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Ministerpräsident in Oyten
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Schützenhilfe aus Hannover

Gisela Enders 03.03.2019 0 Kommentare

Landesvater Stephan Weil war am Sonnabend aus Hannover angereist, um dem Oytener SPD-Bürgermeisterkandidaten Heiko Oetjen (rechts) den Rücken zu stärken.
Landesvater Stephan Weil war am Sonnabend aus Hannover angereist, um dem Oytener SPD-Bürgermeisterkandidaten Heiko Oetjen (rechts) den Rücken zu stärken. (Björn Hake)

Ein voller Saal, ein entspannter Ministerpräsident und ein Kandidat in Lauerstellung. Das waren die Zutaten für eine Veranstaltung, zu der die SPD Oyten ins Schützenhaus geladen hatte. Zur besten Einkaufszeit am Sonnabend bedachten etwa Hundert Bürger ihren Landesvater mit Applaus, informierten sich pauschal oder brachten Kritik an zu Themen, die sie schon lange beschäftigen. Als dominierend erwiesen sich dabei Erdgasförderung, Altersarmut und Diesel-Problematik.

Er hoffe am 26. Mai auf ein fulminantes Wahlergebnis für Heiko Oetjen, läutete Weil die Gesprächsrunde ein, zu der sich ein überwiegend älteres Publikum versammelt hatte. Auf roten Bierdeckeln hatten die Bürger notiert, was ihnen diskussionswürdig erschien, wandten sich jedoch auch in direkter Fragestellung an den Ministerpräsidenten, der geduldig und offen Stellung nahm. Mit von der Partie: Dörte Liebetruth und Landrat Peter Bohlmann. Frank Wessel, Mitglied der CDU in Oyten, stieg als Erster ein und forderte einen medizinischen Nachweis darüber, dass die Gasförderung der Deutschen Erdoel AG (DEA) in der Region nicht gesundheitsschädigend sei. Als Hintergrund dienten dem 53-Jährigen Informationen aus dem Landkreis Rotenburg. Hier sei es zu einer Häufung von Krebsfällen gekommen, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Gewinnung stehen könnten. „Es ist eine Menge in Bewegung“, griff Weil das Thema auf und zeigte Verständnis für die Sorge der Menschen um ihr leibliches Wohl und die Unversehrtheit ihrer Heimat. Das Thema werde zurzeit rauf und runter diskutiert, und „mit Olaf Lies haben wir einen  Umweltminister, der mehr von der Sache versteht als ich“. Noch in diesem Halbjahr würden Risiken und wirtschaftlicher Nutzen gegeneinander abgewogen, die Bevölkerung umfassend informiert.

Angst vor Fahrverboten

Auch problematisch: Die Angst der Dieselfahrer vor Verboten. Seit 2015 plage man sich mit dem Thema rum, beschrieb Weil die unbefriedigende Situation und räumte neben den Fehlern der Autoindustrie auch Versäumnisse in der Politik ein. „Leider wurde hier nicht zusammengedacht“, bedauerte er; die Luft werde jedoch nicht schlechter, sondern besser, „und in unserem Bundesland wird es nicht zu Fahrverboten kommen“. Mit der Personenbeförderung hatte auch die Frage des Schülers Jannik Wölkie zu tun, der für Oberstufen-Schüler kostenlose  Fahrten zu ihren jeweiligen Lehrinstituten forderte. Er wolle sich dafür einsetzen, versprach Weil, verwies jedoch auf weitere Bedarfsgruppen, die die gute Haushaltslage als Basis für weitreichende Hilfen sehen würden.

Ein weiteres Thema: Arbeit und Umwelt. Hier sehe die SPD Chancen und Risiken nah beieinander, erklärte der Regierungschef und verwies als Beispiel auf die VW-Standorte in Hannover und Emden. Durch die Produktion von Elektrofahrzeugen werde man dort innerhalb der nächsten zehn Jahre etwa 7000 Mitarbeiter freisetzen müssen, „ein großes Problem, auf das reagiert werden muss. Darüber hinaus mache die Herstellung dieser Wagen nur dann Sinn, „wenn die erforderliche Energie aus erneuerbaren Quellen stammt“. Das sei für ihn von besonderer Bedeutung, beteuerte Weil, der Niedersachsen gerne als Klimaschutzland Nummer 1 sehen würde.

Der Energietransport von Nord nach Süd, die Altersarmut von Frauen, die Anhebung des Mindestlohnes, die Besserstellung älterer Arbeitnehmer, das Ehrenamt, die Tücken der Datenschutz-Grundverordnung und eine Reihe weiterer Themen beschäftigten die Zuhörer an diesem Vormittag. „Man verliert Vertrauen viel schneller als man es aufbauen kann“, resümierte der Landesvater.


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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...