Bach Collegium Japan gastiert am Dienstag in St. Cyprian Bach im Maßanzug

Ganderkesee. "Das dritte Mal ist ein gefährlicher Punkt. Denn beim dritten Mal ist der Grundstein für eine Tradition gelegt", bewertete Thomas Albert, Intendant des Musikfestes Bremen, gestern die Tatsache, dass das bedeutendste Klassikfestival der Region am kommenden Dienstag, 30. August, erneut den Weg in die St. Cyprian- und Corneliuskirche nach Ganderkesee findet.
26.08.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Jochen Brünner

Ganderkesee. "Das dritte Mal ist ein gefährlicher Punkt. Denn beim dritten Mal ist der Grundstein für eine Tradition gelegt", bewertete Thomas Albert, Intendant des Musikfestes Bremen, gestern die Tatsache, dass das bedeutendste Klassikfestival der Region am kommenden Dienstag, 30. August, erneut den Weg in die St. Cyprian- und Corneliuskirche nach Ganderkesee findet.

Und mit dem japanischen Bach-Guru Masaaki Suzuki und seinem Bach Collegium Japan gastiert an diesem Tag um 20 Uhr nicht nur einer der weltweit bedeutendsten Organisten in Ganderkesee, zudem gibt sich auch der aktuelle Träger des Musikfest-Preises die Ehre. Vor wenigen Tagen erst ist die Entscheidung über die mit 25000 Euro dotierte Auszeichnung bekannt gegeben worden, die Suzuki am Sonnabend, 3. September, in einer Feierstunde im Bremer Rathaus überreicht werden wird.

Beim Konzert am Dienstag präsentiert das Bach Collegium Japan unter anderem drei Kantaten von Johann Sebastian Bach sowie Orgelwerke von Dietrich Buxtehude. Zwei der Kantaten, nämlich "Wir danken dir, Gott, wir danken dir" (BWV 29) und "Gott, man lobet dich in der Stille" (BWV 120), komponierte Bach aus Anlass des jährlichen Ratswechsels, für den der Komponist zu seiner Zeit in Leipzig einen angemessenen musikalischen Rahmen zu liefern hatte. Auch wenn die zeitliche Nähe zur Kommunalwahl laut Albert dann doch eher Zufall ist, sind die Stücke mit vier Solisten, vierstimmigem Chor, drei Trompeten, Pauken, zwei Oboen, sechs Violinen, zwei Violas sowie Bass Continuo entsprechend opulent besetzt.

Eine Besonderheit wird sein, dass sämtliche Musiker das Konzert von der Orgelempore aus bestreiten. "Bei einem Ortstermin im Mai hat sich Masaaki Suzuki nicht nur die Orgel angesehen und ein paar Dinge ausprobiert, sondern mit einem Zollstock auch die räumlichen Verhältnisse auf der Empore exakt ausgemessen, damit er planen konnte, wo er die einzelnen Musiker platziert", berichtete Albert gestern. Immerhin müssen rund 30 Musiker untergebracht werden. Um Platz zu sparen, sind die extra angefertigten Notenständer etwa in die Brüstung integriert. "Das ist kein Konzert von der Stange, sondern auf die örtlichen Bedingungen absolut maßgeschneidert", sagte Albert. Und genau das sei am Ende auch hörbar und mache den Unterschied aus.

Albert freut sich vor allem auf das Wechselspiel zwischen den leibhaftigen Musikern und dem in der Orgel integrierten "Orchester". "Die Orgel ist ja nicht nur in den Gottesdiensten benutzt worden, sondern auch als seriöses Musikinstrument im Solo- oder Ensemblespiel", verdeutlichte der Intendant die Bedeutsamkeit des für seine Zeit technischen Meisterwerks.

Einziger Haken: Das Konzert am Dienstag ist bereits zu 95 Prozent ausgebucht, und nur noch wenige Restkarten sind bei der örtlichen Volkshochschule erhältlich. Überhaupt zeigen sich die Veranstalter von der Resonanz überrascht "Wir hatten noch gar keine Werbung gemacht, da waren schon 80 Prozent der Tickets weg", sagte Ingrid Mohr von der Regio-VHS.

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