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Unfallgefahr im Niemandsland

Elina Hoepken 13.02.2019 0 Kommentare

Manfred Schütte findet die Situation an der Thalhorsterstraße für Fußgänger äußerst gefährlich. Insbesondere Lkw könnten den Bereich gar nicht richtig einsehen.
Manfred Schütte findet die Situation an der Thalhorsterstraße für Fußgänger äußerst gefährlich. Insbesondere Lkw könnten den Bereich gar nicht richtig einsehen. (Michael Braunschädel)

Es ist das letzte Zipfelchen von Uphusen, in dem Manfred Schütte und seine Frau seit über vierzig Jahren wohnen. Früher war das Landschaftsbild dort geprägt von Wiesen und Feldern, heute rollt hier an der Straße Am Wall der Schwerlastverkehr in Richtung Industriegebiet vorbei. Nur wenige Meter von ihrem Haus entfernt ist die Landesgrenze, dahinter beginnt Mahndorf. Genauso wenige Schritte sind es auch bis zur großen Kreuzung von Uphuser Heerstraße und Thalenhorststraße. Und dort wird die Landesgrenze aus Sicht von Schütte immer mal wieder zum Problem. „In gewisser Weise liegt der Kreuzungsbereich im ,Niemandsland' zwischen Bremen und Niedersachsen“, sagt Schütte. „Daher kann man den Eindruck gewinnen, dass sich keiner so ganz zuständig fühlt.“

Und das, obwohl es an der großen Kreuzung nach Angaben von Schütte immer wieder zu kleineren und auch größeren Unfällen kommt. Erst Ende Januar hatte ein Autofahrer eine Frau angefahren, dabei schwer verletzt und war danach geflüchtet. Nur gut eineinhalb Wochen vorher übersah ein Autofahrer dort an der Ampel eine Fußgängerin und stieß mit ihr zusammen. Alles keine Seltenheit, wie Manfred Schütte aus seiner Erfahrung berichtet. „Zwei Mal im Jahr kommt es hier mindestens zu solchen Unfällen“, schätzt er. Die Beinahe-Unfälle gar nicht erst mitgerechnet.

Polizei sieht keinen Unfallschwerpunkt

Zuständig für das Gebiet ist die Bremer Polizei. Das Achimer Gebiet beginne nämlich erst mit der Uphuser Heerstraße, wie die Bremer Pressestelle nach kurzer Unsicherheit bestätigt. Von einem Unfallschwerpunkt wollen die Beamten allerdings nicht sprechen. „Wir hatten an dieser Stelle im vergangenen Jahr vier leichte Auffahrunfälle“, heißt es. In den vergangenen fünf Jahren habe es dort keinen Unfall mit Radfahrern oder Fußgängern gegeben. „Die beiden jüngsten Fälle sind absolute Ausreißer“, so die Mitarbeiterin. Sie würden derzeit auch noch nicht in der Statistik der Bremer Polizei auftauchen, da diese beiden Unfälle dann doch von den Achimer Kollegen aufgenommen wurden und erst übergeben werden müssten.

Dies sei in solchen Grenzgebieten nicht selten, wie auch die Pressesprecherin der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, Imke Burhop, bestätigt. „Die Betroffenen geben ihre Anzeige bei uns auf, weil die Dienststelle vielleicht näher liegt“, erklärt Burhop. Die dortigen Kollegen würden dann die Anzeige aufnehmen und sie entsprechend an die eigentlich zuständigen Bremer weiterleiten.

Manfred Schütte indes kann die Einschätzung der Polizei zur Gefahrenquelle an der Thalenhorststraße nicht teilen. Er selbst sei zwei Mal schon fast angefahren worden, habe sich aber immer noch mit einem Sprung auf den Gehweg retten können. „Grün für Fußgänger oder Radfahrer bedeutet hier nicht, dass man ohne sich in akute Gefahr zu begeben die Straße überqueren kann.“

Häufig Handy am Ohr

Wie zum Beweis braust an Schütte gerade ein Lkw mit erheblicher Geschwindigkeit von der Uphuser Heerstraße in die Thalenhorststraße und damit in Richtung Industriegebiet – obwohl die Fußgängerampel auf grün gesprungen ist. „Dass die Fahrer ein Handy am Ohr haben ist ja mittlerweile fast schon Standard“, fügt Schütte kopfschüttelnd hinzu. Viele der Fahrer würden nur den teils unübersichtlichen Straßenverkehr an der Kreuzung im Auge haben und dabei die grüne Fußgänger- und Radfahrerampel nicht beachten. Besonders schlimm sei es bei Dunkelheit. „Die Straßenlaterne ist immer aus und die Autos fahren beim Abbiegen damit in völlige Dunkelheit“, kritisiert Schütte.

Weil die Thalenhorststraße in einem spitzen Winkel auf die Uphuser Heerstraße trifft, werde das Abbiegen insbesondere für Lkw zudem auch am Tag erschwert. Viele müssten trotz Rechtsabbiegespur mit auf die linke Spur ausweichen, die eigentlich geradeaus in Richtung Mahndorf führt, um überhaupt die Kurve nehmen zu können. Dass das auch schon das ein oder andere Mal schief gegangen ist, davon zeugen auch die umgeknickten Begrenzungspoller am Straßenrand. „Die werden mindestens einmal im Jahr von Bremen aus ausgetauscht, aber zwei Wochen später ist meist ohnehin wieder jemand vorgefahren“, sagt Manfred Schütte. Auch wenn ihn so etwas ärgert, sieht der Uphuser das mittlerweile fast schon gelassen. „Das ist nicht so schlimm, immerhin sind es keine Personenschäden“, sagt er.  Was ihn jedoch auf die Palme bringt, ist die Gefahr für Fußgänger und Radfahrer. „Es stellt sich doch wie so häufig die Frage, ob erst etwas Schlimmes passieren muss, bis man hier aktiv wird?“


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Leserkommentare
alanya_fuchs am 23.10.2019 07:35
Raten Sie mal, wieviele Geschäftspartner, Ein- und Verkäufer sich beim 6-Tagerennen treffen.
suziwolf am 23.10.2019 07:11
„Heiopei“ 😃und
„Zwangsmassnahmen“ ... 😒

Hallo, @rakase, Sie haben eine gute und widersprüchliche Zusammenfassung geliefert ...