Grasberg

Anja Makarczuk: Hufeisen sind bei ihr ein Tabu

Grasberg (usch). Der elfjährige Wallach mag für manche ein hoffnungsloser Fall sein. Anja Makarczuk sieht das anders.
12.11.2013, 00:00
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Von Ulrike Schumacher
Anja Makarczuk: Hufeisen sind bei ihr ein Tabu

Hufheilpraktikerin Anja Makarczuk bei der Arbeit.

Ulrike Schumacher

Der elfjährige Wallach mag für manche ein hoffnungsloser Fall sein. Anja Makarczuk sieht das anders. Vor zwei Jahren erhielt der große Braune mit dem Namen Brillant die Diagnose: Hufrollenentzündung. Und somit das Aus für eine Karriere als Turnierpferd. Seit einiger Zeit kümmert sich die junge Frau aus Adolphsdorf um das Tier. Die Besitzerin habe es ihr zur Therapie überlassen. Die 24-Jährige hat sich zur Hufheilpraktikerin ausbilden lassen. Ihr Blick erfasst das ganze Tier. „Man weiß nicht, was Brillant in seinen frühen Jahren erlebt hat“, sagt sie und streicht mit einer Hand über sein Vorderbein. Das Pferd sei Ende Januar geboren worden, erzählt sie. Unglücklicherweise, meint Anja Makarczuk, denn oft werde dann das Geburtsjahr als volles Jahr gerechnet und die Tiere schon mit zweieinhalb Jahren angeritten. „Das ist der ganz normale Wahnsinn.“ Wirklich ausgewachsen sei ein Pferd erst mit fünf Jahren. Mit einem anderen Pferd begann einst ihr beruflicher Weg. Resi, das Kleinpferd, von dem niemand so recht weiß, ob es jetzt 30 Jahre alt oder erst 24 Jahre jung ist, steckt neugierig seine Nüstern durch die offene Stalltür. Auf Resi hatte die Adolphsdorferin ihre erste Reitstunde und sich „sofort in sie verliebt“. Sechs Jahre ist das her. Als das Tier verkauft werden sollte, kam es zu ihr nach Adolphsdorf. Und als Anja Makarczuk die Hufeisen entfernen ließ, fingen die Probleme an. Resi konnte nicht über Schotter laufen, und irgendwann stolperte das Tier auf glatter Fläche.

Zu der Zeit habe sie noch in der Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau gesteckt, erzählt Anja Makarczuk. Das Thema Hufe und deren Behandlung ließ sie aber nicht mehr los. Im Internet stieß sie auf die Behandlungsmethode der Tierärztin und Hufheilpraktikerin Hiltrud Straßer und beschloss, sich bei ihr ausbilden zu lassen. Zwei Jahre dauerte das, und nun hat sich die 24-Jährige mit ihrem Wissen selbstständig gemacht. „Auch hoffnungslose Fälle“, sagt sie, „bekommen wir Hufheilpraktiker wieder gesund.“ Sie arbeite generell ohne Hufbeschlag und „nach Anatomie, also nach dem, was im Huf drinsteckt“. Wenn Pferde an Schmerzen leiden, würden sie das in ihrer Stellung zeigen, meint die Fachfrau. „Sowas muss man einfach lesen können.“ Der Wallach, den sie in ihrer Box stehen hat, habe am ganzen Körper Muskelpakete vom ewigen Stehen gehabt. Sie habe ihm seinem Leiden gemäß die Hufe beschnitten und damit erreicht, „dass er wieder Muskeln abbauen konnte“. Es sei wichtig, sagt sie, dass die Tiere ins Laufen kommen. Anja Makarczuk erreicht man mobil unter der Nummer 0176/81018561. Nähere Informationen auf der Internetseite www.vdhp.de.

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