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E-Mobilität in Achim
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Noch Sand im Getriebe

Kai Purschke 16.05.2019 0 Kommentare

In Achim betreiben die Stadtwerke E-Ladestationen auf dem Baumplatz (Foto), wo sie vorrangig dem Car-Sharing-Angebot dient, und auf dem Parkplatz des Krankenhauses, wo seit Ende Februar noch kein einziger Kunde sein Fahrzeug aufgeladen hat.
In Achim betreiben die Stadtwerke E-Ladestationen auf dem Baumplatz (Foto), wo sie vorrangig dem Car-Sharing-Angebot dient, und auf dem Parkplatz des Krankenhauses, wo seit Ende Februar noch kein einziger Kunde sein Fahrzeug aufgeladen hat. (Björn Hake)

Car-Sharing, E-Ladesäulen und zumindest die politische Entscheidung, auch eine öffentliche Ladestation für E-Bike-Akkus in der Innenstadt einzurichten – die Stadt Achim möchte, wie berichtet, neue Wege beim Thema (Elektro-)Mobilität gehen. Seit etwa zweieinhalb Monaten gibt es neben E-Ladesäulen an privaten Standorten auch jene der Stadtwerke Achim am Krankenhaus in Bierden, auf dem Baumplatz und in Oyten.

Und auch wenn die Ladesäulen noch nicht sehr lange dort stehen, zeichnet sich bereits ein Problem ab: „Es gibt schlichtweg noch zu wenig E-Autos, die die Säulen nutzen könnten“, bedauert Sven Feht, Vorstand der Stadtwerke Achim. Von der Automobilindustrie hieße es immer, es gebe zu wenig Säulen, „aber wir sagen, es sind zu wenig Autos“. 

Das schlägt sich offenbar in den Nutzerzahlen nieder: Die E-Ladesäule an der Aller-Weser-Klinik wurde am 22. Februar eingeweiht, bis heute wurde sie laut Feht noch nie benutzt. Die Stadtwerke-Ladesäule bei „Sam Urban Food“ in Oyten habe „einzelne“ Ladevorgänge zu verzeichnen, die Station auf dem Baumplatz neben dem Rathaus dagegen „ständige“. Wobei dort auch das E-Auto des Car-Sharing-Anbieters Cambio stationiert ist und regelmäßig geladen wird – dazu später mehr.

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Denn die Frage, wie es um die Anzahl der E-Autos im Kreisgebiet steht, kann Marcel Dorsch vom Fachdienst Ordnung und Verkehr der Kreisverwaltung leicht beantworten. So waren zum 1. Mai dieses Jahres exakt 144 reine E-Autos gemeldet sowie 367 Hybrid-Fahrzeuge Benzin/Elektro und 53 Hybridautos, die Diesel/Elektro nutzen – also insgesamt 564 Autos, die regelmäßig an die Steckdose müssen. Laut Dorsch sind seit Jahresanfang (473 Autos) also rund 90 E-Fahrzeuge hinzugekommen, im Vergleich zum 1. Januar des Jahres 2018 gibt es im Kreisgebiet demnach inzwischen rund 260 E-Fahrzeuge mehr.

„Die Hersteller kommen nicht nach“, hat Feht eine Erklärung für das langsame Wachstum des E-Auto-Bestands. Die Stadtwerke selbst hätten einen E-Smart bestellen wollen, mussten sich aber anhören, dass die Lieferzeit ein ganzes Jahr beträgt. „Wir sprechen uns gerne nochmal in einem Jahr zu dem Thema wieder“, sagt Feht daher und glaubt sowie hofft, dass viele Menschen derzeit aufs Elektroauto umsteigen und „erst in einem Jahr an unseren Ladesäulen Strom tanken werden“. Ähnlich schleppend wie die Säulennutzung bisher laufe auch der Verkauf von sogenannten Wallboxen, intelligente Ladeboxen, die die Stadtwerke mit Rabatt an Privatkunden veräußern. „Nicht eine“ habe der Versorger bisher an den Mann oder die Frau bringen können. 

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Was den öffentlichen Raum angeht, da möchten die Stadtwerke insgesamt sechs Ladestationen betreiben. Neben den drei bestehenden soll demnächst eine im Flecken Langwedel dazukommen und dann noch zwei an den Autobahnausfahrten in Achim. „Da wollen wir ran und verhandeln mit der Stadt“, erzählt Feht. Denn Stromverkauf sei das Geschäft der Stadtwerke und daher würden sie auch aktiv werden, wenn die in der nördlichen Innenstadt – also in direkter Nachbarschaft – geplante Mobilitätsstation Gestalt annimmt.

Nun zu Cambio: Der Car-Sharing-Anbieter aus Bremen ist erst seit März dieses Jahres in Achim vertreten, zwei Fahrzeuge stehen für Kunden auf dem Baumplatz zur Verfügung, darunter ein E-Auto. „Es ist noch viel zu früh, ein Resümee zu ziehen“, sagt Cambio-Prokuristin Jutta Kirsch, das könne sie in einem Jahr.

Aber eine erste Einschätzung, wie es an Cambios erst zweitem Standort in Niedersachsen läuft, gibt sie: „Bis zur Wirtschaftlichkeit ist bisher noch die Hälfte Luft nach oben.“ Das Unternehmen existiert seit 19 Jahren, hat in Bremen mehr als 15 000 Kunden, aus der Stadt Achim sind es laut Jutta Kirsch nun 70. Von denen sind seit dem Startschuss des Angebots am Baumplatz 44 dazugekommen, darunter 17 Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die in erster Linie das E-Auto nutzten.

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„Für den Start sind wir erstmal zufrieden“, betont die Prokuristin. Nicht zu vergessen: In den ersten beiden Jahren fördert die Stadt Achim das Projekt finanziell. Noch ungeklärt ist derweil, ob im Bereich des Rathauses eine Ladestation für E-Bike-Akkus installiert wird, nachdem die Politik dies vor gut einem Jahr befürwortet hatte.

„Wir wissen noch nicht, ob es sinnvoll ist. Wir möchten dort ja abschließbare Fahrradboxen aufstellen, da könnte eine Station passen“, sagt Verkehrsplaner Stefan Schuster für die Verwaltung. Er schränkt aber ein: „Anderswo werden diese Stationen kaum genutzt, weil die Akkus eine sehr hohe Reichweite haben.“


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Leserkommentare
tommi24 am 18.10.2019 17:28
@Da würde der wutbürgernde Autofahrer aber sofort durchdrehen.

Ja, ganz bestimmt!
tommi24 am 18.10.2019 17:27
@Also muss hier mal "suziwolf" unterstützen.

Ich auch, diese vermaledeiten Blechkistenfahrer müssen aus der Stadt, es lebe das Fahrrad. ...