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Alles in Ordnung

Lars Köppler 22.04.2019 0 Kommentare

Brigitta Wache aus Fischerhude hat sich im Februar vergangenen Jahres als Ordnungsberaterin selbstständig gemacht. Nun hilft sie Kunden, neue Strukturen zu schaffen.
Brigitta Wache aus Fischerhude hat sich im Februar vergangenen Jahres als Ordnungsberaterin selbstständig gemacht. Nun hilft sie Kunden, neue Strukturen zu schaffen. (Björn Hake)

„Ordnung ist das halbe Leben“ heißt es seit Ewigkeiten im Volksmund. „Das bisschen Haushalt“ trällerte derweil die Sängerin Johanna von Koczian in den 1970er-Jahren in einem Klagelied über ihren wohl recht arbeitsscheuen Mann in das Mikrofon. Es ist nicht überliefert, wie sehr sich Brigitta Wache von dem einen oder dem anderen bei der Zukunftsplanung inspirieren ließ, aber eines steht fest: Das Thema Ordnung bestimmt bei der 51-Jährigen seit mehr als einem Jahr auch geschäftlich den Tagesablauf. Seit Februar 2018 ist Wache als selbstständige Ordnungsberaterin tätig und unterstützt Privathaushaushalte, Firmen und Institutionen unter dem Markennamen „Clear Space – Raum für Wesentliches“ professionell beim Entrümpeln, Ordnen und Ordnung halten.

Dabei ist das Thema Ordnung für die gelernte Wirtschaftsassistentin und Managementsekretärin mitnichten eine Wissenschaft und schon gar kein Hexenwerk, sondern eine Notwendigkeit, um einen klaren Kopf zu behalten und auch ein Instrument, das bei konsequenter Anwendung die Lebensqualität deutlich steigern kann. Den Ausstieg aus dem sicheren Job als Sekretärin und den Einstieg in die Ungewissheit der Selbstständigkeit hat sich Brigitta Wache derweil keine Nerven kosten lassen. „Das war eine ganz leichte Entscheidung“, sagt die Mutter einer 14-jährigen Tochter und fügt hinzu: „Diesen Job kann man nicht lernen, das hat man in sich.“

Das Wort „Trennen“ spielt im Vokabular der Ordnungsberaterin seit jeher eine wichtige Rolle. „Man muss sich von Dingen trennen können“, beschreibt Wache ein Problem, das viele Menschen im Alltag haben: Sie können nicht loslassen. Mit der Zeit summiert es sich und kann zum heillosen Durcheinander im Haushalt führen. „Das eine ist Gerümpel, das andere ist Ordnung“, lautet daher ihre Devise. Wache hat zudem festgestellt, dass es bei diesem Thema durchaus kulturelle Unterschiede gibt. „In den USA ticken die Leute anders. Die sind radikaler und schmeißen die Sachen weg, die sie nicht mehr brauchen“, weiß die Geschäftsfrau zu berichten und überdies, dass ihre Geschäftsidee in Amerika unter diesem Aspekt wahrscheinlich überflüssig wäre.

Kulturelle Unterschiede

Doch die Deutschen sind offenbar anders gestrickt und so kann Brigitta Wache ihre Leidenschaft, für Ordnung und Struktur zu sorgen, voll ausleben. Schon in der Kindheit bereitete es ihr große Freude, ihre Sachen umzuräumen und sich neue Ordnungssysteme auszudenken. In ihrem späteren Berufsleben kam ihr diese frühe Passion natürlich zupass. Mit ihrem Organisationstalent und der strukturierten Arbeitsweise hat Brigitta Wache für alle Ordnungsprobleme eine individuelle Lösung parat. Anlässe, warum sie gebraucht wird, gibt es viele verschiedene. Sei es Papierflut im Büro, Zeitmangel, fehlendes Ablagepotenzial, Ideenarmut, eine räumliche Verkleinerung, der Wunsch der Kinder im Haushalt nach einem eigenen Zimmer oder eine neue Lebenssituation etwa durch eine Haushaltsauflösung, die Spezialistin befasst sich mit allen Fällen. „Die Kunden klagen meist über Zeitmangel oder wissen nicht, wo und wie sie anfangen sollen“, weiß Wache aus Erfahrung zu berichten.

Da kann der unverklärte und geschulte Blick von außen, wie ihn Brigitta Wache mit ihrer Expertise anbietet, schon sehr nützlich sein, um Klarheit und Freiräume zu schaffen. Nach einem Vorgespräch mit dem Kunden macht sich die Ordnungsberaterin an die Bestandsaufnahme, um einen Überblick über die Situation zu erhalten. „Man muss relativ schnell alles sichten“, erklärt Wache, die dann mit dem Kunden eine zügige Zieldefinition anstrebt. Dabei ist es ihr wichtig, nach Kategorien und Unterkategorien vorzugehen. So mache es beispielsweise Sinn, eine Schallplattensammlung nach Interpreten zu ordnen.

„Man kann Spaß beim Aufräumen haben“

Weil sie die Ängste der Menschen vor dem Verlust eines vermeintlichen Schatzes nur allzu gut kennt, arbeitet sie oft mit gezielten Gegenfragen. „Was passiert denn Schlimmes, wenn ich etwas wegschmeiße?“, ist da nur ein Beispiel. Kommunikation sei daher besonders wichtig. Und es gibt bei der angeblich so nervigen und aufwendigen Prozedur des Aufräumen auch positive Effekte, wie Brigitta Wache keineswegs verdutzt festgestellt hat. „Man kann durchaus Spaß beim Aufräumen entwickeln, denn Ordnung halten hat auch etwas mit Stolz zu tun.“

Am Ende des Kundenbesuchs lässt sich die Ordnungsberaterin dann auch gerne am gemeinsam erzielten Ergebnis messen: Wenn beim Kunden der Knoten platzt und sich das befreiende Gefühl einstellt, endlich Ballast abgeworfen zu haben, die Menschen dadurch neue Energie gewinnen, dann empfinde sie das wie Applaus, sagt Brigitta Wache. „Das ist einfach ein gutes Gefühl.“ Aber Ordnung, das weiß Wache auch, könne eine gute Gelegenheit sein, sich zu streiten. Bei Teenagern wie ihrer Tochter gehe sie aber gelassener mit dem Thema Ordnung um. Doch auch hier gibt es eine klare Regel: Liegt etwas herum, kommt es in eine Kiste. Wird die Kiste nicht rechtzeitig geleert, fliegt der Inhalt auf den Müll. Rigoros. Eine Technik, die sich im Hause Wache bewährt hat und Streit vermeidet.


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Leserkommentare
suziwolf am 19.10.2019 16:09
Anmerkung von @suziwolf
D o p p e l t ... hält nicht immer besser.

Nun also das 3. Mal:

Die Luft ist erfüllt von ...
butenbremer_in_altona am 19.10.2019 15:40
Das Schiff an Land aufpallen, sturmfest machen und aufhübschen. Dann kann Bremerhaven das Museumsstück behalten und man muss kein Geld ausgeben, um ...