Amerikanische Faulbrut ausgebrochen Seuche gefährdet Bienenvölker

Die Menschen haben mit Corona zu kämpfen, die Bienen derzeit vor allem mit der Amerikanischen Faulbrut (AFB). Der Hobbyimker Falk Scheibe-In der Stroth erklärt, was das im AFB-Sperrgebiet bedeutet.
15.05.2020, 05:03
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Von Andrea Grotheer

Hagen. Während die Menschen das Corona-Virus nach wie vor stark beschäftigt, haben auch die Bienen mit einer Seuche zu kämpfen: Im Landkreis Cuxhaven ist im Gebiet der Gemeinden Loxstedt und Beverstedt bis an die Kreisgrenze nach Osterholz die Amerikanische Faulbrut (AFB) ausgebrochen. Dabei handelt es sich um eine für Bienen gefährliche Erkrankung, der mit Einrichtung eines Sperrbezirkes entgegen gewirkt werden soll. „Es gibt zwei wesentliche Krankheiten bei Honigbienen. Einmal die Varroa-Milbe, einen Parasiten, der durch das Besiedeln der Brutzellen ganze Völker töten kann. Und die Amerikanische Faulbrut, die sich ähnlich wie Pilzsporen verbreitet“, erklärt Falk Scheibe-In der Stroth. Der 49-Jährige ist seit fünf Jahren Hobbyimker und versorgt einen Teil seiner insgesamt 14 Bienenvölker im Garten der Hagener Anwaltskanzlei, für die er als Rechtsanwalt, Notar und Mediator tätig ist. Der Rest seiner Bienen ist im heimischen Garten in Stubben zu finden. „Die Gemeinde Beverstedt gehört zum AFB-Sperrgebiet, und das Veterinäramt war bei mir, um alle Stände zu kontrollieren“, erzählt er. Zum Glück seien seine Bienen gesund. Er dürfe sie allerdings momentan nicht verkaufen. Auf die Produkte habe die Erkrankung keinen Einfluss, für Menschen sei sie zudem ungefährlich. Angeschleppt werde die Krankheit oft durch industriell hergestellten Honig aus dem Ausland, der den hiesigen Bienen beispielsweise durch offene Gläser im Altglascontainer zugänglich gemacht werde. „Nicht ausgespülte Honiggläser sollte man deshalb nie offen stehen lassen oder in den Container werfen“, warnt Falk Scheibe-In der Stroth im Sinne des Bienenschutzes.

Aktuell sei Schwarmzeit für die Tiere. „Zwischen Ostern und der Sonnenwende Ende Juni fliegt die alte Königin mit etwa der Hälfte des Volkes weg“, erklärt er. Das gelte es als Imker nun zu verhindern. „Das Verhindern der Schwarmbildung dient der Honigernte. Wenn ein Schwarm wegfliegt, sammelt das Volk nicht mehr ausreichend Honig in dem Jahr.“ Sollte doch mal ein Schwarm ausfliegen, würden die Tiere im Umkreis von fünf Metern pausieren. Von dort machten sich die Kundschafterbienen auf die Suche nach einem neuen Zuhause. „Das wäre normalerweise ein Baumstamm, in unserer zivilisierten Welt eher ein Dachunterstand“, so Falk Scheibe-In der Stroth. Um den Schwarm wieder einzufangen, könne man die Tiere mit Wasser besprühen und sie von dem Ast, an dem sie zumeist hängen, in eine Kiste schütteln, damit sie wieder ihre Arbeit, die Honigproduktion, aufnehmen können.

Im Gegensatz zur Wirtschaftsbiene, die für die Gewinnung von Honig und für die Bestäubung beispielsweise von Obstbäumen im Alten Land eingesetzt wird, lebt die Wildbiene als Solobiene und ist auf einen artgerechten Lebensraum, in dem sie auch überwintern kann, angewiesen. „Darum sind Blühstreifen so wichtig“, mahnt der Hobbyimker.

Die Bedeutung von Bienen für die Menschheit will die Generalsversammlung der Vereinten Nationen mit dem jährlichen Weltbienentag (World Bee Day) am 20. Mai unterstreichen. Informationen über verschiedene Projekte im Rahmen dieser Aktion, die zum Teil allerdings der momentanen Corona-Situation angepasst werden mussten, sind unter www.weltbienentag.de zu finden. Der Landkreis Cuxhaven informiert auf seiner Internet-Seite www.landkreis-cuxhaven.de über die Ausbreitung und die Maßnahmen zur Amerikanischen Faulbrut.

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