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Apfeltag der Mosterei Finkenburg
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Alle Augen auf die Paradiesfrucht

Jürgen Juschkat 03.10.2019 0 Kommentare

Bei Michael Ruhnau (links) und Andreas Kallwitz konnten Besucher ihrer eigenen Apfelsorten bestimmen lassen.
Bei Michael Ruhnau (links) und Andreas Kallwitz konnten Besucher ihrer eigenen Apfelsorten bestimmen lassen. (Björn Hake)

Sie tragen klangvolle Namen wie Prinz Albrecht von Preußen, Kaiser Wilhelm oder Königlicher Kurzstiel. Eine Vielfalt an Sorten wurde beim Apfeltag der Mosterei Finkenburg in Eißel präsentiert. Der Aktionstag will zum Erhalt alter Obstbaumbestände und -sorten beitragen und findet regelmäßig bereits seit Ende der 1990er-Jahre statt – mittlerweile stets an dem Feiertag am 3. Oktober. 

Was einst auf der Diele des Hofs begann, hat sich längst zu einem großen Event mit zusätzlichen Ständen im Außenbereich gemausert. Da wurden am Donnerstag unter anderem Brot, Wurst und Eis verkauft, zudem gab es auch Mitmachaktionen für Kinder. Beim Stand des Waldkindergartens „Holtkinners“ konnten mit einer Drehvorrichtung Äpfel geschält und vor dem Genuss zu einer Spirale verarbeitet werden. Durch Hammer und Meißel entstanden aus Stein Birne und Apfel.

Natürlich durften die jungen Gäste auch beim Saftmachen mit der Handpresse helfen oder ihr „Apfel-Diplom“ erwerben. Bei Judith Bernhard wurde nicht nur leckeres Obst angeboten, vielmehr konnten die Kleinsten beim Apfel-Memory die „Karten“ aufdecken. Der Rieder Jürgen Rickens hatte wieder unzählige Nisthilfen und Insekten-Hotels gebaut und verkaufte diese vor Ort. Kaffee und Kuchen gehörten oftmals zum Ausspannen oder zum Plaudern dazu.

An einem Stand wurden reihenweise Finkenburger Säfte angeboten – zum Beispiel von Apfel, Brombeere und Quitte. Biowaffeln mit Sahne oder Apfelmus, aber auch andere Spezialitäten verkaufte der Bio-Hof Böse-Hartje. Dem Handwerk des Korbflechtens konnte bei Waltraud und Erich Drewes aus Bruchhausen-Vilsen zugeschaut werden. Letzterer übt dieses Hobby schon seit 15 Jahren intensiv aus und hat schon manches Stück davon verkauft.

Experten bestimmten Sorten

Viele Gartenbesitzer deckten sich mit Apfel- und Birnenbäumen im Topf ein. Da war dann bei den Äpfeln Prinz Albrecht von Preußen zu finden, in der Reihe davor standen unter anderem die Birnen-Arten Conference und Gute Luise von Avranches. Wer seine Apfelsorten im Garten nicht kennt, der konnte sich in Eißel durch die Experten Michael Ruhnau und Andreas Kallwitz beraten lassen. Schon zeitig bildete sich eine lange Schlange an deren Stand. Öl wurde von der Wesermühle verkauft, Silvia Flamisch bot ihre Keramik an.  

Der bekannte Obstbauer und Apfelexperte Eckart Brandt vom Boomgarden Park Helmste hielt dieses Mal keinen Vortrag, weil er gleichzeitig seinen Auftritt in Worpswede hatte. Dafür stand aber Judith Bernhard vielen Interessenten Rede und Antwort. Eine überdimensionale Raupe der Gruppe Stelzenart aus Bremen sorgte am Nachmittag für Kurzweil.

„Die Apfelernte ist nicht so gut wie in den letzten beiden Jahren ausgefallen – eher durchschnittlich. Das haben Kunden berichtet“, erklärte Uwe Ciesla, einer der Bewohner der Finkenburg. „Viele Äpfel haben am Baum gehangen, doch einige davon sind runtergefallen. Es gibt gut tragenden Sorten, aber auch Sorten, die ein Totalausfall waren. Man kann nur spekulieren, ob das an der Trockenheit gelegen hat“, fügte er an. Bei der Mosterei Finkenburg werden derzeit jedenfalls weniger Mosttage geplant. „Das ist ein Haupt-Gratmesser.“

„Die Blüten sind superempfindlich. Wie die Ernte ausfällt, hängt von der Bildung der Blütenknospen im Vorjahr, aber auch von den Bestäubern ab. Dieses Jahr ist mau, da gibt es weniger Obst“, erklärte Sebastian Dorn vom Pomologen-Verein, der viel Fachliteratur im Angebot hatte.

Die Besucher wurden stündlich durch Alfred Schaub durch die Produktionsräume geführt, in denen das Obst gewaschen und zur Maische geschreddert wird. Wenn diese in Tücher gepackt ist, wird sie ausgepresst. Der Saft wird pasteurisiert, damit er ein bis zwei Jahre oder länger haltbar ist, und per Hand in Flaschen gefüllt. „Die Reste – Trester genannt – verschenken wir an Landwirte, die diese an Rinder verfüttern. Wir sind froh, dass es diese Verwertung gibt“, berichtete Ciesla.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?