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Tödlicher Unfall auf der A 1
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Gefahrenzone Stauende

Marius Merle 18.09.2019 0 Kommentare

Nahezu ungebremst war ein 49-jähriger Lkw-Fahrer am Dienstagnachmittag mit seinem gelben Fahrzeug auf den Vordermann aufgefahren. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät.
Nahezu ungebremst war ein 49-jähriger Lkw-Fahrer am Dienstagnachmittag mit seinem gelben Fahrzeug auf den Vordermann aufgefahren. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. (Polizeiinspektion Verden/Osterholz)

Es kracht und kracht und kracht. Zwischen den Anschlussstellen Oyten und Posthausen passieren auf der Autobahn 1 seit rund zwei Jahren in regelmäßigen Abständen Unfälle. Die häufigste Ursache: Auffahrunfälle an Stauenden. Aufgrund der Baustellen kommt es auf diesem Autobahnbereich quasi täglich zu stockendem oder stehendem Verkehr. Die Unfälle forderten in den vergangenen Monaten immer wieder Schwerverletzte, Todesopfer waren glücklicherweise in der jüngeren Vergangenheit nicht zu beklagen gewesen – bis Dienstag. Dann starb ein 49-jähriger Lkw-Fahrer an den Folgen eines schweren Unfalls.

Am späten Nachmittag war der Fahrer eines mit Tiefkühlkost beladenen Sattelzuges auf der Richtungsfahrbahn Hamburg-Bremen gegen 17 Uhr nach Angaben der Polizei nahezu ungebremst mit seinem Fahrzeug in ein Stauende gerast und schob dadurch zwei auf der rechten Fahrspur stehende Lkw ineinander. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der 49-jährige Fahrer in den Trümmern seines Führerhauses eingeklemmt und musste von Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr mit schwerem Gerät befreit werden. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Großaufgebot an Rettungskräften

Der Fahrer des mittleren Lkw, ein 60-Jähriger aus Rechlin, erlitt einen Schock, der Fahrer des dritten am Unfall beteiligten Lkw, ein 41-jähriger Pole, überstand die Kollision unverletzt. Die Schadenshöhe wird von den Beamten vorläufig auf rund 150 000 Euro geschätzt. An der Unfallstelle kam ein Großaufgebot von Rettungskräften zum Einsatz: Neben Polizei und Rettungsdienst beteiligten sich rund 60 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Oyten, Bassen, Posthausen, Ottersberg, Verden und Kirchlinteln an den Rettungs- und Bergungsarbeiten. „Während die anderen Wehren sich durch die spärlich gebildete Rettungsgasse kämpften, wurden wir entgegen der Fahrtrichtung auf die Autobahn gelotst. Für uns war der Einsatz gegen 20 Uhr beendet“, teilte die Feuerwehr Oyten über Facebook mit.

Ablenkung als generelle Ursache

Für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte war es nicht der erste Einsatz dieser Art in der Vergangenheit. Wie Jürgen Menzel von der Polizeiinspektion Verden/Osterholz bestätigt, sei es auf dem Streckenabschnitt zwischen Oyten und Posthausen zu einer auffälligen Unfallhäufung gekommen. Dass es vor allem an Stauenden kracht, könne sich derweil im ganzen Land beobachten lassen. Häufige Ursache ist die Ablenkung der Fahrer. „Das ist ein großes Problem“, betont Menzel. Die Polizei habe das erkannt und kontrolliere verstärkt, etwa ob Fahrzeugführer während der Fahrt ihr Smartphone bedienen. Ob eine solche Form der Ablenkung ursächlich für den Unfall am Dienstag gewesen ist, sei natürlich nicht zu belegen. „Aber es hat definitiv zugenommen“, berichtet Menzel.

Betroffen sind von den Unfällen auch stets alle weiteren Verkehrsteilnehmer. Die Folge sind Staus, die nicht selten auch die Strecken parallel zur Autobahn lahmlegen. Leidgeprüft sind diesbezüglich etwa die Bürger Oytens, denn ihre Ortsdurchfahrt ist nach Unfällen auf der A 1 in den vergangenen zwei Jahren regelmäßig verstopft gewesen. Besonders gravierend waren die Auswirkungen nach dem Lkw-Unfall am Dienstag.

Bergung dauerte 22 Stunden

Die Bergungsmaßnahmen erwiesen sich nämlich als sehr zeitintensiv und zogen sich dementsprechend hin. Erst am Mittwochvormittag etwa konnte der mit 40 Tonnen Getreide beladene mittlere Lkw geborgen werden. Der rechte Fahrstreifen blieb am Mittwoch noch für lange Zeit gesperrt. Erst gegen 15 Uhr konnte die Polizei verkünden, dass die komplette Fahrbahn wieder freigegeben ist – 22 Stunden nachdem sich der folgenschwere Unfall ereignet hatte. Eine lange Zeit, aber Menzel versichert, dass die Arbeiten in diesem Falle sehr aufwendig gewesen seien und die Polizei großen Wert darauf lege, dass die Freigabe der Fahrbahn schnellstmöglich erfolgen kann. „Denn jede Störung des Verkehrs ist wieder ein neues Risiko“, betont Menzel.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...