Das Porträt

Aufgeblüht in der Surheide

Malerin Tomma Leckner hat eine Passion für Blumenbilder. Die 77-Jährige komponiert Gartenblumen in Vasen und Töpfen zu prächtigen Sträußen. Ihre Bilder stellt sie derzeit in Körbers Gasthof in Fischerhude aus.
28.01.2020, 16:39
Lesedauer: 2 Min
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Aufgeblüht in der Surheide
Von Lars Köppler
Aufgeblüht in der Surheide

Tomma Leckner in ihrem Element: Meist malt die 77-Jährige kleinere Formate, aber auch Blumenbilder in dieser Größe sind keine Seltenheit bei der Malerin aus Quelkhorn.

FOCKE STRANGMANN

Wer in diesen Tagen oder in den kommenden Wochen in Körbers Gasthof in Fischerhude einkehrt, wird zum Menü auch noch einen Gratis-Schmaus für die Augen erhalten. Denn zu sehen gibt es in dem Restaurant mehr als 20 farbenfrohe Blumenbilder von Tomma Leckner, die ihre in Ölfarbe kreierten Schätze noch bis mindestens Ende April dort zur Schau stellen wird. „Ich liebe knuffige Blumensträuße besonders“, beschreibt die 77-Jährige, die an der Surheide in Quelkhorn selbst inmitten einer grünen Oase lebt und sich schon beim Blick aus dem Fenster ihres Ateliers von der Natur inspirieren lassen kann, ihre künstlerischen Vorlieben. „Die Bilder sind wie meine Kinder“, unterstreicht die gelernte Floristin den Stellenwert der Malerei in ihrem Leben.

Hortensien und Rosen, Stiefmütterchen und Tulpen – die blühende heimische Flora in all ihrer Vielfalt sind die Augenschätze von Tomma Leckner, die nicht müde wird, diese in immer neuen Variationen leuchten zu lassen. Besonders die weißen Gartenblumen haben es ihr angetan. Die 1942 in einem Dorf nahe des westpreußischen Elbing geborene Tomma Leckner absolvierte in der väterlichen Friedhofsgärtnerei eine Ausbildung als Floristin und tauchte somit schon in jungen Jahren in die Welt der bunten Blumen ein. Die Leidenschaft für die Malerei entdeckte sie derweil erst in den 1970er-Jahren. Ihren ersten Malkurs belegte Leckner in dieser Zeit beim Fischerhuder Maler und Verleger Wolf-Dietmar Stock, in dessen Fischerhuder Galerie in der Bredenau sie im Jahre 1990 mit einer Einzelausstellung ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte.

Unterstützung vom Ehemann

Mit schlichten Blumensträußen begab sich Tomma Leckner anfangs auf das künstlerische Parkett. Damals, gibt sie zu, habe sie noch nicht den richtigen Blick für die Malerei gehabt. Doch nach dem Kursus bei Verleger Wolf-Dietmar Stock gelang es Tomma Leckner, ihren Bildern eine eigene Handschrift zu geben. Auch ihr Ehemann Heinz bestärkte Tomma Leckner darin, sich noch intensiver mit der Malerei zu beschäftigen. Weil er ihr Talent erkannte, schenkte er seiner Frau eine Staffelei und Farben. Für Tomma Leckner, die eigentlich mal Kindergärtnerin werden wollte, begann mit diesem Geschenk die künstlerische Laufbahn, in der sie es in den vergangenen vier Jahrzehnten inzwischen auf fast Tausend Blumenbilder und Stillleben gebracht hat.

Seit dem Debüt im Jahr 1990 ist Tomma Leckner regelmäßig mit ihren Bildern in zahlreichen Ausstellungen präsent. Sie komponiert und gestaltet Hortensien, Rosen und Wiesenblumen in Vasen und Töpfen zu prächtigen Sträußen. Blumen, Blätter und Knospen werden zu den einzigen Akteuren ihrer Bilder. Dabei nutzt sie die Kraft ihrer Fantasie. „Wenn ich etwas Schönes sehe, dann habe ich es solange in meinem Kopf, bis ich es male“, sagt Tomma Leckner. Die genaue Kenntnis von Blatt und Blüte zeigt sich dabei in jeder ihrer Darstellungen. Gleichzeitig kommt eine gewisse Lebendigkeit der Blumen und Pflanzen zum Ausdruck.

Akribisch genau

Mit ruhiger Hand, feinem Pinsel und in reiner Ölfarbe gestaltet sie ihre Bilder oft akribisch genau nach der Natur: Blättchen für Blättchen entstehen die runden Buchsbäume, die dicken Dolden der Hortensien und die blauen Perlenschnüre der Hyazinthen. „Bei der Malerei kann ich total abschalten. Es macht mir Freude und bereitet viele Glücksgefühle“, beschreibt Tomma Leckner die Faszination ihres Handwerks, von dem sie sich häufig nicht mal nachts trennen kann. Besonders in der heimischen Surheide, in die Tomma Leckner nach drei Jahren in Oyten vor einem Jahr zurückgekehrt ist, ist die Malerin förmlich wieder aufgeblüht. „Wir sind quasi nach Hause gekommen“, fühlt sich Tomma Leckner in ihrem Atelier mit Gartenblick pudelwohl.

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