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Edwin Hodel sammelt historische Daverdener Postkarten – mit teils kuriosen Texten und Stempeln
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Schützenfestgrüße aus dem 19. Jahrhundert

Marius Merle 25.11.2016 0 Kommentare

Edwin Hodel aus Daverden sammelt alte Postkarten
Fein säuberlich in eine Mappe einsortiert hat Edwin Hodel die handkolorierten Daverdener Postkarten. (Björn Hake)

Das Besondere daran: Diese Postkarte wurde am 16. Juli 1899 verschickt und ist damit das älteste Objekt der Sammlung historischer Daverdener Postkarten von Edwin Hodel. Das Relikt hält aber nicht nur bis heute den Gruß einiger Menschen vom dortigen Schützenfest zum Empfänger in Göttingen fest, es offenbart auch, wie zügig es damals mit der Zustellung gehen konnte. Denn die Poststempel verraten, dass die Postkarte zwischen 8 und 9 Uhr aufgegeben wurde und zwischen 16 und 17 Uhr schon zugestellt war. Lieferung am gleichen Tag also – und das vor 117 Jahren!

„Hauptsächlich bin ich ja Briefmarkensammler“, sagt Hodel. Als 1990 die Sammelgebiete DDR und West-Berlin weggefallen seien, habe er dann plötzlich mehr Zeit gehabt und da sei ihm eine alte Postkarte aus Daverden in die Hände gefallen. In gewisser Weise lässt sich das Sammeln von Briefmarken und bestimmten Postkarten auch gut verbinden, da etwa bei Sammelmessen diese beiden Bereiche gerne zusammengefasst werden.

Gaststätten als häufige Motive

„Aber es ist schon Zufall, ob man etwas aus Daverden findet“, weiß Hodel, der einige Exemplare auch über das Internet bestellt hat, um seine kleine Sammlung ein bisschen aufzustocken. Bis in die 1950er-Jahre gehen seine zusammengetragenen Postkarten. Und eine gewisse Expertise in diesem Sammelbereich hat er sich auch angeeignet. „Bis 1907 wurden Postkarten neben dem Motiv auf der Vorderseite beschrieben, erst danach, wie bis heute üblich, auf der Rückseite“, erzählt er etwa.

Die Motive der zumeist handkolorierten Karten lassen sich grob in drei Bereiche unterteilen: Gebäude wie Kirche, Pfarrhaus oder Schule, Impressionen der Landschaft oder Gasthäuser. Das Waldschlösschen, Gasthaus Ellers, Bode's Pension oder Flamann's Gasthaus sind nur einige von ihnen. „Gaststätten haben die Postkarten damals teilweise selbst drucken lassen“, erklärt Hodel, wieso es diese Häuser so häufig als Bild auf Postkarten geschafft haben. Das habe auch durchaus Sinn gemacht, denn habe es zu diesen Zeiten ganz viele Tagesausflügler nach Daverden gegeben, die dann dort eingekehrt sind und über Postkarten Grüße an Verwandte oder Bekannte verschickt haben. „Deshalb gab es von Daverden auch mehr Postkarten als etwa von Langwedel, das erst später durch den Bahnhof mehr besucht wurde“, lässt der 64-Jährige weiterhin wissen.

Einige Postkarten haben ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen oder lassen dem heutigen Betrachter zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten offen. Ein Anhaltspunkt dafür können die Poststempel sein. Eine Daverdener Postkarte aus dem Jahr 1905 etwa fand durch die Stempel nachweislich den Weg von London nach Etelsen, von wo aus sie dann weiter nach Kopenhagen ging.

Ähnlich verhält es sich mit den Texten auf den Karten, die ein Stück Zeitgeschichte widerspiegeln. „Bei einigen handelt es sich etwa um Feldpost während des Krieges, für die man im Übrigen keine Briefmarken brauchte“, berichtet Hodel von Inhalten mit emotionalem Hintergrund. Und dann gibt es da wiederum eine Karte in seiner Sammlung, dessen Inhalt eine Deutung doch sehr schwierig macht, die aber zeigt, dass dieses Kontaktmedium auch durchaus für Scherze genutzt wurde. So heißt es auf der Postkarte von 1913 vom Absender: „Viele tausend Grüße sendet ein ungenanntes, vielleicht bekanntes Etwas.“

„Bis 1907 wurden Postkarten auf der Vorderseite beschrieben.“ Edwin Hodel

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Leserkommentare
alterwaller am 22.10.2019 10:39
Da sollen also die, die sich Privatschule nicht leisten können die Schulen der "FDP-Klientel" pampern ? Passt zu Bremen und der Partei.
Neal am 22.10.2019 10:36
Parken und fahren wie es dem/der Fahrer/in gerade in den Sinn kommt, ist ja nicht nur zum Freimarkt ein Problem.
Wir brauchen a) eine besser ...