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Kulinarische und andere Zaubereien

Gisela Enders 31.10.2015 1 Kommentar

Restaurantbesuch bei Da Vito in Achim
Restaurantbesuch bei Da Vito in Achim: Domenico (links) und Arturo Gualtieri möchten, dass ihre Gäste die Speisen genießen. (Björn Hake)

Wer genau hinschaut, vermag ihn zu entdecken – den Schriftzug „Zur Harzburg“ an der Fassade des Hauses Obernstraße 96 in Achim. Wo einst zu Bier und Schnäpsen Frikadellen und Soleier gereicht wurden, servieren Arturo Gualtieri und sein Team seit dem Jahr 2000 feine italienische Speisen, die von seinem Bruder Domenico, dem Inhaber des Restaurants, aus hochwertigen Zutaten frisch gekocht werden. Wer es rustikaler mag, hält sich an Pasta und Pizza und wird in der Regel nicht enttäuscht.

Typisch italienisch sind die drei ineinander übergehenden Gasträume gestaltet. Korkensammlungen, bauchige Chianti-Flaschen und nostalgisch anmutende Familienfotos prägen das Ambiente, fast immer ist das Restaurant in den Abendstunden voll besetzt. Auch zur Mittagszeit zwischen 12 und 14.30 Uhr finden sich zahlreiche Gäste ein – Geschäfts- und Privatleute schätzen die gleichbleibende Qualität und die immer neuen Ideen, die Domenico Gualtieri in die Zubereitung seiner Gerichte einfließen lässt.

Auf Sonderwünsche wird eingegangen

22 Jahre ist der gelernte Koch in Deutschland, 15 davon in Achim. Die Ausbildung absolvierte er in seiner Heimat Kalabrien, stolz zeigt er ein Zertifikat, das ihm seinen erfolgreichen Abschluss bescheinigt. Nachdem er einige Zeit in Walsrode und Verden beschäftigt war, wagte er im Jahre 2000 mit der Übernahme der Räume in Achim den Schritt in die Selbstständigkeit – immer unterstützt von der ganzen Familie und mittlerweile acht Angestellten.

Drei Jahre ist es her, dass die Familie mit der Eröffnung eines weiteren Restaurants der großen Nachfrage nach italienischen Speisen gerecht wurde. Pietro Gualtieri, der jüngste der drei Brüder, verantwortet seitdem mit einer kleinen Mannschaft das Geschäft im Mangia e Bevi, nur etwa hundert Meter entfernt.

Auch während meines Aufenthalts zur Mittagszeit ist das Da Vito zu drei Vierteln besetzt. Eine spezielle Karte verspricht eine zügige Zubereitung der für kurze Pausen erdachten Speisen. Generell verfolgt das Team jedoch ein anderes Konzept. „Essen sollte ein Genuss sein“, sagt Restaurantleiter Arturo Gualtieri. „Wir bereiten stets alle Speisen frisch zu.“ Auch auf Sonderwünsche werde gerne eingegangen. „Schnell, mal eben …“ sei nicht die Devise, ein wenig Zeit müsse man schon mitbringen. Der Genuss von Fisch und Fleisch, Pasta und leckeren Desserts entschädige wenig später den Gast. Kleine Brötchen und Pesto, als Gruß aus der Küche serviert, steigern die Vorfreude auf die bestellten Gerichte.

In der Küche herrscht strikte Aufgabenteilung: „Ich bin für die Zubereitung von Fleisch, Fisch und frischen Nudeln zuständig“, erklärt Domenico Gualtieri, der Chef des Hauses. Fleißige Helfer bereiten indes Vorspeisen und Salate zu, ein Pizzabäcker ist verantwortlich für das gute Gelingen der würzig belegten Teigfladen. „Die Kellner servieren nicht nur die Speisen, sie bereiten auch Desserts zu, zum Beispiel die Crema Catalana, die am Tisch flambiert wird“, sagt der 43-Jährige.

Von der Vorspeise schon fast satt

Während das von mir bestellte Lammkarree (19 Euro) auf den Grill gelegt wird, lasse ich mir als Vorspeise eine Portion Panzerotti mit Pfifferlingen und Speck servieren (zwölf Euro). Dazu schmeckt ein kühler Weißwein, der je nach Sorte zu Preisen zwischen 3,50 und 4,20 pro Glas ausgeschenkt wird. Rotweine sind zum gleichen Kurs zu haben. Die frischen Nudeln mit den Pilzen und dem knusprigen Speck munden hervorragend, und ich bin schon fast satt, als das fantasievoll arrangierte und mit Gemüse umlegte Fleisch auf den Tisch kommt.

Der Teller ist heiß, das Lamm zart und würzig – ein Genuss, den ein Dessert noch krönen könnte. Leider waren meine Augen größer als der Magen, die Zabaglione mit Marsalaschaum und Vanilleeis zum Preis von 3,80 Euro werde ich mir daher beim nächsten Besuch im Da Vito schmecken lassen.

Während ich noch mit den letzten Bissen kämpfe, erzählt Restaurantleiter Arturo Gualtieri von vergangenen Zeiten. 22 Jahre alt sei er gewesen, als das Lokal zum ersten Mal seine Türen öffnete. Da habe er noch ausgesehen wie ein großer Junge, und die Gäste hätten ihn oft nicht ernst genommen. „Erst als ich mir einen Bart stehen ließ, wurde das anders“, erinnert er sich und lacht. Man merkt es dem 37-Jährigen an, dass er seine Gäste gern umsorgt. Besonders für Kinder hat er ein Herz. „Mit Zeichenblock und Stiften kann man die Kleinen heute nicht mehr begeistern“, weiß er, daher habe er sich mit der Zauberei befasst und sei mittlerweile in der Lage, auch kompliziertere Tricks zu zeigen. Anwesende Gäste bescheinigen ihm eine gewisse Perfektion.

Geöffnet hat der Italiener an der Obernstraße in Achim dienstags bis samstags von 12 bis 14.30 und von 18 bis 23.30 Uhr. An Sonntagen kann man dort zwischen 12 und 23 Uhr essen. Der Montag ist Ruhetag.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?