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Mäßige Erlöse und Erträge

Andreas Becker 19.09.2019 0 Kommentare

Seit vergangener Woche läuft die Maisernte in der Region, Landwirte stellen zunehmend auf die Pflanze um, weil sie Hitze gut verträgt.
Seit vergangener Woche läuft die Maisernte in der Region, Landwirte stellen zunehmend auf die Pflanze um, weil sie Hitze gut verträgt. (Philipp Schulze)

Landkreis Verden. Die Globalisierung macht mittlerweile auch den Landwirten in der Region zu schaffen. Da Feldfrüchte wie Getreide und Raps inzwischen nicht mehr lokal, sondern auf internationalen Märkten gehandelt werden, schlägt die globale Preisentwicklung auch bei den Erzeugern im Landkreis Verden durch. „Die Ernte war anderswo nicht so schlecht wie bei uns im Landkreis, deshalb war das Angebot insgesamt gut und der Preis eher mittelmäßig“, erklärt Kreislandwirt Jörn Ehlers die Zusammenhänge. 

Ehlers, der in Holtum (Geest) einen landwirtschaftlichen Betrieb führt, sieht den eigenen Rapsanbau skeptisch. „Wir müssen beobachten, ob sich das weiterhin lohnt, und werden gegebenenfalls auf Mais umsteigen“, sagt der Vorsitzende des Landvolks Rotenburg-Verden. Insgesamt habe es in diesem Jahr bei der Ernte eine breite Streuung gegeben – sowohl qualitativ als auch quantitativ.

„Die Getreideernte ist durch, die Maisernte ist seit vergangener Woche im Gange“, erzählt der Landwirt. Abgesehen von den „mäßigen Erlösen“ von 15 Euro für den Doppelzentner Getreide sowie 34 Euro für den Doppelzentner Raps sei die Ernte besser als im Vorjahr gewesen, allerdings auch schlechter als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. „Geschätzt waren es diesmal 20 Prozent weniger als im langjährigen Mittel“, sagt Ehlers. Der höhere Preis beim Raps sei übrigens bedingt durch deutlich geringere Erntemengen und höhere Kosten beim Anbau im Vergleich zum Getreide.

Trockenheit als Problem

Bislang ist die Trockenheit auch in diesem Jahr beim Mais und Getreide ein „großes Problem“ gewesen, wie Ehlers betont. Zusätzlich habe es beim Raps Schwierigkeiten beim Anbau gegeben, wodurch das Ertragsniveau unzuverlässiger geworden sei. „Viele Landwirte haben mit dem Raps aufgehört. Insgesamt ist es ein Drittel weniger als früher“, schätzt Ehlers. Stattdessen werde verstärkt Mais oder Getreide angebaut. „Eine richtig gute Alternative haben wir aber nicht“, sagt er. Im Landkreis Verden wird nach seinen Angaben auf einem Drittel der landwirtschaftlichen Flächen Mais kultiviert, auf mehr als einem Drittel Getreide sowie auf acht bis zehn Prozent der Flächen Raps. Der Rest ist Grünland.

Allerdings hat auch der Mais in diesem Jahr unter der Trockenheit gelitten. „Deshalb wird er auch früher geerntet als sonst“, so der Kreislandwirt. Im Zuge des Klimawandels griffen Landwirte zunehmend zu Beregnungsanlagen, um ihre Pflanzen zu wässern. „Das gab es früher nur bei Zuckerrüben oder Kartoffeln“, erinnert sich Ehlers. Das Beregnen setze aber eine aufwändige Technik, einen eigenen Brunnen sowie die notwendigen Genehmigungen voraus. Trotzdem sei Mais für die hiesigen Landwirte zunehmend eine Alternative, weil die Pflanze mit hohen Temperaturen klarkomme. „Das ist deutlich besser als bei Getreide oder Zuckerrüben“, betont der Holtumer. Vorausgesetzt die Pflanze bekomme ausreichend Wasser.

Die Trockenheit sowie die hohen sommerlichen Temperaturen, vor allem im vergangenen Jahr, sind für die Landwirte ein Beweis dafür, dass der Klimawandel längst in der Landwirtschaft angekommen ist. „Eine Strategie ist Risikostreuung, also nicht nur eine Kultur, sondern mehrere Früchte anzubauen“, empfiehlt Ehlers. Es sei immerhin unwahrscheinlich, dass alle Ernten gleichermaßen schlecht ausfielen. Er wünscht sich jetzt ausgiebige Niederschläge im Winter, damit nicht nur die obere Bodenkrume, sondern auch die tieferen Schichten wieder durchfeuchtet werden. Gerade der Raps mit seiner Pfahlwurzel benötige Wasser in tieferen Schichten. Zu einem Höfesterben im Landkreis ist es durch den Klimawandel und die Trockenheit bislang noch nicht gekommen, gibt Ehlers Entwarnung. Folgten mehrere schlechte Jahre, würde dies aber zur Existenzbedrohung.


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Leserkommentare
bremenkenner am 21.10.2019 18:08
Leider sehen das hier sehr viele genau anders herum und sind im festen Glauben dass Afrika zig mal in Europa reinpasst. Und viele Afrikaner glauben ...
peteris am 21.10.2019 17:36
Der Erdteil Afrika ist so groß, da passt Europa zig mal rein.

Es fallen dort nicht überall den Menschen Bomben auf den Kopf. ...