Erstmals übernimmt ein Sozialdemokrat in der Gemeinde das Ruder / CDU geht in die Opposition

Axstedts Bürgermeister heißt Udo Mester

Damit ist es amtlich: Zum ersten Mal in der Geschichte der Gemeinde Axstedt hat ein Sozialdemokrat das Ruder übernommen. Der neu gebildete Rat hat Udo Mester dieses Amt übertragen. Er löst damit Jürgen Rhau (CDU) ab, der diese Aufgabe die vergangenen sieben Jahre geschultert hatte.
10.11.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Damit ist es amtlich: Zum ersten Mal in der Geschichte der Gemeinde Axstedt hat ein Sozialdemokrat das Ruder übernommen. Der neu gebildete Rat hat Udo Mester dieses Amt übertragen. Er löst damit Jürgen Rhau (CDU) ab, der diese Aufgabe die vergangenen sieben Jahre geschultert hatte.

Von Brigitte Lange

Axstedt. Udo Mester heißt der neue Bürgermeister der Gemeinde Axstedt. Mit neun Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen ist der Sozialdemokrat Montag vom neuen Rat der Kommune ins Amt gewählt worden. "Ich möchte mich für das Vertrauen, das ihr mir entgegen bringt, bedanken", wandte er sich an den Rat. Verheimlichte dabei aber nicht, dass er sich insgeheim gewünscht hatte, einstimmig gewählt zu werden. "Ich freue mich auf diese Herausforderung", fuhr er fort. Die Kommunalpolitik sei seit 15 Jahren sein großes Hobby. Nun werde er sich mit vollem Engagement als Bürgermeister für Axstedt einsetzen. Sein Ziel sei es, über alle Fraktionsgrenzen hinweg zu arbeiten: "Es geht schließlich um die Sache, es geht um Axstedt", betonte er.

Nach sieben Jahren löst er Jürgen Rhau (CDU) im Amt ab. Mester dankte Jürgen Rhau für die "hervorragende Arbeit", die dieser seit 2004 geleistet habe. Als Beispiele führte Mester die Arbeiten an der Friedhofskapelle und die Entschuldung der Kommune an. "Ich habe diese Arbeit die vergangenen sieben Jahre gern gemacht", versicherte Rhau. Dabei sei ihm Verwaltungsvertreter Friedhelm Lütjen eine große Hilfe gewesen. Mesters Dank schloss sich die CDU an. Allerdings seien sie über Rhaus Scheiden nicht nur traurig, schließlich bleibe er ihnen ja als neuer CDU-Fraktionsvorsitzender erhalten. Erhalten bleibt der Gemeinde auch ihr Verwaltungsvertreter Friedhelm Lütjen. Einstimmig votierte der Rat dafür, ihn für weitere fünf Jahre mit dieser Aufgabe zu betrauen. Lütjen nahm an.

In einer seiner letzten Handlungen als Bürgermeister hatte Rhau die Mitglieder des Rates über ihre Pflichten belehrt und als Ratsmitglieder verpflichtet. Im weiteren Verlauf der konstituierenden Sitzung wurde festgehalten, dass der neuen SPD/UKA-Gruppe die sechs Mitglieder Udo Mester, Harald Giese (Gruppensprecher), Norbert Bullwinkel, Christiane Eberlein, Jan Albers (alle SPD) und Jürgen Witte (UKA) angehören. Witte hatte sich nach Gesprächen mit beiden Parteien zu einer Koalition mit der SPD entschieden. Bei den Interessen kämen sie auf die größte Schnittmenge, sagte er und nannte als eines von zahlreichen Beispielen die Frage der Muna-Nachnutzung. Ihm liege viel daran, Teile des ehemaligen Bundeswehrgeländes öffentlich zugänglich machen. Auch für die SPD sei dies ein wichtiges Thema, bestätigte Mester.

Dieser SPD/UKA-Gruppe steht im Rat die CDU-Fraktion gegenüber. Sie setzt sich künftig aus den fünf Mitgliedern Jürgen Rhau (Vorsitzender), Timo Jacobs, Klaus Hartwig, Jürgen Bleis und Eberhard Jacobs zusammen.

Dies geklärt konnte die Zusammensetzung der Fachausschüsse festgelegt werden. Im nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss sitzen Udo Mester und Norbert Bullwinkel (SPD) sowie Hartwig Klaus (CDU). Im Umwelt-, Planungs- und Wegeausschuss arbeiten von der SPD/UKA-Gruppe Jan Albers, Jürgen Witte und Harald Giese mit. Die CDU wird durch Jürgen Bleis und Eberhard Jacobs vertreten. Den Vorsitz übernimmt mit Jürgen Witte das UKA-Mitglied der Gruppe. Im Sozial-, Kultur-, Friedhof-, Sport- und Jugendausschuss mischen Jan Albers, Chistiane Eberlein und Jürgen Witte (SPD/UKA-Gruppe) mit. Timo und Eberhard Jacobs ergreifen für die CDU das Wort. Den Vorsitz übernimmt Christiane Eberlein. In den Finanzausschuss hat die Gruppe Norbert Bullwinkel, Christiane Eberlein und Harald Giese entsandt. Für die CDU bringen sich Jürgen Rhau und Hartwig Klaus ein. Vorsitzender ist Jürgen Rhau. Außerdem wird Rhau mit Mester als Vertreter im Kuratorium des Kindergartens Axstedt mitarbeiten. Blieben die

Stellvertreter des Bürgermeisters zu benennen: Nachdem die CDU es abgelehnt hatte, den ersten Stellvertreter zu stellen, ging dieses Amt an den Norbert Bullwinkel (SPD). Axstedts zweiter stellvertretender Bürgermeister heißt Hartwig Klaus (CDU).

Als neuer Bürgermeister übernahm Mester die Aufgabe, vier Ratsmitglieder zu verabschieden. Fast 40 Jahre politische Erfahrungen würden dem Rat mit ihnen verloren gehen. "Sie werden uns sicher an allen Ecken und Enden fehlen", sagte er. Großen Dank und eine Urkunde erhielten Wolfgang Tunnat, Joachim Twiefel, Olaf Schock und Hubert Schipke von Mester für dieses langjährige Engagement und einen Ansporn, bei den nächsten Kommunalwahlen erneut anzugreifen.

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