Aktionsbündnis greift Vorschlag auf Bahn soll andere Strecke nutzen

Hude. Das Aktionsbündnis für "Sicherheit und Nachtruhe an der Bahn" spricht sich dafür aus, neben der Strecke Oldenburg – Bremen auch die Strecke Oldenburg – Osnabrück als Hafenhinterlandanbindung des Jade-Weser-Ports zu nutzen. Damit erklärt sich die Initiative, in der sich Bürger aus Hude, Ganderkesee und Delmenhorst zusammengeschlossen haben, mit der Bahnlärm-Initiative Bremen (BIB) solidarisch. Die hatte sich im Sommer mit der Forderung nach Nutzung der südlichen Strecke an die Deutsche Bahn und den Bremer Senat gewandt.
17.10.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Fr

Hude. Das Aktionsbündnis für "Sicherheit und Nachtruhe an der Bahn" spricht sich dafür aus, neben der Strecke Oldenburg – Bremen auch die Strecke Oldenburg – Osnabrück als Hafenhinterlandanbindung des Jade-Weser-Ports zu nutzen. Damit erklärt sich die Initiative, in der sich Bürger aus Hude, Ganderkesee und Delmenhorst zusammengeschlossen haben, mit der Bahnlärm-Initiative Bremen (BIB) solidarisch. Die hatte sich im Sommer mit der Forderung nach Nutzung der südlichen Strecke an die Deutsche Bahn und den Bremer Senat gewandt.

Die Bremer beziehen sich dabei auf eine Studie, die das Institut für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig im Auftrag des Landes Niedersachsen erstellt hat. Danach könnten unter den gegenwärtigen Bedingungen täglich 15 Güterzüge von 600 Metern Länge Richtung Osnabrück rollen. Nach Gleisverlängerungen in einigen Kreuzungsbahnhöfen, die auf der eingleisigen Strecke zum Ausweichen gebraucht würden, könnte die Kapazität sogar auf 58 Güterzüge pro Tag gesteigert werden. Die Kosten seien mit 26 Millionen Euro günstiger als der Ausbau des Bremer Hauptbahnhofs. Noch reiche die Zeit, da der Jade-Weser-Port noch nicht die volle Umschlagkapazität erreicht habe und das bisherige Mehraufkommen problemlos über die vorhandene Strecke abgewickelt werden könne.

Das Aktionsbündnis betont, dass der von ihm unterstützte Vorschlag nichts mit dem St.-Florians-Prinzip zu tun habe. Er solle vielmehr als Schritt hin zu mehr "Lärmgerechtigkeit" begriffen werden. "Die Beteiligten unserer Bürger-Initiative sind keine Bahngegner, sondern Bahnbefürworter", sagt Sprecher Dieter Holsten aus Hude. "Wir leben mit der Bahn und stehen auch weiterhin zur Bahn. Wir wünschen uns auch, dass durch Bau und Betrieb des Jade-Weser-Ports und die Ansiedlung von Logistik-Dienstleistern und hafenaffiner Industrie und Gewerbe der strukturschwache nordwestdeutsche Wirtschaftsraum gestärkt wird und positive Impulse für den Arbeitsmarkt entstehen."

Das Bündnis fordert jedoch, Lärm und Erschütterungen an der Quelle zu bekämpfen, etwa mit Lärmsanierung, Ersatz von überalterten Güterwagen und Gleispflege. "Das freiwillige Lärmsanierungsprogramm des Bundes ist sicher hilfreich, aber nicht ausreichend", stellt Holsten fest. "Auch wenn Aspekte wirtschaftlich noch so sinnvoll oder erforderlich erscheinen, sie dürfen keinesfalls die Gesundheit der Bahnanlieger gefährden."

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+