Vandalismus am Schulzentrum Oyten Ausschuss lehnt Videoüberwachung ab

Oyten. Ständig werden am Schulzentrum Oyten Fahrräder demoliert. Deshalb beantragten Schulleitung und Schulelternrat eine Überwachungskamera am Fahrradständer. Doch dieser Maßnahme verweigerte der Schulausschuss jetzt die Zustimmung.
20.01.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sven Marquart

Oyten. Ständig werden am Schulzentrum Oyten Fahrräder demoliert. Deshalb beantragten Schulleitung und Schulelternrat eine Überwachungskamera am Fahrradständer. Doch dieser Maßnahme verweigerte der Schulausschuss jetzt die Zustimmung.

Fast schon reflexartig greift die Sekretärin des Schulzentrums Oyten nach dem Versicherungsformular. Wieder mal meldet ein Schüler, dass sein Fahrrad demoliert worden ist. Pro Woche kommen mehrere dieser Anträge zusammen, schätzt Torsten Böke, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Und längst nicht jeder Schaden wird angezeigt. "Das hängt auch damit zusammen, wie handwerklich begabt die Väter sind. Aber um einen genauen Überblick zu bekommen, müsste wirklich jeder Schaden gemeldet werden", sagt der kommissarische Schulleiter.

Besonders beim Fahrradständer an der Sporthalle lassen die Vandalen ihrer Zerstörungswut freien Lauf. Unbeobachtet, denn der angrenzende Kunstraum ist an Schultagen bisweilen ungenutzt. "Wir führen in dem Bereich verstärkt Aufsicht, um Präsenz zu zeigen", berichtet Torsten Böke. Wenn es seine Zeit erlaubt, stehe er manchmal sogar selbst vor dem Unterstand. Wirklich lösen konnten Böke und seine Kollegen das Problem bisher nicht. "Auch wenn es im Moment relativ ruhig ist."

Eine Überwachungskamera am Fahrradständer könnte Abhilfe schaffen, überlegten sich Schulleitung und Schulelternrat und übermittelten ihren Wunsch an die Gemeindeverwaltung. 3000 Euro sollte die Kamera inklusive Aufzeichnungsgerät kosten. Doch der Schulausschuss verweigerte der Maßnahme bei zwei Enthaltungen geschlossen die Zustimmung.

"Ich finde eine Kamera nicht zielführend. Die wird dann auch Ziel des Vandalismus' und muss alle naselang ausgewechselt werden", argumentierte Volker Schröder (SPD). Eine Kamera sei "ein zu schweres Geschütz", fand Hubert Dapper (Grüne) und monierte den "fehlenden Präventionsansatz", während Kai Grönke (CDU) die Installation einer Kamera vor allem aus datenschutzrechtlichen Gründen "größte Bauchschmerzen" bereitete: "Das öffnet Tür und Tor für weitere Kameras. Das Problem ist: Wie wird mit den Bändern verfahren? Es gibt genug Beispiele aus dem täglichen Leben, dass mit den Aufzeichnungen nicht so umgegangen worden ist, wie es sollte." Dem hielt Torsten Böke entgegen, dass die Haupt- und Realschule Sottrum nur gute Erfahrungen mit der Videoüberwachung gemacht habe.

"Eine Kamera verlagert den Vandalismus nur und löst das Problem nicht", meinte Sandra Röse (CDU). Sie schlug stattdessen vor, den überdachten Ständer in einen besser einsehbaren Bereich zu verlegen. "Der Fahrradständer ist etwa 25 Meter lang", gab Torsten Böke zu bedenken und erhielt Unterstützung von Fachbereichsleiter Daniel Moos: "Auf den Fahrradständer werden wir an dieser Stelle nicht in Gänze verzichten können - nachmittags wird er von den Sportvereinen genutzt." Schließlich lehnte der Ausschuss den Antrag ab, ohne weitere Alternativen diskutiert zu haben.

Dies wiederum bedauert Torsten Böke sehr: "Ich hätte mir gewünscht, dass die Sorgen und Nöte der Eltern mehr in die Beratungen eingeflossen wären." Der kommissarische Schulleiter teile zwar die Auffassung, dass eine Kamera nicht optimal sei, für ihn stünden das Wohlbefinden der Schüler und die Sicherheit ihrer Fahrräder jedoch im Vordergrund. "Wir wollen gewährleisten, dass die Schüler mit einem verkehrssicheren Fahrrad zurück nach Hause fahren können", bekräftigt Torsten Böke.

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