Geschwindigkeit wird reduziert

Strengere Regeln für weniger Unfälle auf A1

In den vergangenen dreieinhalb Wochen ist es auf der A1 zwischen Posthausen und Uphusen wegen einer Baustelle immer wieder zu Unfällen gekommen. Polizei und Straßenverkehrsamt sind dort nun aktiv geworden.
16.07.2020, 22:06
Lesedauer: 3 Min
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Strengere Regeln für weniger Unfälle auf A1
Von Elina Hoepken
Strengere Regeln für weniger Unfälle auf A1

Anfang Juli gab es an zwei Tagen hintereinander kurz vor der Anschlussstelle Oyten schwere Auffahrunfälle von zwei Lkw.

FEUERWEHR OYTEN

37 Unfälle in nur dreieinhalb Wochen: Auf diese erschreckende Bilanz bringt es die Autobahn 1 im Bereich zwischen der Anschlussstelle Posthausen und Uphusen in Fahrtrichtung Bremen. Aufgrund einer Baustelle staut sich dort nämlich seit dem 23. Juni insbesondere in den Stoßzeiten immer wieder der Verkehr und hat den Bereich so zu einem Unfallschwerpunkt werden lassen.

Nach Angaben der Polizei wurden bei den bisher 37 Unfällen insgesamt zwei Personen schwer und sechs Personen leicht verletzt. Aufgrund dieser Entwicklung hat das zuständige Amt für Straßen und Verkehr Bremen in Abstimmung mit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und der Polizeiinspektion Verden/Osterholz für die Dauer der Baustelle zwischen der Anschlussstelle Uphusen/Bremen-Mahndorf und der Anschlussstelle Bremen-Hemelingen auf der Autobahn 1 vor der Baustelle nun weitere Maßnahmen vorgesehen. Dazu gehört auch eine Reduzierung des Tempos.

Nur noch Tempo 100 erlaubt

„Bisher wurde die Geschwindigkeit im Bereich vor der Baustelle automatisch an den aktuellen Verkehrsfluss angepasst und zwei Stauwarntafel haben die Verkehrsteilnehmer gewarnt“, berichtet die Polizei. „Ab der Anschlussstelle Posthausen wird die Geschwindigkeit nun auf 120 km/h reduziert und es wird ein Überholverbot für Lkw gelten. Zwischen den Anschlussstellen Posthausen und Oyten wird die Geschwindigkeit bis zum Bremer Kreuz dann auf 100 km/h beschränkt.“ Danach regele die automatische Verkehrsbeeinflussungsanlage die Geschwindigkeit je nach Verkehrsaufkommen. Darüber hinaus soll eine Erweiterung der mobilen Stauwarnanlage installiert werden. „Die Umsetzung dieser Maßnahmen wird zeitnah erfolgen“, kündigt die Polizei an.

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Sie appelliert darüber hinaus allerdings auch noch einmal an alle Autofahrer, bei der Fahrt stets aufmerksam zu sein. So führt die Polizeiinspektion Verden/Osterholz seit Februar vergangenen Jahres auf den Autobahnen unter Einsatz von technischen Mitteln das Projekt „Ablenkung im Führerhaus“ durch. Bei dieser Maßnahmen konzentriert sich die Polizei vor allem auf die Überwachung des Schwerlastverkehrs, um schwere Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Lkw zu reduzieren. Aber auch Autofahrer werden kontrolliert. Zur Ablenkung gehört nicht nur die Benutzung des Mobiltelefons während der Fahrt, sondern auch das Lesen einer Zeitung im Stau oder ein angeregtes Gespräch. „Allein durch dieses Projekt wurden in diesem Jahr bereits 39 Verstöße bei Pkw-Fahrern und 115 Verstöße bei Lkw-Fahrern registriert“, teilt die Polizei mit. Das Projekt soll nun auch verstärkt auf der Autobahn 1 zwischen Posthausen und Uphusen weitergeführt werden. Zudem nimmt die Autobahnpolizei Langwedel in diesem Bereich bereits Abstands- und Geschwindigkeitsmessungen vor.

Wichtige Regeln

Doch nicht nur beim Fahren, sondern auch im Stau selber oder bei stockendem Verkehr gilt es laut Polizei, einige Regeln zu beachten. Dazu zählt das Einschalten der Warnblinkanlage, um die anderen Autofahrer auf die Gefahrensituation aufmerksam zu machen, aber in jedem Fall auch das Bilden einer Rettungsgasse. Leider würden die Beamten der Autobahnpolizei Langwedel auf ihrem Weg zu Einsätzen immer wieder feststellen, dass die Rettungsgasse nur unzureichend oder zu spät gebildet wird.

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„So haben die Polizisten auf dem Weg zu Unfällen auf der Autobahn 1 seit Beginn der Baustelle bei Uphusen rund 20 Verstöße registriert und entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet“, berichtet Ulrich Winter, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Autobahnpolizei Langwedel. In Bezug auf das nicht vorschriftsmäßige Verhalten in der Rettungsgasse können Bußgelder bis zu 320 Euro, zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot drohen. „Die Rettungsgasse und der Standstreifen dürfen nicht von anderen Verkehrsteilnehmern genutzt werden. Sie muss für Polizei, Feuerwehr, Rettungs- und Hilfsdienste freigehalten werden“, betont die Polizei.

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