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Aufgetischt (Teil 18)
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Liebe zur Küche und Leidenschaft für Wein

Gisela Enders 14.11.2015 0 Kommentare

Sara Da Val Franco vom Restaurant Davide
Neben Speisen gibt es im Restaurant Davide vor allem eine große Weinauswahl, die Sara Da Val Franco vorführt. (Björn Hake)

Ein Novembertag, wie er im Buche steht – grau der Himmel, die Straßen bedeckt mit nassen Blättern. Auch im Ristorante Davide in Verden ist es dämmerig, wenig Licht fällt am Mittag durch die Fenster des Hauses an der Lindhooper Straße. Ein Blick in die Gesichter von Sara und Dario Franco vertreibt jedoch im Nu jeden Blues – fröhlich und zupackend schultern die Betreiber gemeinsam mit sechs Mitarbeitern die umfangreichen Vorbereitungen für ein sechs- bis siebengängiges Wein-Menü, das den anspruchsvollen Gast am nächsten Abend in die Welt kulinarischer Vielfalt und begleitender edler Tropfen entführen wird.

Viel Wasser ist die Aller hinabgeflossen, seit „Mama Carmela“ und „Papa Enzo“ Da Val 1978 erstmals den Kochlöffel schwangen und den Pizzateig durch die Luft wirbeln ließen. Drei Kinder lebten zu der Zeit mit den Eltern im Obergeschoss des Hauses, das es daher nach der Übernahme als erstes zu renovieren galt. „Später waren die Gasträume dran“, erinnert sich die heutige Inhaberin Sara Da Val Franco, die damals neun Jahre alt war. „Korblampen trugen zur Gemütlichkeit bei, rot-weiß karierte Decken vermittelten italienisches Flair.

„Landestypische Speisen waren vielen Verdenern zu der Zeit noch fremd“, führt sie weiter aus und lacht dabei. „Das heute fast jedem Gast geläufige Tiramisu zum Beispiel galt damals als exotisch und fand nur zögerlich den Weg in den Magen der Leute“. Nach und nach etablierte sich jedoch das Angebot, die gleichbleibend gute Qualität der Speisen bescherte den Gastronomen ein stetig wachsendes Stammpublikum.

Mann beim Tanzen kennengelernt

Mehr als 15 Jahre im Dienste seiner Kunden hatte das Paar hinter sich, als es sich Anfang der Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts dazu entschloss, es etwas ruhiger angehen zu lassen und sich später ganz aus dem Betrieb zurückzuziehen. Da beide Söhne kein Interesse daran zeigten, in die Fußstapfen der Eltern zu steigen, ermahnte Vater Enzo seine Tochter scherzhaft, bei der Wahl ihres Partners auf dessen Eignung als Nachfolger zu achten.

„Es war purer Zufall, dass mein Mann, den ich 1985 beim Tanzen in Bremen kennengelernt habe, tatsächlich Koch war“, schildert Sara Da Val Franco die erste Begegnung mit ihrem Dario, der seit 1995 das Geschehen in der Küche verantwortet. Sie selbst sei im Service tätig, berate den Kunden bei der Auswahl der Weine und ziehe die Fäden im Hintergrund.

Nach und nach entwickelt das ideenreiche Paar immer mehr Projekte, die zwar Zeit und Energie kosten, aber auch Freude und Erfolg bringen. Wurde 2009 mit dem Durchbruch ins zuvor erworbene Nachbarhaus eine großzügige Erweiterung des gemütlichen Lokals auf mittlerweile 110 Plätze möglich, bietet der später ausgehobene Kellerraum Platz für das zweite Standbein, eine stilvoll ausgestattete Vinothek mit dem Namen „Vinario“. Nicht nur Weine aus Italien werden hier zum Verkauf angeboten, edle Tropfen aus der ganzen Welt füllen die Regale an den langen Wänden.

Flasche kann mit nach Hause genommen werden

Sara Da Val Franco, Sommelier wie ihr Mann und in der Ausbildung zur Weinakademikerin, vermittelt den Kunden fachkundig ihr Wissen und bietet darüber hinaus einen besonderen Service: „Wer Wert darauf legt, im Restaurant einen zum Essen passenden Wein zu trinken, kann ihn hier erwerben und dort zu einem geringen Korkgeld genießen“, erklärt die Mutter zweier Söhne. Bleibt ein Rest in der Flasche, könne man den gern mit nach Hause nehmen. Wein-Seminare, in denen der Gast zum Beispiel lernt, seinen Gaumen zu trainieren und sein Qualitätsbewusstsein zu schulen, werden in regelmäßigen Abständen angeboten, Termine sind der Homepage zu entnehmen.

Die Mittagszeit erscheint mir wenig geeignet für ausgiebigen Weingenuss. Ein Glas Chardonnay lasse ich mir trotzdem servieren und bestelle als Vorspeise Gamberoni Mozzafiato. „Dies Gericht macht Dich atemlos“, ist auf der Karte zu lesen, und wahrlich, die Komposition aus Meerestieren, gegart in Olivenöl mit Knoblauch, lässt keinen Wunsch offen. Zu haben ist die Leckerei zum Preis von 10,50 Euro, Weißweine schlagen zwischen 4,50 und 5,90 Euro pro Glas (0,2 l) zu Buche. Den leckeren Garnelen lasse ich „La Pasta di Dario“ folgen (10,50 Euro). In einem Mantel aus Alufolie serviert, finden sich Spaghetti, umhüllt von einer leichten Sahnesoße, ergänzt mit Peperoncino, Knoblauch, Tomaten, Speck und Champignons. Flambiert wird die Kultspeise, die seit 1997 auf der Karte ist, am Tisch

Scharf ist das Essen und sagenhaft lecker, enthält es doch die Lieblingszutaten des Chefs, wie Sara Da Val Franco verrät. Dazu hätte ein weicher Rotwein gepasst, der, ebenfalls glasweise ausgeschenkt, zwischen 4,90 und 7,50 Euro kostet. Ein kleines Bier (0,3 l) wird – je nach Sorte – mit 2,40 oder 2,70 Euro berechnet.

Ein Dessert schaffe ich leider nicht mehr, obwohl die Karte mit Tartufo in zwei Varianten, Zabaione, Tiramisu und weiteren Köstlichkeiten schon Appetit auf mehr macht.

Während ich bei einem Espresso meine Notizen vervollständige, fällt mein Blick auf das Ehepaar Franco, das mich aus einem großformatigen Gemälde anschaut. „Feierabend“ heißt das im Jahre 2005 entstandene Werk des Langwedeler Künstlers Norbert Sauer. Ruhe kehrt jedoch erst ein, wenn der letzte Gast am späten Abend das „Davide“ verlassen hat.

Das Ristorante Davide ist an der Lindhooper Straße 49 in Verden zu finden. Reservierungen werden unter der Telefonnummer 0 42 31 / 6 34 14 entgegengenommen.

REZEPT für Panna Cotta

Zutaten:

200 Milliliter Sahne

300 Milliliter Milch

50 Gramm Zucker

Mark einer Vanilleschote

4 Blatt Gelatine

Etwas kaltes Wasser

Zubereitung:

Die Sahne mit der Milch, dem Zucker und dem Mark einer Vanilleschote bei schwacher Hitze 15 Minuten lang köcheln lassen. Parallel die vier Blatt Gelatine in kaltem Wasser einweichen lassen. Anschließend den Topf vom Herd nehmen und die ausgedrückte Gelatine einrühren.

Um die Panna Cotta fertig anzurichten, wird die Speise in vier dafür vorgesehene Soufflé-Förmchen gegossen und über Nacht in den Kühlschrank kalt gestellt.

Die Panna Cotta vor dem Verzehr aus den Förmchen auf einen Dessertteller oder ein Brettchen stürzen. Anschließend kann die Speise mit frischen Beeren umlegt oder nach Belieben verziert werden.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...