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Schulentwicklung
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Hilferuf der Hauptschule

Elina Hoepken 16.03.2018 0 Kommentare

Ayche Miri (rechts) gibt stellvertretend für die Schüler den offenen Brief im Rathaus ab. Auch der Elternrat hatte ein Schreiben aufgesetzt.
Ayche Miri (rechts) gibt stellvertretend für die Schüler den offenen Brief im Rathaus ab. Auch der Elternrat hatte ein Schreiben aufgesetzt. (Güngör)

Geräuschlos wird die weitere Entwicklung der IGS in Achim nicht vonstatten gehen. Das ist spätestens seit der jüngsten Sitzung des Schulausschusses klar, in der, wie berichtet, kritische Stimmen über die geplante Aufteilung der Räume zwischen Real-, Hauptschule und IGS laut wurden. Jetzt kam es zum nächsten großen Knall. Denn sowohl die Eltern als auch die Schüler wollen die Situation offenbar nicht einfach so hinnehmen. Am Freitagvormittag machten sich daher Vertreter des Schulelternrates und die Schülervertreter mit ihrem Kontaktlehrer auf den Weg ins Rathaus, um Bürgermeister Rainer Ditzfeld jeweils einen Brief zu überreichen. In diesem finden sie klare Worte für die aktuelle Situation.

"Wir werden es nicht hinnehmen, dass seitens des Schulträgers versucht wird, unsere Schule lebendig zu begraben", heißt es beispielsweise in dem Schreiben des Schulelternrates. Man sei sich bewusst, dass die Hauptschule ein auslaufendes Modell sei, aber die Schüler hätten ein Recht, bis zum Schluss gut betreut zu werden. "Unsere Schule hat viele engagierte Lehrer, aber denen wird ihr Job gerade sehr schwer gemacht", sagte der Vorsitzende des Schulelternrates, Sebastian Seibel. Ein großer Kritikpunkt der Eltern und Schüler ist es, dass die neunten und zehnten Klassen der Liesel-Anspacher-Schule zum kommenden Schuljahr in das Realschulgebäude übersiedeln sollen, um Platz für den neuen IGS-Jahrgang zu schaffen.

Alternative Lösungsvorschläge

"Wir akzeptieren es nicht, dass der neue Jahrgang der IGS erneut in die Räume unserer Schule einziehen muss und die Realschule weiterhin unbehelligt bleibt", so die Eltern. Viele hätten für ihre Kinder bewusst die Hauptschule gewählt, da das dortige pädagogische Konzept wichtig für die Entwicklung ihrer Kinder sei. Die geplante Splittung der Schülerschaft stehe diesem Ansatz entgegen. Den Lehrern würde durch den ständigen Wechsel zwischen den Gebäuden wertvolle Unterrichtszeit genommen.

Die Begründung der Verwaltung für die Raumplanung war bisher, dass die Räume, die in der Realschule im kommenden Jahr frei werden, nicht ausreichend für die Bedarfe der IGS seien. "Es gibt aber auch noch andere Lösungsvorschläge, die günstig sind und zeitnah umsetzbar wären", sagte Seibel. So könne aus Sicht des Elternrates beispielsweise der zehnte Jahrgang der Realschule in das Gebäude der Liesel-Anspacher-Schule aufgenommen werden, während der neue fünfte Jahrgang der IGS dann in den größeren Räumen der Realschule unterrichtet werden könnte. "Später wird die IGS ohnehin auf beide Gebäude verteilt sein, dann würde es auch jetzt schon funktionieren", schlug Jesko Roßmann, Kontaktlehrer der Schülervertreter, vor.

Ein anderer Vorschlag der Eltern ist es, schon zum kommenden Schuljahr auf Container zurückzugreifen, um die fehlenden Räume zu kompensieren. "Bereits heute ist klar, dass im Rahmen der notwendigen Umbaumaßnahmen Container eingesetzt werden müssen." Denkbar wäre es daher, entsprechende Container schon ab Sommer für den neuen fünften IGS-Jahrgang aufzubauen. "Sollte das nicht funktionieren, erwarte ich vom Bürgermeister eine vernünftige Aussage, warum diese Lösungsvorschläge nicht umsetzbar sind", forderte Seibel. Diese Aussage erhielten die Vertreter allerdings noch nicht bei ihrem Besuch im Rathaus, da Ditzfeld selbst an diesem Tag nicht vor Ort war. Sowohl Schüler als auch Eltern erwarten jedoch möglichst bald eine Reaktion auf ihre Briefe. "Das ist mehr als nur ein symbolischer Akt", machte Seibel deutlich. "Wir sind aber optimistisch, dass man sich mit unseren Forderungen konstruktiv auseinandersetzt." Doch viel Zeit bleibt nicht mehr, denn bereits zum neuen Schuljahr muss die Raumsituation bekanntlich angepasst werden.

Und diese ist ohnehin nicht der einzige Missstand, den Eltern und Schüler anprangern. So gebe es keinen Kiosk mehr, an dem die Schüler sich etwas zu Essen holen könnten, und der Freizeitraum könnte bald auch einer Vergrößerung der Mensa zum Opfer fallen. Für die Schüler sowohl der Hauptschule als auch der IGS sei das jedoch ein wichtiger Rückzugsort. "Wir wollen unseren Freizeitraum unbedingt behalten", sagte Schülervertreterin Ayche Miri. Und in ihrem Brief formulieren die Schüler ihre Wünsche noch konkreter: "Unsere Schule soll nicht kaputt gemacht werden, nur weil es hier jetzt auch die IGS gibt", schreiben sie.

"Die Politik hat immer wieder beteuert, dass die bestehenden Schulsysteme nicht unter dem Start der IGS leiden müssen", sagte Seibel. "In der Realität sieht das aber ganz anders aus." Kompromisse würden hauptsächlich von der Liesel-Anspacher-Schule eingefordert. "Die Hauptschüler fühlen sich nicht mehr wohl und haben das Gefühl, an ihrer eigenen Schule ausgegrenzt zu werden", brachte es Mario Töbelmann vom Schulelternrat auf den Punkt. Man trage die Entwicklung aktuell auf dem Rücken der vermeintlich Schwächsten aus. "Das Einzige, was wir wollen, ist Gleichberechtigung", sagte Ayche Miri.


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