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Feuerwehr Langwedel
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Seit 125 Jahren allzeit bereit

Jürgen Juschkat 03.02.2019 0 Kommentare

Prägende Köpfe der jüngeren Feuerwehrgeschichte Langwedels: Udo Felke (links), Ralf Holtkamp, Jürgen Luttmann und Ingo Lossau.
Prägende Köpfe der jüngeren Feuerwehrgeschichte Langwedels: Udo Felke (links), Ralf Holtkamp, Jürgen Luttmann und Ingo Lossau. (Hake)

Retten, löschen, bergen, schützen – das alles sind Grundprinzipien der Feuerwehren. Auch in Langwedel, wo am Sonnabend aus Anlass des exakt 125-jährigen Bestehens der Ortsfeuerwehr ein Kommersabend stattfand. Rund 150 Gäste verfolgten auf dem großen Saal von Klenkes Gasthaus den Rückblick besonders auf die jüngsten 25 Jahre – aufgelockert durch musikalische Einlagen und Sketche – und lauschten den zahlreichen Grußworten.

Die Idee zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Langwedel ist auf Initiative des ortsansässigen Schützenvereins von 1878 zurückzuführen und wurde am 2. Februar 1894 vollzogen. Rudolf Knoche, damals Schützenhauptmann, wurde erster Brandmeister. Bereits ein Jahr später wurde für 1600 Mark eine erste Spritze mit Saug- und Druckwerk angeschafft. Die Wehr stieß fortan auf viel Anerkennung, wie es Moderator Gerhard Behling beim Erzählen von Anekdoten berichtete: „Mehrfach stellten andere örtliche Vereine, wie zum Beispiel der Männerturnverein, der Männergesangverein und der Schützenverein, den Überschuss von Veranstaltungen der Feuerwehr zur Beschaffung von Ausrüstung zur Verfügung.“ Mut und Besonnenheit zählten zu den Pflichten der Feuerwehrmänner, ein Pferdegespann gehörte zur Ausrüstung.  

Mit Privatautos zum Einsatz

Beim aktuellen Kommers erinnerten zunächst die beiden Vorgänger des aktuellen Ortsbrandmeisters Ralf Holtkamp an ihre Amtszeit. Auf 46 Aktive konnte Jürgen Luttmann, der von 1987 bis 1999 die Langwedeler Feuerwehr – die längst zur Stützpunkt-Wehr ernannt wurde – führte, zurückgreifen. Er berichtete, wie die Mitglieder noch mit Privatautos zum Einsatzort fahren mussten. Die Anschaffung eines  Mannschaftstransportwagens beendete diesen Notstand. Während Luttmanns Amtszeit gründeten die Langwedeler 1991 eine Jugendfeuerwehr, die schon bald 29 Mitglieder zählte. Zum 100-jährigen Jubiläum 1994 wurden sogar Gäste aus Holland begrüßt, und zur Erinnerung drehten die Feuerwehrleute ein Video. „Unfälle mit Schwerverletzten waren schwer zu verkraften“, erinnerte sich Luttmann.

Ingo Lossau, der mittlerweile Gemeindebrandmeister ist, folgte auf Luttmann und durfte froh über ein neues Tanklöschfahrzeug und ein saniertes Gebäude sein. Als die Langwedeler im Jahre 2002 ein weiteres Löschfahrzeug erhielten, da war die Stützpunktwehr „ganz weit vorn und gut aufgestellt“. Ein Großfeuer in Hagen-Grinden und ein schwerer Lkw-Unfall auf der Hauptstraße des Ortes zählten in seiner Amtszeit zu den größten Einsätzen.

Die „aktuelle Neuzeit“ brachte Holtkamp den Gästen näher. Er erzählte von einer Großübung zusammen mit der Bundesbahn am Langwedeler Bahnhof und bezeichnete diese als „einmalig in Norddeutschland“. Bei einem Schiffsunfall drohte ein Frachtschiff zu sinken und erforderte ebenfalls einen Einsatz. Der Digitalfunk wurde nicht nur bei der Langwedeler Feuerwehr eingeführt. Gegründet wurde neben einem Förderverein auch eine Kinderfeuerwehr zusammen mit Daverden. „Das war ein wichtiger Schritt in Sachen Nachwuchs“, sagte Holtkamp.

Von den Ehrengästen sprach Landrat Peter Bohlmann von einer „eindrucksvollen Geschichte“ und lobte: „Die Kinderfeuerwehr zeigt, dass die einzelnen Wehren arbeitsmäßig sehr eng zusammenarbeiten.“ Die Feuerwehr habe Perspektive und Tradition immer verbunden. Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt, der als ehemaliger Bürgermeister einen besonderen Bezug zur Langwedeler Feuerwehr hat, erklärte: „Im Bundestag wissen wir, was wir in unserem Land an den Feuerwehren haben. Man kann sich auf euch immer verlassen.“ Dörte Liebetruth, Mitglied des Landtages, machte deutlich, wie unglaublich viele Stunden in 125 Jahre geleistet wurden. Mit einem kurzen „Hut ab“ zollte sie den Brandschützern ihren Respekt. Auch in den weiteren Grußworten war allen daran gelegen, zu betonen, den ehrenamtlichen Einsatz der Brandschützer in der nun 125-jährigen Langwedeler Feuerwehrgeschichte herauszustellen.


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Leserkommentare
rondon am 21.10.2019 17:14
Vllt ist auch die Kluft zwischen einem erfolgreichen Abiabschluß und einem erfolgreichen Studienabschluß zu groß
rondon am 21.10.2019 17:06
und da liegt der Vorteil, wenn er den Partei-Vorsitz hat, kann (sollte) er nicht mehr im TV auftreten.
Fr. Merkel spielt ja auch nicht im ...