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Alte Kegelbahn am Fährwisch
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Disput um die alte Kegelbahn

Ivonne Wüsthof 25.11.2018 0 Kommentare

Die ehemalige Kegelbahn wird zum Objekt der Begierde. Die Mitglieder des AZO haben viel Arbeit in die Räumlichkeiten investiert.
Die ehemalige Kegelbahn wird zum Objekt der Begierde. Die Mitglieder des AZO haben viel Arbeit in die Räumlichkeiten investiert. (Xxx)

Es war eine Debatte, die die Gemüter auf der jüngsten Sitzung des Jugend-, Sozial- und Sportausschusses auf allen Seiten in Wallung brachte. Gegenstand der Diskussion: Die künftige Raumnutzung der alten Kegelbahn am Fährwisch. In ihrem Antrag forderte die SPD-Fraktion, die Räumlichkeiten ab Frühjahr der Ottersberger Kleiderkammer zur Verfügung zu stellen. Denn mit dem beschlossenen Abriss muss diese einen neuen Raum finden, um ihre Arbeit weiterführen zu können. Derzeit besteht jedoch mit dem Verein Selbstverwaltetes Zentrum Ottersberg (AZO) ein Mietvertrag für die ehemalige Kegelbahn. Dieser läuft im Mai 2019 aus und soll – nach Vorschlag der SPD – nicht verlängert werden.

„Wir haben eine Kleiderkammer, die funktioniert und mit viel Engagement geführt wird“, begründete Reiner Schnäpp den Antrag seiner Fraktion, „wir sollten die Räumlichkeiten für Gemeindezwecke nutzen. Die Voraussetzungen sind da, weshalb wir nicht weiter suchen müssen.“ Schließlich habe es schwerwiegende Konsequenzen für die Kleiderkammer, wenn sich bis zum Abriss der Turnhalle keine Lösung findet, sagte Vize-Verwaltungschef Jürgen Buthmann-von Schwartz: „Die Kleiderkammer wird sich andernfalls zurückziehen.“

„Beides getrennt sehen“

Obwohl sich die Ratsmitglieder einig darin waren, dass die Ehrenamtlichen der Kleiderkammer einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl im Flecken Ottersberg leisten, stieß der Antrag nicht bei allen auf Zustimmung. So sagte Angela Hennings von den Grünen: „Es ist schade, dass hier zwei Gruppen gegeneinander ausgespielt werden. Man muss beides getrennt von einander sehen.“ Und auch Tim Weber von der Freien Grünen Bürgerliste Ottersberg (FGBO) sieht den Antrag kritisch: „Es war damals eine gute Idee, den AZO dort unterzubringen. Sie haben viel Arbeit in den Ausbau gesteckt.“

Ausschlaggebend für die kritische Auseinandersetzung mit dem AZO waren unter anderem frühere Ereignisse, wie der Konsum von illegalen Substanzen sowohl im Zentrum als auch auf dem Außengelände. Daher beantragte die FGBO eine Unterbrechung der Beratungen, um auch den Mitgliedern des AZO und der Kleiderkammer, die der Sitzung im Zuschauerraum beiwohnten, die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben.

Die Idee eines Treffpunkts

Die Idee hinter dem AZO sei damals gewesen, einen Treffpunkt zu schaffen, der für verschiedene Zwecke genutzt werden könne: etwa als Proberaum, für Musikveranstaltungen oder auch aktuell für Adventscafés. „Natürlich gab es auch Missverhalten und Leute, die wir nicht da haben wollten“, hieß es von den Verantwortlichen des Autonomen Zentrums. Doch hätten die AZO-Verantwortlichen die Probleme beseitigen können. „Seit zwei Jahren haben wir keine Probleme mehr.“ Zusätzlich gab es Gespräche mit Gemeindevertretern, in denen Änderungen in der Gestaltung der Außenanlage getroffen wurden. „Wir haben darauf hin das Garten- und Gewächshäuschen sowie das Vordach entfernt. Seitdem sind dort weniger Menschen und die Arbeit ist für uns entspannter.“

Das gelte auch für den Konsum von Drogen, wie der Verein auf Nachfrage der Ausschussvorsitzenden Bianca Fischinger (SPD) mitteilte: „Wir hatten von Anfang an auf dem Schirm, dass es zum Konsum kommen kann. Wenn wir mitbekommen haben, dass die Leute Drogen nahmen, haben wir sie sofort rausgeworfen.“ Es gäbe daher keinen Grund, den Mietvertrag nicht zu verlängern. Ebenso bot Fischinger auch den vier Ehrenamtlichen der Kleiderkammer die Gelegenheit, sich zum Antrag zu äußern. Vor drei Jahren gegründet, versorgen sie jetzt nicht nur Geflüchtete mit Kleidung und Haushaltswaren, sondern auch Geringverdiener und Sozialhilfeempfänger. „Mit dem Abriss der Turnhalle werden wir uns zurückziehen. Sollte sich ein neues Raumangebot zeigen, werden wir den Betrieb wieder aufnehmen“, sagte Christiane Dittmer-Roper stellvertretend für ihre Mitstreiterinnen. Dennoch werden sie nicht jede Lösung akzeptieren, kündigten sie an. So seien das Vorhandensein von Heizung und Fenstern Grundvoraussetzungen für ein neues Domizil.

Weitere Gespräche

Mit Wiederaufnahme der Beredung regte Tim Weber an, weitere Unterbringungsmöglichkeiten für die Kleiderkammer zu suchen und den Mietvertrag mit dem Verein AZO zu verlängern. Aus Sicht von Werner Bahrenburg (CDU) könnten Container, die zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt wurden, eine Alternative sein: „Wir hätten keine Anschaffungskosten und müssten nur die Miete zahlen. Und bei Bedarf können wir die schnell wieder loswerden.“

Zu einer endgültigen Entscheidung kam der Ausschuss nicht. Der ursprüngliche Antrag der SPD-Fraktion wurde abgelehnt. Stattdessen hielt es die Ausschussvorsitzende Bianca Fischinger für notwendig, das Gespräch mit allen Beteiligten zu suchen und die Räume von AZO und Kleiderkammer zu besichtigen. Ein Termin dafür steht noch nicht fest, der Ausschuss verfolgt das Thema weiter.


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Leserkommentare
admiral_brommy am 19.10.2019 13:20
Durchaus nicht.



Bildungserfolg hängt immer von diversen Faktoren ab. Daher ist es Aufgabe der Politik, diese Faktoren so ...
suziwolf am 19.10.2019 13:17
@Siegfried ...

Sie machen aber jetzt die Idee der BI zum
regelrechten Mischmasch.

• Produktion von Aluminium ...