Besatzmaßnahme der Pachtgemeinschaft

Aale in Gewässern ausgesetzt

Insgesamt 1228 Kilo Farm-Aale – rund vier Gramm pro Exemplar mit einer Länge von zehn bis 15 Zentimetern – wurden am Wochenende in Weser, Aller,Eyter sowie im Blender See ausgesetzt.
17.05.2020, 15:01
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Aale in Gewässern ausgesetzt
Von Jürgen Juschkat
Aale in Gewässern ausgesetzt

Bei den Aal-Besatzmaßnahmen mussten die Helfer die Corona-Regeln befolgen: Sie trugen Handschuhe sowie Masken und hielten, so gut es eben ging, Abstand.

Björn Hake

Dieses Mal war alles etwas anders: Bei den traditionellen Aal-Besatzmaßnahmen der Pachtgemeinschaft Weser IV mussten die beteiligten Vertreter der angeschlossenen Angelvereine am vergangenen Sonnabend genau die Beschränkungen durch die Corona-Pandemie befolgen. Sie trugen zum Beispiel Mund-Nase-Masken und hielten, so gut es eben ging, Abstand.

Insgesamt 1228 Kilo Farm-Aale – rund vier Gramm pro Exemplar mit einer Länge von zehn bis 15 Zentimetern – wurden von der Firma Götting aus Cloppenburg angeliefert. Auf dem Transporter nebst Anhänger standen die großen weißen Tanks mit den vielen kleinen Tieren darin.

Die Europäische Union (EU) und das Land Niedersachsen haben diese Aktion zu 60 Prozent gefördert, also mit 45 750 Euro der Gesamtkosten in Höhe von 76 250 Euro. „Die restlichen 40 Prozent tragen die Angelvereine“, erklärte Gerd Schröder, der Vorsitzende der Weser- und Aller-Fischereigenossenschaft.

Groß war das Interesse der acht angeschlossenen Vereine. Gespannt warteten die Vertreter unterhalb der Ueser Brücke nahe der Weser auf den Transport, der zuvor an der Nonnenahe in Eissel bei Verden Halt gemacht hatte. Dort erhielt der Verein der Sportfischer Verden 580 Kilo. 28,36 Kilo gab es für den Ausgleich Langwedel und 193,30 für die Besatzzone Verden.

Der Weg zur Delikatesse

In Uesen wurden für die Besatzzonen Bremen/Syke sowie Achim jeweils 193,3 Kilo ausgegeben, der Fischereiverein Thedinghausen erhielt 60,42 und der Verein Blender See bescheidene 8,05 Kilo. „Der Aal wandert stromabwärts, laicht in der Sargassosee ab und wird beim Aufsteigen abgefangen, um als Delikatesse oder für die Zucht genommen zu werden“, nannte Günter Leinweber vom Achimer Gewässerausschuss ganz grob den Lauf in der Natur.

Thorben Wölke, erster Gewässerwart der Achimer, setzte zusammen mit Vereinskollegen die Aale vorwiegend vom Boot aus in beide Richtungen der rund 13 Grad warmen Weser aus. Zuvor hatten die Mitarbeiter des Aalhofs den Besatz mit einem Kescher aus den großen Tanks geholt, in Plastiktüten gefüllt und abgewogen. Für den Weitertransport wurden die Tüten mit Kabelbinder verschlossen und für den weiteren Weg mit Sauerstoff ergänzt. „Das ist eine humane Methode“, lobte Gerd Schröder.

Aalbesatz 2020 an der Uesener Brücke in Achim

Auf der Weser an der Ueser Brücke lassen Tönjes de Vries und Thorben Wölke (von links) einige Aale zu Wasser.

Foto: Björn Hake

Seine rund 60 Kilo schwere Ladung nahm zum Beispiel der Fischereiverein Thedinghausen durch Werner Bammann und Joachim Heine mit. „Das sind ungefähr 15 000 Aale, die sind für die Eyter zwischen Eißel und Holschenböhl bestimmt“, erklärte Heine, der Gewässerwart und zweiter Vorsitzender in seinem Verein ist. Die Syker transportierten nach Angaben von Gewässerwart Andree Fischer acht Kilo für die Hache und 100 für die Weser – hier speziell für den Bereich Dreye und Wieltsee – ab.

Organisiert hatte die Besatz-Maßnahme Volker Wandrei als Sprecher der Gewässerwarte der Fachgemeinschaft Weser IV. Die Genossenschaft führt natürlich gewissenhaft Buch über Besatzmenge und -größe, Anzahl der Aale sowie über die Brutto-Gesamtkosten und den Förderbetrag. Aus der Statistik seit 2011 ist ersichtlich, dass die Mengen an Farm- beziehungsweise Glas-Aalen und damit auch die finanziellen Summen stetig gestiegen sind.

Knapp 600 000 Euro in zehn Jahren

Standen für das Jahr 2011 nur 450 Kilo und dabei 45 000 Farmaale zu Buche, für die 21 402,68 Euro Brutto-Gesamtkosten ausgeben wurden, so waren es 2015 immerhin 60 Kilo Glas- und 716 Kilo Farm-Aale für mehr als 58 000 Euro. Aktuell wurden 2019 und in diesem Jahr jeweils 14 980 und 76 250 Euro investiert. Die Gesamtkosten betrugen in den zehn Jahren von 2011 bis heute knapp 600 000 Euro, wobei nach dem Abzug der Förderbeträge von den Angelvereinen und durch Berufsfischer Kurt Jahnke ein Anteil von 246 591,20 Euro gezahlt werden musste.

Bereits im März setzte Berufsfischer Janke aus Dörverden 188 000 Aale mit einem Gesamtgewicht von gut 57 Kilo in der Weser zwischen Intschede und Dörverden – dem Berufsfischer-Revier – aus. Dafür betrugen die Gesamtkosten 14 980 Euro, wobei 8988 Euro als Zuschuss gefördert wurden.

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