angelique, du machst das genau richtig - schön langsam!" Die Lehrer spornen ihre Schüler behutsam an und erinnern sie an den Streckenproviant. Äpfel und Bananen haben die Eltern vom Schulverein dafür aufgetürmt. Lars und Gregor, Maximilian und andere halten es derweil wie die Profis: Keuchend rennen sie zum Stand mit den Laufkarten, fordern eilig ihren Stempel ein und rennen weiter. Nur bei Katrin Renken vom Schulverein bleiben sie noch einmal kurz stehen. Da gibt es Wasser. Das reicht die Frau schnell über den Tisch. Fabian greift seine Flasche, schüttet sich das Wasser über den Kopf: 'Weil das so heiß ist', sagt er grinsend zu Renken, schüttelt sich noch einmal und startet in die nächste Runde. Diesmal etwas langsamer.

Es sei nicht schwer gewesen, die Schüler für den Lauf zu gewinnen, sagt Santjer. Tabea und Chantal aus der ersten Klasse wollten laufen, 'weil es den Kindern in Afrika so schlecht geht'. Tabea hat dafür Oma, Opa und die Uroma als Sponsoren auf ihrer Laufkarte stehen. Fünf Runden will sie schaffen. Ihre Freundin schaut sie an: 'Ich glaube, ich schaffe sechs'.

'Die können dann mehr lernen und haben mehr Bleistifte", weiß Rieke aus der dritten Klasse um Sinn des Rundendrehens. Ein Vater läuft geduldig mit, muntert die Kinder unterwegs immer wieder auf und sagt verschwitzt schmunzelnd: 'Ich bin der Motivator.'

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