Bürgerpark Verden Barrierefrei ins Grüne

Die Stadt Verden hat im Sommer die Hauptwege saniert und zwei Eingänge für Rollstuhlfahrer umgebaut. Der Park liegt nahe der Innenstadt und bietet Möglichkeiten für Sport und Naherholung.
17.10.2018, 16:22
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Barrierefrei ins Grüne
Von Andreas Becker

Lars Schmidtke nimmt Schwung und rollt nahezu mühelos die Rampe in den Bürgerpark hinauf. Als stellvertretender Vorsitzender des Behindertenbeirats der Stadt Verden und Rollstuhlfahrer konnte er am Dienstagnachmittag in offizieller Mission die neuen Zugänge in den Bürgerpark ausprobieren. „Das hat sich erheblich verbessert“, lobt er. „Jetzt können nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern aus Senioren mit Rollator sowie Mütter mit Kinderwagen ohne Probleme in den Park gelangen“, sagt Schmidtke.

Das war nicht immer so. Der Zugang in Höhe Werrastraße war früher nur über Stufen möglich – für viele Rollstuhlfahrer ein großes Hindernis. „Jede Stufe ist schlimmer als jede Rampe“, so Schmidtke. Im Zuge der Umgestaltung wurde der Zugang geteilt. Die rechte Hälfte ist nach wie vor über Stufen zugänglich, die linke über die genannte Rampe. „Wir haben insgesamt 900 Meter Hauptwege im Bürgerpark erneuert und barrierefrei ausgebaut“, erzählt Rainer Kamermann, Fachbereichsleiter Straßen und Stadtgrün. Das neue Wegekonzept geht auf acht Jahre alte Beratungen der Stadt mit Anliegern zurück. „Ziel war, ein Nutzungskonzept zu erarbeiten, damit der Bürgerpark mehr von der Bevölkerung genutzt wird“, erklärt Bürgermeister Lutz Brockmann (SPD).

In der Folge wurden ein Beachvolleyballfeld, ein Bouleplatz, Hundewiese und Bolzplatz sowie die Interkulturellen Gärten gebaut und eingerichtet. Vor allem Bolz- und Bouleplatz sowie die Hundewiese würden gut angenommen. Auch der Wunsch nach besseren Wegen und Barrierefreiheit sei damals bei den Beratungen lautgeworden. Da die Wege mittlerweile auch baulich in einem schlechten Zustand waren, wurden die Hauptstrecken in den Sommermonaten saniert und neu aufgebaut.

„Die Wege waren in einem schlechten Zustand. Sie waren vom Regen ausgespült, voller Löcher und mangelhaft zu befahren und nicht barrierefrei“, beschreibt Kamermann die Situation vor der Sanierung. Bei den Arbeiten wurde der Untergrund mit Schotter neu aufgebaut und mit einer wassergebundenen Oberschicht abgedeckt, die nur wenige Zentimeter stark ist. „Das ist ein Material, das fest wird, wenn es mit Wasser in Berührung kommt“, erklärt Kamermann den Fachbegriff. Die entstandene Oberfläche sei eben und damit auch für Menschen mit Handicap gut zu bewältigen.

Brockmann nennt den Bürgerpark die „Grüne Lunge“ Verdens. „Das ist eine schöne Anlage, die mitten in der Stadt die Möglichkeit für Sport und Naherholung bietet“, sagt er. Insofern sei es schade, dass er früher schwer zugänglich gewesen sei. Die Sanierung des Hauptwegenetzes hat insgesamt 18 500 Euro Material gekostet. Die Arbeiten wurden vom Betriebshof der Stadt übernommen. Wie viel das gekostet habe, sei noch nicht klar, so Kamermann.

Allerdings sind noch nicht alle Eingänge zum Bürgerpark ohne Barrieren passierbar. „Die Eingänge in Höhe Werra- und Donaustraße haben Rampen, sonst noch nicht. Insofern haben wir als Stadt noch etwas zu tun“, räumt Brockmann ein. Lars Schmidtke betont, dass Rollstuhlfahrer von Natur aus flexibel und erfinderisch seien. „Wenn wir irgendwo hineinwollen, dann schaffen wir das meist auch irgendwie“, sagt er. Er selbst habe den Vorteil, noch relativ jung und kräftig zu sein. „Wichtig ist, dass der Boden nicht weich und matschig ist. Wenn die vorderen Lenkräder einsinken oder einbrechen, dann bin ich chancenlos“, sagt Schmidtke.

Auf dem Rückweg zur Bremer Straße konnte Schmidtke die Rampe bergab testen, auch dies ohne Probleme. „Ich dachte erst, sie wäre ziemlich abschüssig, ist aber kein Problem“, sagt er.

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