Neubau der Borgfelder Flutbrücke Amt: Nein zu Umleitungen

Der Bau der neuen Flutbrücke in Borgfeld werde keine nennenswerten Verkehrsbeeinträchtigungen verursachen. Das jedenfalls prognostiziert Martin Stellmann vom Bremer Amt für Straßen und Verkehr.
24.02.2020, 18:30
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Amt: Nein zu Umleitungen
Von Antje Stürmann

Borgfeld. Es bleibt dabei: Die Behörden werden kein Verkehrskonzept für die Zeit des Flutbrückenbaus zwischen Borgfeld und Lilienthal vorlegen. Das sei aus fachlicher Sicht nicht nötig, heißt es aktuell beim Bremer Amt für Straßen und Verkehr (ASV). „Ich habe den Eindruck, es wird der Brückenbau mit der grundsätzlichen Forderung nach einem Verkehrskonzept vermischt“, sagt Sprecher Martin Stellmann auf Nachfrage. „Die große Katastrophe, die in Borgfeld gesehen wird, sehen wir fachlich nicht.“

Die Borgfelder hatten im November 2019 ein Verkehrskonzept für die Zeit des Flutbrückenbaus gefordert, weil sie befürchten, dass die Staus überhandnehmen, Rettungsfahrzeuge nicht pünktlich zu den Einsatzorten gelangen und die Schulwege unsicherer werden.

Deshalb solle der Verkehr großräumig um Borgfeld und Lilienthal herumgeführt werden, heißt es. Stellmann: „Fachleute haben sich das angeschaut: Das würde nichts bringen.“ Die Vermutung der Borgfelder, dass die Behörden aufs Geld schauen, weist das ASV von sich: „Es geht nicht ums Geld, sondern um die Wirksamkeit solcher Umleitungen.“ Viele der Autofahrer seien ortskundige Pendler, die sich mit der Zeit und mithilfe moderner Navigationsgeräte ihre Wege suchten. „Wir werden sehen, dass es geht“, macht Stellmann Mut. „Das wird erfahrungsgemäß in der ersten Woche knirschen, dann werden sich die Verkehrsteilnehmer darauf einstellen und die Verkehrsbelastung sinkt um zehn Prozent.“

Auf die Frage, wie viele Minuten Wartezeit zumutbar sind, heißt es beim ASV: Daran arbeiteten die für die Ampelschaltungen zuständigen Ingenieure noch. „Ob es hier überhaupt nennenswerte Verlustzeiten für den Kfz-Verkehr geben wird, ist fraglich“, so Stellmann, „denn auch bei der aktuellen Verkehrsführung müssen Autos bei Rot warten, wenn die Straßenbahn in stadtauswärtiger Richtung vor der Brücke die Fahrbahn quert“. Ähnlich werde es ab September sein, wenn Autos und Straßenbahnen eine Brücke nutzen. Andreas Holling (BSAG): „Wir werden sehen, wie das in der Praxis läuft.“ Autofahrern biete sich die Alternative, auf die Straßenbahn umzusteigen, so Stellmann. Alle Bahnen sollen nach bisherigem Fahrplan fahren. Fußgängern und Radfahrern bleibt der Geh- und Radweg auf der Straßenbahnbrücke. Die Rettungsdienste sind laut Stellmann im Bilde, die Leitstelle werde über aktuelle Änderungen informiert. „Es muss sich keiner Sorgen machen, dass Hilfe zu spät kommt.“ Stellmann ist überzeugt: „Die Sache ist gut vorausgedacht.“ Sollte es nicht laufen, wollen die Experten reagieren.

Damit Autos die Straßenbahnbrücke passieren können, erhält sie nach Ostern eine Asphaltschicht sowie Zu- und Abfahrten. In einer der beiden Wochen Bauzeit wird es Ersatzverkehr geben. Wann, das will die BSAG rechtzeitig mitteilen.

Verkehrssenatorin Maike Schaefer versprach nach der Aufregung im Borgfelder Beirat: „Ich kann die Sorgen der Borgfelderinnen und Borgfelder nachvollziehen.„ Verkehrsstaatsrat Ronny Meyer oder sie selbst werde sich des Themas zusammen mit dem Beirat nochmals annehmen. “Oder wir schauen uns das vor Ort noch mal genau an.“

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