Naturschutzgebiet in Achim Alternatives Wegenetz entwickelt

Die Stadt Achim hat sich mündlich mit Grundstückseigentümern über deren Fläche im Naturschutzgebiet am Ellisee geeinigt - allerdings nicht in dem Umfang Zusagen bekommen, wie sie gehofft hatte.
08.05.2019, 16:08
Lesedauer: 3 Min
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Alternatives Wegenetz entwickelt
Von Kai Purschke

Die Stadt Achim hat ihre Hausaufgaben erledigt und nunmehr ein alternatives Wegekonzept für das Naturschutzgebiet am Ellisee, offiziell „Sandtrockenrasen Achim“ genannt, entwickelt. Wie berichtet, mussten die Wege für die Öffentlichkeit neu ausgewiesen werden, nachdem das Areal Ende Anfang dieses Jahres unter EU-Schutz gestellt wurde. Weil nun Privatleute für ihre Grundstücke haften und das Betreten untersagen können, musste die Achimer Stadtverwaltung mit ihnen verhandeln. Herausgekommen ist ein – im Gegensatz zum ursprünglichen Wegenetz – abgespecktes Wegekonzept, das noch mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Verden abgestimmt werden muss, wenn die Achimer Politik dafür grünes Licht gibt.

Die mündlichen Grundstücksverhandlungen sind erfolgt. Wie es die Achimer Stadtverwaltung in einer Karte darstellt, gibt es östlich vom Ellisee 17 Grundstücke, die im privaten Besitz sind. Für zehn dieser Flächen haben die Eigentümer grünes Licht gegeben, sie seien mit einer Nutzungsvereinbarung grundsätzlich einverstanden. Sechs dieser Flächen dürften von Besuchern – ohne, dass eine Gegenleistung der Stadt notwendig ist – einfach so betreten werden, drei weitere Flächen kann die Stadt Achim für 11 000 Euro (inklusive Nebenkosten) kaufen, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Keine Einigung für sechs Flächen

Für zwei Grundstücke könnte die Stadt eine zunächst auf fünf Jahre begrenzte Nutzungsvereinbarung erzielen, was sie im Jahr 1300 Euro kosten würde. Von den insgesamt 17 privaten Arealen konnte die Stadt für sechs Flächen keinerlei Einigung erzielen, sie dürfen demnach nicht betreten werden. Fürs Anlegen der Wege nach dem Alternativkonzept müsste die Stadt 8000 Euro investieren.

Ein Vorteil besteht darin, dass die Stadt die zu erwerbenden Grundstücke auch später noch nutzen kann – etwa für sogenannte Ausgleichsmaßnahmen (Ersatzpflanzungen) für andere Projekte. Und dies, „ohne die Wegenutzung einzuschränken“.

Eigentlich hatte die Stadt gehofft, dass auch nach den Gesprächen alles beim Alten bleiben kann, aber: „Das gewünschte Wegenetz lässt sich, trotz intensiver Gespräche, dem Werben für eine Zustimmung, nicht umsetzen. Denn relevante private Grundstücke können weder angekauft noch gepachtet werden“, fasst die Verwaltung ihren Erfolg zusammen. Damit ist klar, dass das Wegenetz keinesfalls im bisherigen Umfang aufrecht erhalten werden kann. Aber: Es fällt umfangreicher aus als die bisherigen beiden Wege, die die Stadt bisher freigeben durfte, weil sie sich auf ihrem Boden befinden.

Zwei Rundwege ermöglichen Erlebbarkeit des Gebietes

Das neue reduzierte Wegenetz beinhaltet unter anderem noch einen direkten Zugang ins Gebiet vom Bierdener Friedhof aus sowie von der Ecke In den Bergen/Bierdener Mühle. „Es ermöglicht auch weiter die Erlebbarkeit des Gebietes auf zwei Rundwegen“, resümiert die Verwaltung. Außerdem könne bei dieser Umsetzungsvariante „weitestgehend“ auf Baumfällungen auf der Wegeparzelle der Stadt von Ost nach West verzichtet werden. Das liegt daran, dass die zunächst neu geplante, parallel zur Bremer Straße verlaufende Ost-West-Verbindung bei dem Alternativkonzept wegfallen würde. Stattdessen würde es nun eine durchgehende Ost-West-Verbindung südlich des Naturschutzgebietes und nördlich des Bierdener Friedhofs geben.

Nach zwei Jahren soll die Akzeptanz für das Konzept unter die Lupe genommen werden und die Erfahrungen werden mit der Naturschutzbehörde, dem Landschaftswart und der Polizei besprochen. Was aber passiert, wenn sich Grundstückseigentümer vor der Unterschrift doch noch gegen einen Verkauf oder eine Verpachtung entscheiden oder wenn der Landkreis der Stadt einen Strich durch die Rechnung macht? „Dann würden wir veranlassen, dass die städtische Wegeparzelle von Ost nach West (die nördlich des Naturschutzgebiets liegt) im Herbst/Winter in enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde von Baum- und Strauchbewuchs freigeräumt und begehbar hergestellt wird.“

Diese Variante sei aus Sicht der Stadtverwaltung aber nicht empfehlenswert, obgleich sie im schlechtesten Fall der einzige Weg sei, unabhängig von Dritten das Gebiet öffentlich zugänglich zu machen.

Die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr findet am kommenden Dienstag, 14. Mai, ab 17 Uhr im Rathaus statt. Zu Beginn und am Ende gibt es eine Einwohnerfragestunde.

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