Luftkurort Bruchhausen-Vilsen

Alles in Ordnung

Das bioklimatische Gutachten ist eines von drei Zertifikaten, das man als Luftkurort benötigt. Bruchhausen-Vilsen hat diese Hürde jetzt übersprungen. 2021 wird eine Prüfung der Luftqualität fällig.
20.02.2019, 08:21
Lesedauer: 2 Min
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Alles in Ordnung
Von Micha Bustian
Alles in Ordnung

Alles bestens auf dem Gebiet von Bruchhausen-Vilsen. Christa Gluschak, in der Verwaltung zuständig für regionale Entwicklung, Förderprogramme und Öffentlichen Personennahverkehr, konnte auf einen angenehmen Termin zurückblicken.

Jonas Kako

Bruchhausen-Vilsen. Die Definition ist schon ein wenig vage. „Bioklimatische Gutachten liefern Informationen darüber, welche Bedeutung die klimatischen Bedingungen an einem Ort für Wohlbefinden und Gesundheit des Menschen besitzen.“ Bioklimatische Gutachten sind vor allem Voraussetzung, um den Titel „Luftkurort“ führen zu dürfen. Alle zehn Jahre muss ein bioklimatisches Gutachten dafür erstellt werden. Auch in Bruchhausen-Vilsen. Das Ergebnis: Es ist alles in Ordnung.

Elke Isokeit vom Deutschen Wetterdienst war dafür Mitte Januar in Bruchhausen-Vilsen erschienen. Sechs Stationen klapperte sie gemeinsam mit Christa Gluschak und anderen Mitarbeitern der Samtgemeindeverwaltung ab: das Schulzentrum, den Heiligenberg, Kurpark, Wiehe-Bad und Vilser Holz, die Region Kohlwühren/Bahnhofstraße, das Baugebiet Hoppendeich und den Wohnmobilstellplatz. Gecheckt wurden dabei unter anderem die Mensa samt Sporthalle, das Quellgebiet von Eyter und Dille, die Kneippfreianlagen, der Mehr-Generationen-Spielplatz, E-Ladestationen, der Kohlwührensee, der Spielplatz im Hoppendeich, die Museumseisenbahn und der Marktplatz. Ein buntes Gemisch.

Lang hielt sich die Delegation nicht an einem Ort auf. „Die gesamte Besichtigung hat etwa 45 Minuten gedauert“, erinnert sich Christa Gluschak, der anfangs noch ein wenig mulmig war. „Ich wusste überhaupt nicht, was uns dabei erwartet.“ Doch Elke Isokeit nahm ihr die Unsicherheit schnell. „Sie war vor zehn Jahren schon einmal hier und erinnerte sich an fast alles“, so Gluschak, in der Verwaltung zuständig für regionale Entwicklung, Förderprogramme und Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Isokeit habe nichts Negatives genannt, „alles kein Problem“. Und so wurde es für Gluschak ein „angenehmer und kurzweiliger Termin“.

Doch worum geht es denn nun in dem – so der offizielle Titel – Klimakontrollgutachten? Streng genommen um das Wetter, sprich: Temperatur, Wind, Feuchte und Strahlung. „Nun haben wir natürlich keinen Einfluss auf das Wetter“, sagt Christa Gluschak. Aber selbstverständlich könne man durch Pflanzungen oder Aufforstungen, wie sie die Samtgemeinde rund um das Vilser Holz getätigt hat, die Auswirkungen des Wetters auf die Menschen mildern. Und unter Berücksichtigung aller Faktoren war die Durchschnittstemperatur in Bruchhausen-Vilsen seit der vergangenen Messung um 1,5 Grad Celsius gestiegen, es gab statt 27 Sommertage 1951 nun 37 und mit 13 Tagen Wärmebelastung pro Jahr lag der Luftkurort deutlich unter der vorgeschriebenen Grenze von 20. Weitere Resultate: weniger Frosttage, das zweittrockenste Jahr seit 1947 und das zweitwärmste Jahr nach 1959.

Nachvollziehbare Fakten, die für den Titel „Luftkurort“ allesamt in Ordnung waren. Stellt sich dennoch die Frage, warum mit dem Hoppendeich ein Baugebiet besichtigt wurde. Christa Gluschak hält die Baugebiete ohnehin für weniger problematisch. „Aber es ist gut, dass wir keine Industrie hier haben.“ Das wäre sicherlich eine Belastung für die Luft. Die Museumsbahn ist dies ganz offensichtlich nicht, zumindest nicht in dem Maße, dass sie die Zertifizierung gefährden würde. „Ich glaube sowieso nicht, dass wir viel daran ändern könnten, wenn es so weit wäre“, findet Christa Gluschak.

Wichtig seien bei der Besichtigung auch Freizeiteinrichtungen gewesen, hat Christa Gluschak beobachtet. Auch wenn diese nichts mit dem Klima zu tun haben, so sind sie doch von Bedeutung für Wohlbefinden und Gesundheit der Menschen an diesem Ort. Und damit Bestandteil der Definition des bioklimatischen Gutachtens. Das liegt der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen nun vor. Weitere Voraussetzung für die Ernennung zum Luftkurort ist die Bescheinigung der Rattenfreiheit, die auch kürzlich ausgestellt wurde. 2021 ist dann auch wieder eine Prüfung der Luftqualität fällig.

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