Verwaltungsausschuss stimmt geschlossen dagegen

Aus für geplante Spielothek in Osterholz-Scharmbeck

Osterholz-Scharmbeck. Die Pläne für den Bau einer großen Spielothek auf dem früheren Star Ship-Gelände an der Ritterhuder Straße haben sich zerschlagen. Der Verwaltungsausschuss der Stadt lehnte am Donnerstag den Antrag des Eigentümers auf eine Änderung des Bebauungsplanes ab.
20.08.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode

Osterholz-Scharmbeck. Die Pläne für den Bau einer großen Spielothek auf dem früheren Star Ship-Gelände an der Ritterhuder Straße haben sich zerschlagen. Der Verwaltungsausschuss der Stadt lehnte gestern den Antrag des Eigentümers auf eine Änderung des Bebauungsplanes Am Bredenberg ab, und zwar einstimmig. Genau darauf hatten Anwohner aus dem Ortsteil Lintel gehofft. Sie waren Sturm gelaufen, als sie von den Plänen für den Bau einer 600 Quadratmeter großen Spielstätte erfuhren, die täglich von sechs Uhr in der Frühe bis Mitternacht geöffnet sein sollte.

Dass die Ratspolitiker nicht gerade glücklich sind beim Gedanken an Osterholz-Scharmbeck als zukünftiges Glücksspielzentrum der Region, hatte sich bereits Mitte Juni im nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss abgezeichnet. Zu einem klaren Nein konnte sich der Verwaltungsausschuss damals noch nicht durchringen. Stattdessen wurde die Entscheidung vertagt.

Die Zeit bis zur nächsten Zusammenkunft nutzten die Ratsleute, um sich ein eigenes Bild davon zu verschaffen, was möglicherweise auf Osterholz-Scharmbeck zukommt. Gemeinsam fuhr man nach Stuhr, um sich das dortige Entertainment-Center der Schmidtgruppe anzusehen. Das Coesfelder Unternehmen stand parat, in dieser Größenordnung auch an der Ritterhuder Straße zu investieren.

Gestern nun sagte der Verwaltungsausschuss endgültig ab, vor allem, weil die Ratspolitiker den anvisierten Standort für ungeeignet halten. Wie das Rathaus mitteilt, ist der zur Debatte stehende Standort gewerblich vorgeprägt, grenzt jedoch unmittelbar an ein Wohngebiet an. 'Die Nutzung ist hier nicht zuletzt wegen der angestrebten langen Öffnungszeiten unverträglich', fasst Bürgermeister Martin Wagener das Ergebnis der Beratungen zusammen.

Eine Rolle mag auch gespielt haben, dass die Politiker im Verwaltungsausschuss grundsätzlich keinen Bedarf für weitere Spielstätten in der Kreisstadt sehen, weil es davon bereits verschiedene im Stadtgebiet gibt. Reine Theorie bleibt für die Verantwortlichen im Rathaus die Möglichkeit, dass mit dem Nein zum Sondergebiet nun in der Innenstadt neue Spielotheken errichtet werden können, weil die Leitlinien der Stadt das so vorsehen.

Auch wenn es keinen Bebauungsplan gibt, der das ausschließt, schätzt man die Wahrscheinlichkeit als gering ein, dass eine solche Spielstätte im Kernbereich errichtet werden kann. Schon allein an der Anzahl der geforderten Parkplätze dürfte ein solches Vorhaben scheitern, denn solche Flächen stünden in der Innenstadt gar nicht zur Verfügung. Für den unteren Bereich der Kirchenstraße und den Marktplatz sind solche Spielstätten ohnehin ausgeschlossen. Die dort vorhandenen Spielhallen genießen Bestandsschutz.

Frank Grotheer, dem das frühere Star Ship-Areal gehört und der sich um die Nachnutzung der Gewerbeflächen kümmert, zeigte sich gestern überrascht und enttäuscht vom Votum des Verwaltungsausschusses. Nach der Ortsbesichtigung in Stuhr habe er den Eindruck gehabt, dass die Politik dem Vorhaben positiv und offen gegenüberstehe. Alle Fragen an den Betreiber hätten zur Zufriedenheit beantwortet werden können, sagt er.

Grotheer hält die Flächen in unmittelbarer Nähe zur Bundesstraße 74 nach wie vor als Standort für Spielstätten besser geeignet als jene im Innenstadtbereich. 'Obwohl mehr Menschen betroffen sind, sind dort baurechtlich Spielotheken möglich'. Grotheer blickt auch nach Oslebshausen, wo die Schmidtgruppe am Sander-Center ebenfalls eine Spielothek baut. 'Man ist immer wieder verwundert, dass in Osterholz-Scharmbeck nicht möglich ist, was anderswo funktioniert', sagt er.

'Heilfroh' ist dagegen Wilfried Pallasch von der Bürgerfraktion über das Nein des Verwaltungsausschusses. Auch wenn das Votum einstimmig ausgefallen sei, hätten die Fraktionen durchaus unterschiedliche Beweggründe für die Ablehnung gehabt.

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