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Schützen vs. Verwaltung
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Sehr weit auseinander

Marius Merle 18.06.2019 0 Kommentare

Die Tennishalle (links) soll weg, der daneben beheimatete Schützenverein hätte gerne eine kleinere Halle an ihr Domizil angeschlossen.
Die Tennishalle (links) soll weg, der daneben beheimatete Schützenverein hätte gerne eine kleinere Halle an ihr Domizil angeschlossen. (Kako)

Welche Entschädigung erhält der Schützenverein Sagehorn dafür, das im Grundbuch verankerte Nutzungsrecht an der Tennishalle abzutreten? Seit rund vier Jahren dauern die Gespräche zwischen dem Verein und der Oytener Gemeindeverwaltung zu dieser Frage inzwischen an – und ein Ende ist aktuell nicht in Sicht. Doch klar ist auch, dass irgendwann in den kommenden Monaten eine Entscheidung fallen muss. Denn schließlich will die Gemeinde, wie berichtet, die Tennishalle abreißen, um dort eine der Parkanlagen für den neuen Bahnhaltepunkt in Sagehorn zu errichten. 

2015 hatte die Gemeinde das Grundstück der Tennishalle gekauft, welches der Schützenverein einst für den Bau der Halle an Hermann Sillinger abgetreten hatte und dafür das dauerhafte Nutzungsrecht für zwölf Veranstaltungstage im Jahr erhielt. Ein kleiner Teil der Fläche, auf der die Halle steht, gehört sogar noch immer dem Schützenverein. Doch was bietet die Gemeinde dem Verein aktuell und was fordert dieser? Nach Angaben der Schützen liegt das letzte Angebot aus dem Rathaus vom Oktober 2018 bei 42 000 Euro. Der Verein aber fordert als Ausgleich den Neubau einer deutlich kleineren Halle (etwa 350 Quadratmeter) auf dem Grundstück der Tennishalle (rund 3000 Quadratmeter) als direkten Anbau an das Schützenhaus. August Benstein, stellvertretender Vereinsvorsitzender, schätzt die Kosten dafür auf 350 000 bis 400 000 Euro. Alternativ würde der Verein auch das Geld nehmen, um selbst zu bauen.

Verein wird immer wieder vertröstet

Die Zahlen in dieser Form bestätigen möchte Axel Junge von der Gemeindeverwaltung nicht, räumt aber ein: „Die Vorstellungen liegen weit auseinander.“ Ansonsten lässt er zu dem Thema jedoch ausrichten, dass die Verwaltung die Verhandlungen nicht öffentlich ausführen möchte. Beim Schützenverein habe man diesen Schritt auch lange gemieden, sieht aber nun die Notwendigkeit gekommen. „Denn die Verhandlungen ziehen sich wie Kaugummi, von der Gemeinde kommt nichts“, beklagt Vorsitzende Beate Böse. Immer wieder werde der Verein vertröstet und eine baldige Gesprächswiederaufnahme angekündigt.

Zuletzt erst Anfang Mai kurz vor der öffentlichen Präsentation zur Umfeldgestaltung des neuen Bahnhaltepunktes. Die Verwaltung bat damals den Verein darum, bei der Veranstaltung die ungelöste Entschädigungsfrage nicht anzusprechen, versprach im Gegenzug aber, die Verhandlungen in den nächsten Wochen zum Abschluss bringen zu wollen. Eine Kontaktaufnahme gab es seitdem jedoch nicht. Junge erklärt dazu auf Nachfrage, dass das Thema hinter verschlossenen Türen politisch in der kommenden Woche das nächste Mal diskutiert werden soll.

Der Schützenverein möchte derweil betont haben, dass es sich bei dem geforderten neuen Bau nicht um eine Schützenhalle handeln solle, sondern viel mehr um ein Bürgerzentrum als Begegnungsstätte für alle Sagehorner. Schließlich fehle so etwas in der rund 1800 Einwohner starken Ortschaft, in der über die Jahre mit Ausnahme des Schützendomizils fast alle früheren Treffpunkte verloren gegangen sind. „Wir wollen für die Halle dann nur ein Nutzungsrecht, wie bisher auch“, sagt Benstein. Doch das sei Grundvoraussetzung dafür, auf das bisherige Nutzungsrecht zu verzichten. Dem wird die Gemeinde aber wohl kaum nachkommen. 

Eine ziemlich eingefahrene Situation also. Junge verweist darauf, dass es sich letztlich um eine rein politische Entscheidung handeln wird, was dem Verein zugestanden wird. Bisher betonen die Parteien alle noch, auf eine einvernehmliche Lösung aus zu sein. Aber was passiert, wenn die Fronten verhärtet bleiben? „Mit diesem Szenario haben wir uns noch nicht beschäftigt“, sagt Junge. Beim Schützenverein gibt man sich diesbezüglich entspannt. Befürchtungen, dass die Gemeinde ihre Pläne einfach durchzieht, gebe es laut Benstein nicht. „Wir haben das Recht auf unserer Seite“, sieht er die Gemeinde in der Bringschuld.


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Leserkommentare
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
onkelhenry am 19.10.2019 17:00
Hallo @Suzi ....

Was Sie da immer so verstehen ;-)

Das erklärt auch, warum Sie so oft falsch liegen!

Ja zu ...