NABU säubert Nistkästen am Oyter See / Müllsammelaktion am 25. Februar Adlerhorst ist noch verwaist

Kleiber, Kohlmeise, Amsel, Drossel, Specht und Haubentaucher - dank Moor, Wald und großer Wasserfläche findet man am Oyter See nahezu alle heimischen Vogelarten. Damit das so bleibt, betreut die NABU-Gruppe Oyten rund um den See über 60 Nistkästen. Einmal im Jahr, stets im Februar, treffen sich die Mitglieder um nach dem Rechten zu sehen.
15.02.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Butt

Kleiber, Kohlmeise, Amsel, Drossel, Specht und Haubentaucher - dank Moor, Wald und großer Wasserfläche findet man am Oyter See nahezu alle heimischen Vogelarten. Damit das so bleibt, betreut die NABU-Gruppe Oyten rund um den See über 60 Nistkästen. Einmal im Jahr, stets im Februar, treffen sich die Mitglieder um nach dem Rechten zu sehen.

Oyten. Einen ganzen Vormittag benötigte die mehrköpfige Gruppe für den Kontrollgang rund um den See. "Damit die Vögel im Frühjahr mit dem Nestbau beginnen können, müssen wir jeden Nistkasten öffnen und reinigen. Bei dieser Gelegenheit führen wir auch kleine Reparaturen aus. Manchmal kommt es auch vor, dass ein Nistkasten im Verlauf des Jahres zu Boden fällt. Dann müssen wir erneut einen Stamm für ihn finden und ihn wieder aufhängen", sagt Jörg Cordes, der Gruppenleiter des Oytener NABU-Ortsvereins.

Für große Probleme sorgten in der Vergangenheit Spechte. "Wenn ein Specht erstmal gelernt hat, wie er an die Jungen rankommt, dann beißt er die Nistkästen auf", erzählt Jörg Cordes. Aus diesem Grund haben er und seine Mitstreiter zahlreiche Einfluglöcher mit Eichenholz verstärkt.

Nisthilfen sind nach Cordes' Ansicht dringend erforderlich, da die Kulturlandschaft immer mehr ausgedünnt wird. "Praktisch fehlen die Altbäume. Nichts wird mehr sich selbst überlassen. Morsche Stämme werden gefällt und sofort entsorgt. Ohne Totholzbäume können Spechte keine Höhlen bauen. Und ohne diese Höhlen fehlen Quartiere für Höhlenbrüter", gibt der Fachmann einen Einblick in die natürlichen Abläufe.

Zwar gibt es am Oyter See einige Ecken, die der Natur überlassen sind, aber diese sind zu klein, findet Jörg Cordes. Anders als auf großen Truppenübungsplätzen verbuschen die kleinen Areale viel zu schnell. "Wenn erstmal ein kleiner Wald entstanden ist, dann fehlen viele Tierarten, die das Gebiet vorher schützenswert gemacht haben", sagt Cordes. Als Beispiel nennt der Experte Pionierarten wie Kreuzkröten, deren flache Gewässer bei Verbuschung schnell austrocknen.

Jörg Cordes beschreibt die Artenvielfalt an dem Baggersee als relativ gut. Das liegt auch mit daran, weil das angrenzende Moor noch intakt ist. Zahlreiche Vogelarten können dort jedes Jahr beobachtet werden. Sogar ein Fisch- oder Seeadler soll schon gesichtet worden sein. Daraufhin haben Ehrenamtliche am See einen Adlerhorst vorbereitet. "Der Bau ist schon einige Jahre her. Noch ist der Adlerhorst nicht angenommen worden, aber wir warten darauf", sagt Jörg Cordes.

Grundstücksbesitzern rät der Fachmann, an Baumstämmen Vogelkästen zu montieren. Einfache Nistkästen gibt es schon für wenige Euro im Handel oder sie lassen sich selbst herstellen. "Wer einen solchen Kasten montiert, sollte natürlich darauf achten, dass die Vögel ungestört sind. Ein Platz in der Nähe einer Haustür ist deshalb ebenso sinnlos wie eine Stelle, die Katzen problemlos erreichen können", sagt Jörg Cordes.

Aktuell wird der NABU-Mann häufig auf das Thema Winterfütterung angesprochen. "Durch die Kulturgärten finden die Vögel in den kalten Wintern nicht genug Nahrung. Regelmäßige Zufütterung ist sinnvoll, aber da streiten sich die Gelehrten. Ich bin aber dafür, weil durch die Hausgärten die Nahrungsgrundlage fehlt", sagt Jörg Cordes.

Vereine und Nachbarschaften sind für Sonnabend, 25. Februar, zu einer Müllsammelaktion eingeladen. Beginn ist um 9 Uhr am Bauhof in Oyten. Während einer kleinen Einweisung werden die zu säubernden Strecken abgesprochen. Der gefundene Müll wird anschließend auf Kosten der Gemeinde entsorgt. "Vergangenes Jahr haben sich knapp 50 Leute beteiligt, dieses Jahr dürfen es gerne einige mehr sein", wünscht sich Jörg Cordes.

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