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Arbeitsgemeinschaft in Hellwege
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„Wir brauchen Naturvielfalt“

Nico Brunetti 11.06.2019 0 Kommentare

Ihnen liegt die Natur am Herzen: Uwe Brauer, Simone Facktor, Rainer Hastmann, Wolfgang Harling und Jonas Diercks (von links).
Ihnen liegt die Natur am Herzen: Uwe Brauer, Simone Facktor, Rainer Hastmann, Wolfgang Harling und Jonas Diercks (von links). (Björn Hake)

Etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht, vermeldeten mehrere Medien zu Beginn des Monats Mai. Die Prognose verbreitete sich wie ein Lauffeuer und kam auch in Hellwege an. Für Wolfgang Harling, Bürgermeister der Gemeinde, ist diese Nachricht heute noch mit einer Hiobsbotschaft gleichzusetzen. „Da muss einem schlecht werden. Es ist fünf vor zwölf“, bekundete er. Gleichzeitig bestärkte es ihn, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Denn schon im September des vergangenen Jahres beschlossen die Politiker, sich für den Naturschutz einzusetzen.

Mit der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft (AG) wurde diesem Thema deutlich Nachdruck verliehen. „Das ist gut angelegtes Geld. Wir müssen global denken und lokal anpacken“, meinte Harling. Ein erstes Interesse ist auch schon vorhanden. Bislang sind es zwölf Menschen zwischen 21 und 70 Jahren, die sich hieran beteiligen. Konkrete Maßnahmen hätten sich allerdings noch in Grenzen gehalten. Im Herbst, avisierten die AG-Teilnehmer jedoch, solle es richtig losgehen.

Die ersten Monate nutzten die Mitglieder, um genaue Konzepte zu erstellen. Für das erste große Projekt hat sich die AG den Friedhof in Hellwege ausgesucht. Auf der 12 000 Quadratmeter großen Fläche sollen vor allem Biotope errichtet werden, unter anderem ist der Bau von Insektenhotels geplant. Im Blickpunkt steht dabei die Förderung von Wildbienen, Wespen, Schmetterlingen und Vögeln. Dem Naturschutz, berichtete Teilnehmer Uwe Brauer, sei dabei alles untergeordnet. Bei einem Pressetermin sagte Brauer aber auch, dass die AG am Friedhof einen Erlebnisraum schaffen möchte. Dies begründete er mit der Nähe zum Wohngebiet. Mit Informationstafeln sollen Interessierte zudem über den Naturschutz aufgeklärt werden. Zu den weiteren Aktionen innerhalb Hellweges gehört auch eine Pflanzung am Regenrückhaltebecken. Vorgesehen sind daneben Anpflanzungen an Straßen und an Wegen.

Natürlich befinde sich die Gruppe aber im ständigen Austausch. Dabei werde auch diskutiert. „Bei uns gibt es Leute mit unterschiedlicher Meinung, aber den gleichen Interessen“, meinte Gruppenmitglied Jonas Diercks. Den Kampf für die Natur tragen die Teilnehmer auch nicht nur im Rahmen der AG aus. „Viele machen auch privat etwas. Das haben wir jetzt in die Gemeinde reingetragen“, sagte Harling, jetziges SPD-Mitglied und früheres Grünen-Mitglied. Übergeordnetes Ziel sei der Erhalt von gefährdeten Vogelarten, Wildbienen und sonstigen Insekten.

Mit ihrer Einstellung möchten die Menschen dieser AG nun auch weitere Bürger aus Hellwege anstecken. „Wir wollen in die Köpfe der Menschen rein“, betonte Diercks. Letztlich sollen es auch Taten sein, die Motivation bringen. „Wir wollen tatsächlich etwas machen und die Menschen nicht mit Plänen überfordern“, skizzierte Hellweges Bürgermeister. Rainer Hastmann, ein weiterer Teilnehmer der AG, bekräftigte das. „Anfangen“ sei aus seiner Sicht essenziell.

Startsignal setzen

Von Bedeutung für die Gruppe ist das Miteinander. „Was wir machen, soll für alle sein“, berichtete AG-Teilnehmerin Simone Facktor. Gerne gesehen wäre außerdem auch eine Mithilfe der Bauern. „Wir wollen mit den Landwirten und nicht gegen sie arbeiten. Das ist ganz wichtig“, stellte Brauer klar. Auch auf andere Kompetenz würde die AG gerne zurückgreifen. Hierfür möchte die Gruppierung den Kontakt zu den großen Naturschutzverbänden Nabu und BUND intensivieren. Die Kosten sollen durch Gemeindemittel und Spenden der Bürger in Hellwege gedeckt werden. Außerdem hofft die AG noch auf eine Förderung der Europäischen Union, bei denen für solche Zwecke das Programm „Erhalt und Entwicklung von Lebensräumen und Arten“ bis 2020 läuft. Momentan, sagte Brauer, sehe es aber eher schlecht mit einer Bezuschussung aus diesem Fonds aus.

Als nächsten großen Schritt plant Harling einen Infoabend zu Plänen und Zielen. Das ist mit dem Informationsgedanken verbunden, aber natürlich hofft der Bürgermeister dann auch auf eine wachsende Beteiligung. „Jeder der mitmachen will, kann sich bei mir melden“, verdeutlichte er. Grundsätzlich möchten der Bürgermeister sowie seine Mitstreiter mit der Gründung der neuen Arbeitsgemeinschaft ein Zeichen setzen. „Wir brauchen Naturvielfalt. Deshalb würden wir es in Hellwege gerne beispielhaft machen, um auch anderen Orten zu signalisieren: Wir können was machen. Das soll ein Startsignal sein“, sagte Harling.


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Leserkommentare
Wesersteel am 19.10.2019 12:05
Da hat man sich genau den Richtigen zum Gespräch rausgesucht,denn der Hering ist ein Arbeitgeber-Betriebsrat !
Bremen99 am 19.10.2019 12:01
Na das passt ja hervorragend: 70 Jahre SPD-Regierung in Bremerhaven steht dann für "Ruinen schaffen ohne Waffen".

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