Auf Medizinersuche: MORO-Projekt stellt in Bruchhausen-Vilsen erste Lösungsansätze vor Ärztlich willkommen in Niedersachsens Mitte

Landkreis Diepholz.Mit einem „Ärztlich Willkommen“ wollen die 16 Mitgliedsgemeinden im MORO-Programm (Modellvorhaben der Raumordnung) des Regionalmanagements Mitte Niedersachsen (REM) in Zukunft junge Ärzte in „Niedersachsens Mitte“ locken. Die ärztliche Grundversorgung ist ein Pfeiler im Programm der Regionalen Daseinsvorsorge, zwei weitere Ansätze sind die Mobilität und ein Leerstandsmanagement (wir berichteten).
13.05.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Karin Neukirchen-Stratmann

Mit einem „Ärztlich Willkommen“ wollen die 16 Mitgliedsgemeinden im MORO-Programm (Modellvorhaben der Raumordnung) des Regionalmanagements Mitte Niedersachsen (REM) in Zukunft junge Ärzte in „Niedersachsens Mitte“ locken. Die ärztliche Grundversorgung ist ein Pfeiler im Programm der Regionalen Daseinsvorsorge, zwei weitere Ansätze sind die Mobilität und ein Leerstandsmanagement (wir berichteten).

Im Rathaus der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen, der Geschäftsstelle des MORO-Prozesses, stellte gestern Gordon Gröfke von der Firma Marktrausch aus Kiel die ersten Lösungsansätze für das Problem der ärztlichen Versorgung auf dem Land dar. Entstanden ist in den vergangenen Monaten aus der Arbeit der Agentur zusammen mit einem Arbeitskreis unter Leitung von Friedrich-Wilhelm Koop, dem Samtgemeindebürgermeister von Heemsen und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen eine Kampagne, deren derzeitiger Projektstand gestern vorgestellt wurde. Anwesend dabei waren auch Detlev Meyer als Vorsitzender des REM sowie Horst H. Heinicke als Regionalmanager von der Projektbegleitenden Firma Grontmij.

Im Grunde gehe es um eine „Ärztegewinnungskampagne in der Mitte Niedersachsens“, sagte Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch und betonte, dass für dieses Projekt keine Fördermittel vorhanden seien, „sondern die beteiligten Kommunen bezahlen das hier selber“. Für den ersten Baustein der Kampagne lagen 20 000 Euro auf dem Tisch. Dieser erste Teil, so erklärte es Gröfke, sei in erster Linie die „Sensibilisierung“ für das Thema gewesen. Das Problem, Ärzte für das Land zu begeistern, ist kein Problem der Region, sondern in ganz Deutschland bekannt. „Das heißt aber auch, dass wir mit jeder anderen Region im Wettbewerb liegen“, erklärte Gröfke. „Die Frage ist, wie können wir diesen Wettbewerb gewinnen?“ Und dabei stelle sich die Frage: „Was bietet die Region?“ Denn anlässlich der modernen Work-Life-Balance spiele neben den harten Fakten zur Arbeit auch die Umgebung, das Leben, Angebote für die Familie eine zunehmend wichtige Rolle. Und da mittlerweile rund 60 Prozent der Medizinstudenten weiblich sind, müsse man auch in diese Richtung denken. „Familie und Beruf, das geht auf dem Land mitunter einfacher als in der Großstadt, wo zum Beispiel Krippenplätze knapp sind“, so Gröfke. Dafür müsse man Kooperationen in der Wirtschaft suchen, denn der Partner des Arztes oder der Ärztin sei oftmals auch Akademiker und müsse eine entsprechende Arbeitsstelle angeboten bekommen.

Alle 16 am Projekt MORO beteiligten Kommunen aus den drei Landkreisen Diepholz, Nienburg und Verden unter einen Hut zu bekommen, war der erste Schritt in die Kampagne. „Dazu haben wir auch die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen eingebunden.“ In sechs weiteren Schritten werde die Kampagne nun vorangetrieben. Dazu gehöre das Finden von Ortslotsen, „Menschen, die aus der Mitte der Region kommen und neuen Ärzten an die Seite gestellt werden“, eine Konkretisierung des Angebotes und die Ergänzung durch die Kassenärztliche Vereinigung, ein Kampagnendesign, ein Projektplan und das sogenannte Co-Marketing. Darunter versteht Gröfke die Einbindung von Wirtschaft und anderen Institutionen.

Zu Beginn der Kampagne steht auch die Suche nach einem Slogan. Als die Agentur aus Kiel, mit Dependance in Hamburg, zuerst auf die Region blickte, fiel der Begriff „Mitte Niedersachsen“ auf. „Das war uns zu geografisch, Niedersachsens Mitte klingt mehr nach Einklang“, so Gröfke. Und statt einem „Herzlichen Willkommen“ wäre ein „Ärztliches Willkommen“ in Deutschland einmalig. Einen entsprechenden Domainnamen für das Internet habe man sich schon sichern lassen. Wichtig ist in Gröfkes Augen auch der Kontakt zu den jetzigen Medizinstudenten. In Schleswig-Holstein und Hessen gehe man zusammen mit den Kassenärztlichen Vereinigungen dort schon mit gutem Erfolg in die Hochschulen, um junge Ärzte über die Arbeit auf dem Land aufzuklären und sie zu begeistern.

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