SPD besucht Getränkefachgroßhandel

Ahlers und Achim wie Werder und Bremen

Achim. Nicht leicht, dem Chef der 'Getränke Ahlers GmbH', Bernhard Henze, etwas zur Zukunft seines Unternehmens in Achim zu entlocken. Aber Hans-Jürgen Wächter ließ nicht locker. Mehrfach bohrte der SPD-Ratsherr nach.
10.08.2010, 16:50
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Ahlers und Achim wie Werder und Bremen
Von Ralf Michel
Ahlers und Achim wie Werder und Bremen

Die Besuchergruppe der SPD zeigte sich beeindruckt von der Größe der Hallen und Lager bei „Getränke Ahlers“.

Christian Butt

Achim. Nicht leicht, dem Chef der 'Getränke Ahlers GmbH', Bernhard Henze, etwas zur Zukunft seines Unternehmens in Achim zu entlocken. Aber Hans-Jürgen Wächter ließ nicht locker. Mehrfach bohrte der SPD-Ratsherr nach. Und bekam schließlich dann doch ein lupenreines Bekenntnis des Unternehmers zum Standort Achim: 'So wie mit Werder und Bremen ist das hier mit Ahlers und Achim.'

Hundertsten Geburtstag feiert Ahlers in diesem Jahr, Bernhard Henze wurde zu Achims 'Unternehmer des Jahres' gekürt, ein wichtiger Arbeitgeber ist der Betrieb, eines der größten Unternehmen in Achim ohnehin..., die Liste der Gründe für einen Besuch der SPD beim Getränkefachgroßhandel ist lang, betonte Hans-Jürgen Wächter bei der Begrüßung am Montagabend. Nicht zuletzt sei Ahlers ein wichtiger Steuerzahler, ließ Wächter auch diesen Aspekt nicht unerwähnt. 'Wenn Ihr Erfolg habt, profitiert auch die Stadt Achim davon - wir wissen, was wir an Euch haben.'

Ein verbaler Strauß Blumen, den Achims Ratsvorsitzender da überreichte. Wohl nicht zu unrecht, wie die Führung übers Firmengelände zeigte. Der Gang durch die gewaltigen Lagerhallen und später die Präsentation im Konferenzraum verdeutlichten die Entwicklung zum deutschlandweit fünftgrößten Getränkegroßhandel. Über 1400 Mitarbeiter zählt das Unternehmen, etwa die Hälfte davon allein in Achim. 228 'Hol? AB!'-Märkte gehören zum Ahlers-Imperium, was der Getränkemarktkette bundesweit den 2. Platz sichert. In Kürze wird Nr. 229 hinzukommen - in Posthausen bei Dodenhof, wie Henze am Montag nicht ohne Stolz verkündete.

110000 Getränkekisten verlassen in der Hauptsaison pro Tag das Firmengelände. Bis zu 150 Lkws werden dafür rund um die Uhr beladen, gefahren wird von sonntags, 22 Uhr, bis sonnabends um 13 Uhr. Wie dies alles reibungslos funktioniert erläuterte Frank Brockmann, zuständig für die äußere Logistik der Firma, der SPD-Riege beim Rundgang durch die verschiedenen Hallen und Lager an der Industriestraße. Dies begann beim 7000 qm großen Hauptkommissionslager und führte die Politiker über das Leergutbetriebsgelände durch die Halle mit dem Equipment für Feste und Veranstaltungen bis ins Spirituosenlager mit seinen 3500 unterschiedlichen Artikeln. 'Ganz schön beeindruckend', fand sicher nicht nur Rainer Aucamp.

Im Verwaltungsgebäude übernahm Geschäftsführer Walter Friedrich Gerlach den Staffelstab und erläuterte der Besuchergruppe die Firmenstruktur inklusive Marketingstrategie und Ausbildungskonzept. Unter anderem erfuhren die Sozialdemokraten, dass nicht etwa andere Getränkeverleger die Wettbewerber von Ahlers sind, sondern Discounter wie Aldi und Lidl. Dass es kaum eine andere Branche gibt, in der sich die Hersteller (Brauereien) so stark in den Einzel- und Großhandel eingekauft haben wie bei den Getränken. Und dass die größte Sorge des Unternehmens derzeit die in den letzten zwei, drei Jahren sprunghaft gestiegene Zahl der Überfälle und Einbrüche sind. Gerlach und Henze sprechen in diesem Zusammenhang von einer 'intensiven Welle' und 'großer Brutalität'.

Keine Probleme mit der Stadt Achim

Kein Problem gebe es dagegen im Verhältnis zur Stadt Achim, erklärte Henze. Auch nicht, nachdem aus dem angedachten Deal über ein zusammenhängendes Firmengelände im Gewerbegebiet Achim-Ost nichts wurde. 'Hätten wir gerne gemacht', bekannte Henze mit Blick auf den Platzbedarf seines Betriebes, der an der Industriestraße auf mehrere Grundstücken verteilt ist. Doch der Markt sei derart in Bewegung, da habe er sich den Schritt nach Achim Ost ohne die Vermarktung der jetzigen Firmenflächen nicht getraut.

Inzwischen hat die Stadt die Fläche im Gewerbegebiet an Rewe veräußert. Dem Bekenntnis von Bernhard Henze zum Standort Achim hat aber auch dies offenbar keinen Abbruch getan. Die Frage nach Abwanderungspläne verneinte der Firmenchef mit eingangs zitiertem Vergleich. Entwarnung also für Achim. Zumindest solange Werder der Stadt Bremen nicht den Rücken kehrt.

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