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Ex-Lieken-Fläche in Achim
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Vielfalt statt industrieller Einöde

Kai Purschke 06.02.2019 0 Kommentare

Der Blick aus einem Gebäude der ehemaligen Brotfabrik auf weitere Firmenbauten: Für die Entwicklung der Industriefläche in ein urbanes Gebiet werden alle Fabrikhäuser weichen und Platz für das neue Quartier und seine Mischnutzung aus Wohnen,
Der Blick aus einem Gebäude der ehemaligen Brotfabrik auf weitere Firmenbauten: Für die Entwicklung der Industriefläche in ein urbanes Gebiet werden alle Fabrikhäuser weichen und Platz für das neue Quartier und seine Mischnutzung aus Wohnen, Gewerbe, Einzelhandel, Kindergarten, Busbahnhof und Parkhaus machen. (Björn Hake)

Die Rahmenplanung für das Sanierungsgebiet "Nördliche Innenstadt", zu dem auch die Fläche der ehemaligen Brotfabrik Lieken gehört, ist bereits anderthalb Jahre alt. In der Zwischenzeit wurden die Planungen verfeinert und an einigen Stellen konkretisiert, wie rund 30 interessierte Bürger jetzt auf einer Infoveranstaltung der Achimer Stadtverwaltung erfahren haben. Wie berichtet, sollen allein an Sanierungsmitteln neun Millionen Euro ins Gebiet fließen, von denen die Stadt drei Millionen Euro über mehrere Jahre selbst zahlen muss. Was die Gestaltung des neuen urbanen Quartiers angeht, da arbeitet die Stadt Hand in Hand mit Investor W&S, dem die Ex-Liekenflächen gehören.

"Mit 14 000 Quadratmetern hat die Stadt fast die Hälfte des Areals zum Verkehrswert erworben", klärte Stadtplanerin Angelika Steinbach die Zuhörer auf. Denn die Stadt will unter anderem Straßen, ein Parkhaus (die sogenannte Mobilitätsstation) sowie einen Kindergarten bauen und die Stadtwerke Achim möchten sich bekanntlich auch auf weitere Flächen ausdehnen. Über den städtebaulichen Vertrag mit W&S ist geregelt, dass 150 bis 170 Wohnungen auf der Liekenfläche entstehen, von denen 20 Prozent geförderte Mietwohnungen sein werden. Die Wohngebäude, die über Staffelgeschosse verfügen und vom Norden her in Richtung Bahnhof höher werden, sollen begrünte Dächer bekommen und ans Fernwärmenetz der Stadtwerke angeschlossen werden.

Auffälligstes weil größtes Gebäude wird der Riegelbau, der zwischen Bahnstrecke und Aldi-Parkplatz entlang der Gleise entsteht. Damit der Baukörper nicht zu massiv wirkt, sollen Vorsprünge dafür sorgen, dass das Gebäude optisch wie mehrere wirkt. Im Untergeschoss entsteht eine Tiefgarage mit rund 100 öffentlichen Parkplätzen. Weitere 250 bis 300 Stellplätze sollen im Parkhaus zur Verfügung stehen, das sowohl privat als auch als Park-and-Ride-Angebot genutzt werden soll. Davon werden allein 200 bis 230 Parkplätze für die Wohnungen benötigt. "Es entstehen insgesamt über 400 Parkplätze", rechnete Peter Skrabs von Investor W&S vor, 150 davon sollen am Ende für die Öffentlichkeit bestimmt sein.

Wie er auf Nachfrage eines Bürgers ausführte, möchte W&S im Frühjahr 2020 anfangen zu bauen. Dieses Datum ist jedoch nur zu halten, wenn fortan alle bürokratischen Hürden ohne Umschweife genommen werden können und nichts Unvorhergesehenes geschieht. Da alle Bauten parallel erfolgen sollen, rechnet Skrabs mit einer Bauzeit von zwei bis zweieinhalb Jahren. "Das ist ein komplexes Bauvorhaben, das wir aber zügig umsetzen wollen", betonte Skrabs. Stadtplanerin Angelika Steinbach merkte auf und sagte: "Das ist mal eine Ansage." Der Asphaltbelag auf den zu errichtenden Kreisverkehr und der neuen Straße, die dann ins Quartier führt, sei dann der letzte bauliche Schritt.

Gleichwohl, das warf Monika Nadrowska – die Teamleiterin der städtischen Stadtplanung – ein, müsse der Straßenbau „zeitlich eingetaktet“ werden. Denn bekanntlich sollen in Achim mit der Ueser Kreuzung, dem Straßenausbau für Amazon und Achim-West weitere Projekte realisiert werden, die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss haben. Wenn das Quartier ans Straßennetz angeschlossen ist, soll der neue barrierefreie Busbahnhof (ZOB) auf der Nordseite der Bahngleise entstehen.  

Der Entwurf des Bebauungsplans Nr. 66 "Lieken-Quartier" mit örtlichen Bauvorschriften, Begründung sowie vorläufigem Umweltbericht und der Planentwurf der 29. Änderung des Flächennutzungsplanes liegen bis zum 21. Februar im Rathaus zur Einsicht aus. Bürger und Behörden können sich dazu äußern. Diese Anregungen sollen in die Pläne eingearbeitet werden, sodass sie Mitte Mai der Politik vorgestellt werden können. Gibt diese grünes Licht, werden die Unterlagen ein weiteres Mal zur Beteiligung der Öffentlichkeit ausgelegt. So kann der Stadtrat frühestens im September einen Beschluss fassen und dann würde eine Baugenehmigung des Landkreises Verden wohl Ende dieses Jahres vorliegen. Danach könnte Investor W&S die Bauanträge einreichen.

Alle Unterlagen sind auch unter www.achim.de (Rubrik Wohnen/Bauen) unter dem Link „Bauleitplanung“ einsehbar.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...