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Lanz-Bulldog-Club Oyten
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Traditionelles Trecker-Treffen

Jörg Hübner 10.06.2019 0 Kommentare

Große Maschinen dominierten beim Pfingsttreffen des Lanz-Bulldog-Clubs das Bild am Backsberg.
Große Maschinen dominierten beim Pfingsttreffen des Lanz-Bulldog-Clubs das Bild am Backsberg. (Björn Hake)

Wenn Männer mit großen Kinderaugen begeistert zusammenstehen und fachsimpeln, dann geht es meist um Fahrzeuge, leistungsstarke Motoren oder historische Landmaschinen. Trecker der Marke Lanz-Bulldog waren zwar die Hauptattraktion, aber auch Modelle anderer Hersteller waren am Pfingstwochenende auf dem Backsberg zu sehen und in Aktion zu erleben.

Denn auch in diesem Jahr hatte der Lanz-Bulldog-Club Oyten-Backsberg e.V.  seine traditionelle Oldtimer-Veranstaltung ausgerichtet und damit bereits zum 22. Mal eine bunte Schau mit alten Treckern, Bulldogs, Motorrädern und Nutzfahrzeugen auf der rund 65 000 Quadratmeter großen Freifläche geboten. Schrauber und Sammler hatten zudem auf einem Teile- und Flohmarkt die Gelegenheit zum Stöbern. Hier gab es so manches Schätzchen zu ergattern. Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt und die zahlreichen Besucher wurden an vielen Ständen mit Speisen und Getränken versorgt.

Gründervater des im Jahr 1975 gegründeten Clubs ist Johann Esselmann. Er stellte dem Publikum beim Pfingsttreffen gleich zwei ganz besondere Motoren vor. Zuerst beschrieb er die Funktionsweise eines 101-jährigen Stand-Motors aus der Produktion von Heinrich Lanz aus Mannheim, der in einer Bremer Maschinenfabrik die bis dato eingesetzte Dampfmaschine ablöste. Anschließend gab es einen mit Pressluft betriebenen großen Deutz Motor aus dem Jahr 1940 zu bestaunen. Er diente seinerzeit zum Antrieb von Schiffen, U-Booten und Dieselloks. Den Beweis der Funktionsfähigkeit trat Esselmann auch sogleich an, als er den gewaltigen Motor starten ließ und das typisch dumpfe Laufgeräusch erklang.

Auch Dieter Puvogel aus Bremen ließ es sich nicht nehmen, beim Treffen der Trecker-Freunde seine private Sammlung von Treckern der Marke John Deere und Holder zu präsentieren. „Jedes Fahrzeug wurde von mir liebevoll restauriert und in den Originalzustand versetzt“, erzählte der leidenschaftliche Sammler und ergänzte schmunzelnd. „Ich feiere sogar jeden runden Geburtstag meiner Schmuckstücke“.

Die Begeisterung galt an diesem Wochenende aber nicht nur den Nutzfahrzeugen. Wolfgang Zell beispielsweise war aus Albringhausen angereist und hatte mehrere Kaltblutpferde mitgebracht. Mit ihnen demonstrierte er auf einem eigens angelegten Areal die althergebrachte Bodenbearbeitung mit Nutztieren. „Mit meinen Pferden fahre ich sogar in den Urlaub“, berichtete Zell. „Sie ziehen nämlich meinen als Wohnmobil umgebauten Kutschwagen."

Das Schmiedeteam des Vereins Oldtimerfreunde aus Westersode und Umgebung hatte eine fußbetriebene Esse, mehrere Hammer und einen Amboss dabei. An ihrem Stand durften die Zuschauer erleben, wie aus einem heißen Stück Eisen kunstvolle Objekte geformt wurden. „Unsere Schmiede besteht bereits seit 1937“, wusste Vereinsmitglied Torsten Junge zu berichten. Hier hätte man seitdem Reparaturen durchgeführt und Anhängerteile produziert. Der jetzige Besitzer Olaf Schütt stand selbst am Amboss und erklärte den Besuchern die Kunst des Schmiedens. Wer Glück hatte, konnte vor seinen Augen aus einem einzigen Eisenstab das Niedersachsenpferd entstehen sehen. Außerdem gab es kleine funktionale Stücke wie Blumenhaken zu ergattern.

Wer sich Zeit nahm und das gesamte Veranstaltungsgelände erkundete, konnte hunderte alte Landfahrzeuge in Augenschein nehmen, mit Ausstellern und Hobbyisten sprechen, viele neue Eindrücke sammeln oder einfach nur Spaß haben. Für die Kinder gab es zudem die Möglichkeit, sich auf einem Spielplatz auszutoben oder mit dem Kinderkarussell zu fahren. So war auch der kleine Pepe zufrieden. Er war mit Mutter Andrea und Vater Tobias aus Achim gekommen. „Wir waren das erste Mal hier und es hat uns sehr gut gefallen“, freuten sich die Eltern. Pepe hatte auch schon einen Wunsch für das nächste Oldtimer-Treffen 2021: mit einem echten Trecker fahren.


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Leserkommentare
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