Freiwilliges Ökologisches Jahr vor Ausbildung und Studium / 29 junge Erwachsene nehmen an Workshops teil Barfuß wie der Fuchs durch den Wald

Nachhaltigkeit ist heutzutage ein großes Thema und das nicht nur in der Politik. Besonders junge Leute interessieren sich wieder mehr für ihre Umwelt. Einige machen sogar ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) nach der Schule. Im Kultur- und Tagungshaus Mikado in Prinzhöfte haben sich 29 FÖJler in den vergangenen Tagen erstmals zu einer Seminarwoche getroffen, bei der es neben der Nachhaltigkeit auch um Kreativität und das Wahrnehmen der Natur ging. Beim gestrigen Abschluss berichteten sie begeistert von ihren Projekten.
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Barfuß wie der Fuchs durch den Wald
Von Mareike Meyer

Nachhaltigkeit ist heutzutage ein großes Thema und das nicht nur in der Politik. Besonders junge Leute interessieren sich wieder mehr für ihre Umwelt. Einige machen sogar ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) nach der Schule. Im Kultur- und Tagungshaus Mikado in Prinzhöfte haben sich 29 FÖJler in den vergangenen Tagen erstmals zu einer Seminarwoche getroffen, bei der es neben der Nachhaltigkeit auch um Kreativität und das Wahrnehmen der Natur ging. Beim gestrigen Abschluss berichteten sie begeistert von ihren Projekten.

Einmal wie ein Fuchs durch das Unterholz der Wälder schleichen und nur die Natur um sich herum wahrnehmen. Für die 29 Teilnehmer der Seminarwoche im Tagungshaus Mikado ein Programmpunkt, der im Gedächtnis bleibt. „Wir haben uns vorgestellt, wir sind Füchse. Wir haben einen bestimmten Gang gelernt und versucht, lautlos und unauffällig zu laufen“, berichtete Jano-Paul Jäkel bei der gestrigen Abschlussveranstaltung. Der 19-Jährige macht seit Anfang September ein Freiwilliges Ökologisches Jahr. „Ich will einfach etwas für die Umwelt tun und mich orientieren, was ich nun nach der Schule machen will“, sagte er.

Die Gründe der jungen Erwachsenen, sich für ein sogenanntes FÖJ zu entscheiden, sind vielfältig. Saskia Nemitz von der Wildtierauffangstation Rastede nutzt das Jahr, um ihren Studienwunsch auszuloten. „Ich möchte später Tiermedizin studieren, aber vorher wollte ich noch etwas anderes mit Tieren machen. Da passt das FÖJ einfach super“, erklärte sie.

Fünf Tage lang begaben sich die FÖJler aus der Umgebung auf eine ökologische Spurensuche, bei der sie nicht nur lernten, wie ein Fuchs zu schleichen. Neben Wildnispädagogik standen auch Workshops zu den Themen nachhaltige Lebenswege und kreatives Bauen auf dem Plan der Teilnehmer. Chantal Reisgies vom NABU Niedersachsen gefiel vor allem der Workshop zum Thema Landart. Sie erzählte: „Wir haben Kunst aus Baumrinde, Steinen, Moos, Tannenzapfen und vielen anderen Dingen aus der Natur gemacht.“

„Das Mikado in Prinzhöfte ist perfekt geeignet für diese Workshops. Dieses ist schon das sechste FÖJ-Seminar, das hier stattfindet“, sagte Claudia Sanner vom Verein für ganzheitliches Lernen, „Es wird noch vier weitere Seminare über das Jahr verteilt geben.“

Der Jüngste in der Runde ist der 16-jährige Killian de Buhr. „Ich mache mein FÖJ im Zentrum Prinzhöfte. Auf die Idee hat mich ein Freund gebracht, weil ich noch keine Ausbildung machen wollte – und bisher habe ich es auch nicht bereut“, machte er klar.

Neben ökologischen Workshops wurde in der Woche auch viel Organisatorisches besprochen. So wählten die Teilnehmer gestern zwei Sprecher, die die Seminargruppe bei der Landes- und Bundessprecherwahl Mitte Oktober vertreten werden. „Das war gar nicht so leicht. Wir kannten uns ja alle vorher gar nicht“, sagte Saskia Nemitz, „aber dafür ist das Seminar ja da. Wir haben in der Woche viel Neues kennengelernt, und alles war interessant und informativ.“

Gemeinsam schufen die FÖJler ein Weidentipi, in dem sogar alle zusammen Platz finden, unternahmen Wanderungen und nutzten die Zeit, um sich über ihre „grünen“ Berufswünsche auszutauschen.

Ein FÖJ steht jungen Erwachsenen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren offen. Das ökologische Bildungsjahr gibt ihnen die Möglichkeit, sich im Umwelt- und Naturschutz zu engagieren. „Man bekommt sogar Geld für ein FÖJ. 235 Euro im Monat, wenn man sich selbst um eine Unterkunft kümmert. Sonst ist es etwas weniger“, erzählte Chantal Reisgies.

Saskia wusste über die Unterbringung und Verpflegung beim Seminar nur Gutes zu berichten: „Es war sogar bis auf einen Tag immer vegetarisch. Ich habe mich jeden Tag auf das Essen gefreut.“ Ebenso freuen sich die FÖJler schon auf die nächsten vier Seminare. Dann soll es wieder um Themen aus dem Umwelt- und Naturschutz gehen.

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