Besichtigungstermin des Umweltausschusses / Tour soll Ratsleuten bei Entscheidung helfen Ausschuss geht auf Baum-Safari

Eine Busfahrt durch die Gemeinde machte gestern der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz. Die Mitglieder wollten sich die Bäume ansehen, die möglicherweise weichen müssen, damit die Gas-Hochdruckleitungen der EWE Netz GmbH nicht beschädigt werden. Außerdem nutzten die Ratsleute den Trip, um sich die Umgebung am "Alten Postweg" anzuschauen, das Gebiet soll möglicherweise unter Schutz gestellt werden. Auch die Bäume, die vom Ausbau des Hohenborn betroffen wären, wurden besucht.
07.02.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Tina Hayessen

Eine Busfahrt durch die Gemeinde machte gestern der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz. Die Mitglieder wollten sich die Bäume ansehen, die möglicherweise weichen müssen, damit die Gas-Hochdruckleitungen der EWE Netz GmbH nicht beschädigt werden. Außerdem nutzten die Ratsleute den Trip, um sich die Umgebung am "Alten Postweg" anzuschauen, das Gebiet soll möglicherweise unter Schutz gestellt werden. Auch die Bäume, die vom Ausbau des Hohenborn betroffen wären, wurden besucht.

Ganderkesee. Stark gewachsene Bäume an Straßen und Alleen, das sieht gut aus und passt perfekt ins Klimakonzept der Gemeinde. Doch die Linden, Erlen und Eichen können auch Probleme bereiten - etwa der EWE Netz GmbH beziehungsweise deren Gaskunden. Denn wächst ein Baum, wachsen auch seine Wurzeln. Wenn diese zu nah an die rund 35 Kilometer langen Gas-Hochdruckleitungen kommen, die die EWE auf Gemeindegebiet betreibt, können sie sie beschädigen. Auch die Gefahr eines Blitzeinschlages wächst - und zwar proportional zur Nähe des jeweiligen Baumes. Die EWE will mehrere Dutzend Bäume fällen, um ihre Leitungen zu schützen. Stamm für Stamm schaute sich gestern daher der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz die betroffenen Bäume an.

An der Straße "Am Welsetal" sind das vor allem Erlen. "40 Bäume, das kommt wohl hin", schätzt Dierk Schwarting, bei der EWE Netz Bezirksmeister Delmenhorst. So viele müssten weichen. Und zwar die, die bei den Feldern stehen, also hinter der Brücke. Das beruhigt auch ein wenig die Anwohner, die zu dem Tross von Ausschussmitgliedern gestoßen sind. Denn die hatten gefürchtet, dass noch wesentlich mehr Erlen fallen müssen - zu beiden Seiten der Brücke. Entschieden allerdings ist noch gar nichts - deswegen hat sich der Ausschuss ja auch auf die Busreise gemacht. Schließlich müssen die Mitglieder eine Empfehlung dahingehend abgeben, ob und wenn ja welche Bäume gefällt werden dürfen. "Was wir hier heute machen, ist lernen. Das nehme ich mit", stellt Reinhold Schütte (Grüne) bei der Besichtigung fest.

Weitere Bäume warten an der Westtangente, am Industriepark, an der Furthstraße, am Ammerweg und Übern Berg auf eine Musterung. 2,50 Meter muss ein Baum normalerweise von der Leitung entfernt sein. Dass sie es nicht sind, so erfährt man beim Gespräch im Bus, liegt auch an den Kommunikationsproblemen der Vergangenheit. Denn viele Bäume, betont Schwarting, sind um einiges jünger als die Gasleitung, die sie behindern. "Wenn man uns gefragt hätte, hätten wir die Pläne gerne weitergegeben", unterstreicht er. Dass man bei der anderen Seite nicht nachfrage, gibt Fachbereichsleiter Peter Meyer lächelnd zurück, "passiert bisweilen auch andersrum".

Aber es gibt auch Bäume, die die EWE gar nichts angehen und dennoch von der Säge bedroht sind. Zum Beispiel die an der Straße "Auf dem Hohenborn". Dort ist es der geplante Ausbau, samt Radweg, der eine Fällung notwendig machen würde. Eine rosigere Zukunft erwartet wohl die Bäume am Alten Postweg bei Falkenburg. Die schauten sich die Teilnehmer der Bus-Safari an, weil eine Unterschutzstellung der Bäume geplant ist. Dieses Thema bespricht der Ausschuss bei seiner nächsten Sitzung am 15. Februar um 18 Uhr im Rathaus.

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