Ärztekammer Niedersachsen und Landkreis Verden hoffen auf mehr Prävention Appell gegen die Impfmüdigkeit

Die immer häufiger registrierte Impfmüdigkeit soll stärker bekämpft werden. Am besten mit deutlich mehr Prävention. Dafür setzten sich gestern gemeinsam die Ärztekammer Niedersachsen und der Landkreis Verden ein. Bei einem Pressegespräch rieten die Experten allen Patienten, den eigenen Impfstatus beim Hausarzt überprüfen zu lassen. Besonders aktuell sei das Thema, da in den Wintermonaten wieder die Grippezeit bevorsteht.
09.11.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Die immer häufiger registrierte Impfmüdigkeit soll stärker bekämpft werden. Am besten mit deutlich mehr Prävention. Dafür setzten sich gestern gemeinsam die Ärztekammer Niedersachsen und der Landkreis Verden ein. Bei einem Pressegespräch rieten die Experten allen Patienten, den eigenen Impfstatus beim Hausarzt überprüfen zu lassen. Besonders aktuell sei das Thema, da in den Wintermonaten wieder die Grippezeit bevorsteht.

Von Henrik Schaper

Achim·Verden. "Nach wie vor sind viele Erwachsene und Kinder noch nicht genügend gegen Infektionskrankheiten geschützt. Auch im Landkreis Verden ist dieses Thema aktuell", betonte Bernhard Müller, Leiter des Gesundheitsamtes, gestern Vormittag in der Verdener Bezirkstelle der Ärztekammer Niedersachsen. Der Mediziner mahnte: "Das Impfen ist die wichtigste und erfolgreichste Präventionsmaßnahme im Kampf gegen gefährliche Infektionskrankheiten."

Bernhard Müller und Professor Klaus-Dieter Kossow sind sich darin einig, dass aktuelle Beispiele wie der Todesfall eines 13-jährigen Mädchens aus Bad Salzuflen, das an den Folgen von Masern starb, zeigen, wie wichtig ein ausreichender Impfschutz ist. Kossow, Vorsitzender der Bezirksstelle Verden und langjährig praktizierender Hausarzt in Achim, wies besonders auf die Erwachsenengeneration ab Jahrgang 1970 hin, die häufig lebensrettende Prävention aus den unterschiedlichsten Gründen vernachlässige. "Da der Impfschutz einer Bevölkerung allerdings von der Zahl der insgesamt geimpften Menschen abhängt, gefährden Nichtgeimpfte die gesamte Bevölkerung, warnte Kossow.

Er selbst könne guten Gewissens und mit 25-jähriger eigener Erfahrung jedem Patienten vermitteln, wie wichtig beispielsweise die jährliche Grippeimpfung sei: "Den Impfstoff gibt es jedes Jahr in einer anderen Zusammensetzung." Damit reagiere die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beispielsweise für Deutschland und Europa auf neuerliche Viren, die vorher im europäischen Sommer in Asien und Australien auftreten.

Vielen Patienten sei häufig auch nicht klar, wie Impfungen bei den Krankenkassen abgerechnet würden und ob sie selbst dafür aufkommen müssten. Grundsätzlich, so Krüger, seien bei Kassenpatienten auch die Beratungen mit drin, ohne Kosten für die Praxisgebühr. Bei über 60-Jährigen sei die Kasse dazu verpflichtet, zu zahlen.

Die Experten empfehlen allen Erwachsenen folgende Vorgehensweise. Erstens: Schauen Sie in Ihrem Impfpass nach, ob bei Ihnen Auffrischungen oder Impfungen nötig sind. Zweitens: Lassen Sie sich einen Beratungs- oder direkten Impfterminen bei Ihrem Hausarzt geben. Arbeitnehmer sollten sich gegebenenfalls mit dem zuständigen Betriebsarzt in Verbindung setzen. Drittens: Informieren Sie sich im Internet über einfache und spezielle Impfungen. Empfehlenswert seien die Online-Angebote des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes www.nlga.niedersachsen.de sowie des Robert-Koch-Instituts www.rki.de.

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