Henning Diers stellt seine Werke derzeit in der Aula des Verdener Dom-Gymnasiums aus Ausdrucksstarke Tier-Impressionen

Verden. Ob Kraniche im Flug oder luftig aufgetürmte Wolkengebilde, ob ge-schmeidiger Leopard oder Portrait - Henning Diers bildet nicht einfach die Realität ab wie eine Fotokamera es ebenso könnte, sondern in seinen Gemälden stößt er auf den Kern der Dinge, die er sieht, erfasst das Wesen und gibt ihm Gestalt. In der Aula des Verdener Domgymnasiums sind seine Bilder derzeit zu sehen.
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Von susanne rhrlich

Verden. Ob Kraniche im Flug oder luftig aufgetürmte Wolkengebilde, ob ge-schmeidiger Leopard oder Portrait - Henning Diers bildet nicht einfach die Realität ab wie eine Fotokamera es ebenso könnte, sondern in seinen Gemälden stößt er auf den Kern der Dinge, die er sieht, erfasst das Wesen und gibt ihm Gestalt. In der Aula des Verdener Domgymnasiums sind seine Bilder derzeit zu sehen.

Die Ausstellung mit dem Thema Gefühl-Farbe-gefühl zeigt drei verschiedene Zyklen, deren Sujets den Künstler über lange Phasen seines Schaffens immer neu herausfordern: Im Kunstforum des Domgymnasiums gibt es eine Reihe von großformatigen Wolken-Darstellungen in verschiedensten Ausführungen von gigantischen Zusammenballungen bis zu federleichten Luft-Schleiern in stets wechselndem Licht. Außerdem finden sich Tier-Impressionen von großer Ausdruckskraft und Energie. Schließlich werden Menschen porträtiert, die zugleich die scheinbar unspektakuläre Normalität von Erdenbürgern rund um den Globus abbilden und das Geheimnis der Individualität andeuten, die jedem Einzelnen zu eigen ist.

Mitarbeit an Großprojekten

Der in Hoya geborene Künstler, der bis 1985 Schüler des Domgymnasiums war, hat seine Werke bereits an viele Orten der Republik präsentiert und machte auch mit einigen Aufträgen in der Bühnenbildnerei oder durch seine Mitarbeit an künstleri-schen Groß-Projekten wie der Breminale oder dem 'Bremer Samba-Karneval' von sich reden. Dass seine Kunst nicht so bald vergehen wird, hat er mit der Gestaltung von Kirchenfenstern in Hassel und Wittorf und mit seinen 'Zwölf Antipendien' in der St. Martins-Kirche in Nienburg sicher gestellt. Doch die 'Kunst für den Augenblick' hat dem Künstler oft besonders viel Spaß gemacht. So schuf er 1998 in den ruhigen Phasen nach Mitternacht ein überdimensionales Kunstwerk mitten auf einer großen Kreuzung in Oldenburg - und dokumentierte dann, wie der Verkehr des Tages sie nach und nach wieder auslöschte.

Eilert Obernolte, Kunstpädagoge am Domgymnasium und selbst viel beachteter Maler und Grafiker, hatte den ehemaligen Schüler zufällig bei eine Ausstellung wieder getroffen und ihn mit seinem Werk ins Domgymnasium eingeladen.

Die zentrale Lage des Ausstellungsrau-mes innerhalb des Schulgebäudes wird dafür sorgen, dass die Schüler immer wieder Zeit und Gelegenheit finden, sich mit den Werken auseinander zu setzen: 'Die Kunst zu den Menschen holen' -- dieses kunstpädagogische Gebot sei mit der Diers-Ausstellung einmal mehr umgesetzt, freute sich Schulleiter Detlev Lehmann.

In einer Preview mit Schülern verschiedener Jahrgangsstufen hatte Obernolte zuvor schon die Wirkung der Kunstwerke auf ihre 'Haupt-Adressaten' erprobt und ihre sehr unterschiedlichen Betrachtungsweisen dokumentiert. Die Äußerungen der Schüler zeigen, dass die Älteren sich vor allem von der klaren Aussage des Werkes angesprochen fühlen und eher konkrete und technische Fragestellungen an das Bild richten, während die Jüngsten mit erfrischender Unbefangenheit die emotionale Botschaft aufzunehmen verstehen und sich von der Kraft der Farben und der dynamischen Energie fesseln lassen - sicher ein wertvoller Hinweis für eine Zielrichtung kunstpädagogischen Wirkens, die dazu beitragen kann, diesen unbestechlichen Blick auch älteren Schülern zu erhalten.

Diers, der als Raumausstattermeister und Inneneinrichter seit 1999 ein eigenes Geschäft in Nienburg führt, dürfte hier sein erklärtes künstlerisches Ziel in vollem Umfang verwirklicht sehen: Er möchte 'die gestalterische Kraft der Natur kreativ abbilden und auf verschiedenen Wahrnehmungs-Ebenen erfahrbar machen.'

Die Ausstellung kann bis zum 17. Dezember während der Schul-Öffnungszeiten von 8 bis 16 Uhr besucht werden.

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