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Bigband spielt für Mukoviszidose-Kranke
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Leidenschaftlicher Sound für guten Zweck

Katharina Resmer 23.01.2017 0 Kommentare

Konzert Bigband Tuten und blasen zugunsten Mukoviszidose-Betroffener im Kasch
Von „Tuten und Blasen“ mehr als eine Ahnung: die gleichnamige Bigband aus Osnabrück. (Björn Hake)

Eine 19-köpfige Band, die gerade noch auf die Bühne passt, eine zweistündige Reise durch die Jazz-Welt, bei der sich das Publikum mitreißen lässt, und am Ende fast 1000 Euro, die an der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose Leidenden zugute kommen – so lautet die Bilanz des Bigband-Benefizkonzerts im Kasch am vergangenen Sonnabend, organisiert vom Verein Mukoviszidose Selbsthilfe Region.

Petra Schulz vom Vereinsvorstand hatte zu Anfang zwar noch hoffnungsvoll die doppelte Summe prognostiziert, „aber mit knapp 1000 Euro könnten wir schon zwei Grundausbildungen für Krankengymnasten zur  speziellen Therapie finanzieren“, sagt sie und lächelt zunächst tapfer und dann ganz schnell zufrieden. Wie heißt es doch so schön: Jede Summe zählt. Und: Vom Konzert ist sie begeistert; ganz besonders von Sängerin Elsa Johanna Mohr, deren tiefe weibliche Stimme wahrscheinlich nicht nur ihr unter die Haut geht, zum Beispiel beim allseits bekannten Kracher „Fever“.

Die Osnabrücker Band „Tuten und Blasen“ hatte ein breit gefächertes Repertoire versprochen und auch genau das abgeliefert: mal poppig, mal soulig. Mal schnell, mal langsam. Nur eines blieb an diesem Abend gleich: Die rund 70 Zuschauer konnten kaum stillsitzen, denn bei diesem kristallklaren Sound, der mit so viel Leidenschaft von den Hobby-Musikern produziert wird, wippt der Fuß automatisch mit, trommeln die Finger ganz von allein im Takt.

Ihr Auftritt in Achim: „Eine Herzensangelegenheit“, findet Saxofonist Wilhelm Bremer, Vater einer 32-jährigen Tochter, die an Mukoviszidose leidet. Der Hobbymusiker ist auch im Selbsthilfe-Verein tätig, dem Ableger in Osnabrück. Durch sein Engagement auch auf Bundesebene hat er Harro Bossen, den Vorsitzenden des Selbsthilfevereins für den Großraum Bremen, kennengelernt, und als der ihm das Benefizkonzert in der Stadt Achim vorschlug, war nicht nur Wilhelm Bremer, sondern auch der ganzen Truppe sofort klar: Das machen wir – das ist ein guter Zweck.

Verein will Öffentlichkeit erreichen

Mit Musik lässt sich Aufmerksamkeit erregen, und neben der Unterstützung von Kranken und deren Angehörigen ist das auch die Kernaufgabe des Vereins. „Mukoviszidose ist eine seltene Krankheit“, erklärt Petra Schulz, „kaum jemand kennt sie“. Deswegen will der Verein mit Events wie diesem die Öffentlichkeit erreichen, informieren, aufklären – und um Spenden werben. Mukoviszidose ist unheilbar, aber durch spezielle aber zum Teil eben auch kostspielige Therapien können die Symptome gelindert werden.

Durch die angeborene Krankheit ist der Salz- und Wassertransport der Zellen gestört, die Sekrete vieler Körperdrüsen sind zähflüssiger als normal und das beeinträchtigt die Funktion der Organe. Die Folgen: unter anderem stark ausgeprägte Defekte in der Lunge und im Bronchialsystem. Manuel Quinckardt, ebenfalls im Vereinsvorstand tätig und an Mukoviszidose erkrankt, beschreibt das so: „Man atmet durch einen Strohhalm.“

Der Bremer produziert seit drei Jahren Filme für die Vereinshomepage, in denen er unter anderem von der Online-Community gestellte Fragen im Interview mit Medizinern beantwortet. Die 30 bis 45 Minuten langen Aufnahmen sollen die Angst vor der Krankheit nehmen, mit Falschinformationen aufräumen, die ihm zufolge zuhauf im Internet kursieren. Die Filme werden aufwendig und in Zusammenarbeit mit Kamera-Profis erstellt, derzeit sind es neun. Manuel Quinckardt hofft, dass in Zukunft weitere dazukommen. Die 1000 Euro, die nun im Kasch zusammengekommen sind, könnten das durchaus möglich machen.

Wofür genau das Geld eingesetzt wird, das wird sich in naher Zukunft entscheiden. Fest steht momentan Folgendes: Auch wenn sich der Verein mehr Besucher gewünscht hätte, sind die Verantwortlichen sehr zufrieden mit dem Abend, viele Gäste haben den Saal fröhlich summend verlassen, und der Bigband „Tuten und Blasen“ hat es auf der Bühne „einfach wieder Spaß gemacht“, äußert Wilhelm Bremers freudig. Also eine dreifache Win-Win-Situation.


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