Landkreis Diepholz Bauarbeiten sorgen für himmlische Ruhe

Landkreis Diepholz. Die meisten Menschen erhoffen sich in den Sommerferien Entspannung – und die Stuhrer erhalten sie. Wegen der Sanierung des Flughafens Bremen wird für eine Woche der Flugbetrieb eingestellt.Auch im restlichen Nordkreis wird gebaut.
18.07.2012, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Annika Richter

Landkreis Diepholz. Die meisten Menschen erhoffen sich in den Sommerferien wohl Entspannung – und die Stuhrer erhalten sie wie schon seit 25 Jahren nicht mehr. Wegen der Sanierung des Flughafens Bremen wird für eine Woche der Flugbetrieb eingestellt. Auch im restlichen Nordkreis wird in den Ferien reichlich gebaut.

Von wegen, mit den Sommerferien naht Entspannung für alle. Im Nordkreis wird die Zeit von den Gemeinden und Städten genutzt, um allerlei schweißtreibende Arbeiten verrichten zu lassen. Da werden Schulen saniert, Straßen ausgebessert und noch mehr.

Nur in der Gemeinde Stuhr wird es in den Ferien ruhiger zugehen als sonst. Denn zwischen Montag und Sonnabend, 6. und 11. August, wird am Flughafen Bremen wegen der Sanierung der Start- und Landebahn der Flugbetrieb eingestellt, wie Hajo Giesecke, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Umwelt, zu berichten weiß. Zwar ist die Gemeinde Stuhr weder finanziell noch praktisch an der Flughafensanierung beteiligt, dennoch hat der Ausbau direkte Auswirkungen auf ihre Bewohner. "Wenn keine Flugzeuge mehr fliegen, wird das in Stuhr eine ganz andere Geräuschkulisse ergeben", so Giesecke. "Das ist etwas ganz Besonderes. Das letzte Mal wurde der Flughafen vor etwa 25 Jahren ausgebaut."

Eine langfristig angelegte Baustelle wird hingegen an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Brinkum mit deutlich mehr Lärm fortgeführt. "Dort geht es in den Ferien richtig zur Sache", so Giesecke. "Dann werden nämlich innen die Abbrucharbeiten vorgenommen." Um den Unterrichtsbetrieb nicht mit der hohen Lärm- und Staubbelästigung zu behindern, sind die Arbeiten in die Ferien gelegt worden. Der Wiederaufbau soll im Herbst stattfinden – dann auch während der Schulzeit.

Eine andere Dauerbaustelle in Stuhr soll in den Ferien abgeschlossen werden: die Carl-Zeiss-Straße. Eigentlich hätte die Straße bereits in der vergangenen Woche fertig sein sollen. "Aber beim Gewerbegebiet ist die Straße nach dem Verdichten abgesackt", erzählt Jana Winkler, Leiterin des Fachbereiches Bau bei der Außenstelle Nienburg der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Bis Freitag, 3. August, soll die Landesstraße 337 nun fertig werden. "Wenn das Wetter mitspielt, bleibt es auch dabei", so Winkler. "Aber wenn es wie aus Eimern regnet, werden die Asphaltarbeiten natürlich schwierig." Bisher waren rund 600000 Euro für den Straßenausbau. "Wie hoch die Mehrkosten durch die Verlängerung der Sperrung und die zusätzlichen Arbeiten sein werden, kann man noch nicht sagen", sagt Jana Winkler.

Auch in Syke stehen in der Ferienzeit Straßenarbeiten an. "Eigentlich sind wir schon mittendrin", sagt Peter Pesch, Fachbereichsleiter für Bau, Planung und Umwelt. Im gesamten Stadtgebiet werden Unterhaltungsarbeiten vorgenommen.

Konkreter klingt es aus Bassum. So soll zum Beispiel die Rolandstraße in Nordwohlde nach Absprache mit den Anwohnern komplett erneuert werden. "Daran wurde schon seit 40 oder 50 Jahren nichts mehr gemacht", erzählt Michael Junge, Fachbereichsleiter für Bauwesen, Bauleitpläne, Natur und Umwelt, Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung. Die Rolandstraße mit neuer Optik soll rund 200000 Euro kosten.

Zudem sollen der Neubau der Lukas Schule und die nahe gelegenen Sport- und Freizeitanlagen eine Erschließungsstraße für 70000 Euro erhalten. Hinzu kommen Unterhaltungsarbeiten an "einigen ausgewählten Straßen" für ebenfalls rund 200000 Euro, die im September abgeschlossen werden sollen. "Wir nehmen uns immer die schlimmsten Straßen vor", sagt Junge. "Man kann leider nicht alle Straßen gleich gut in Stand halten."

In Bruchhausen-Vilsen steht in diesen Sommerferien das Schulzentrum im Fokus der Sanierungsarbeiten. "Wir haben dort in den vergangenen Jahren sehr viel an- und umgebaut. Da haperte es etwas an der Unterhaltung", erklärt Torsten Beneke, Mitarbeiter des Fachbereiches Bauen und Planen. Das größte Projekt am Schulzentrum ist die Dreifeldhalle. Sie soll in den Ferien einen neuen Sportboden mit einer ebenfalls neuen Unterkonstruktion erhalten sowie einen neuen Prallschutz, eine Deckenstrahlheizung und neue Hallenbeleuchtung. "Ein bisschen haben wir schon damit begonnen, weil das in den sechs Wochen Ferien einfach nicht zu schaffen ist", so Beneke. "Wahrscheinlich werden die Sanierungsarbeiten sogar um ein, zwei Wochen in die Schulzeit hinein dauern." Die Kosten für den Umbau der Halle betragen etwa 405000 Euro.

Außerdem soll das Schulzentrum ein Leitsystem bekommen. "Das haben wir wegen der vielen Umbauarbeiten immer wieder vor uns hergeschoben", sagt Beneke. "Aber jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, wo so ein System durchaus Sinn macht." Rund 30000 Euro soll das kosten. "Das klingt erst einmal nach viel Geld, aber es werden ja auch viele Schilder benötigt", meint Beneke. Hinzu kommen noch Sonnenschutzanlagen für 40000 bis 50000 Euro und eine sogenannte Schülerbringschleife vor dem Schulzentrum, wo Eltern ohne zu parken ihre Kinder vor der Schule absetzen können. Die Kosten sollen rund 80000 Euro betragen.

Doch auch für die kleineren Kinder hat sich die Samtgemeinde einiges für die Ferien vorgenommen. So soll der Kindergarten in Uenzen ein neues Dach für 50000 Euro erhalten und der Kindergarten der Gemeinde Schwarme eine Krippe für 55000 Euro plus Ausstattung. Die Grundschulen in Asendorf, Martfeld und Schwarme sollen neue Fenster für insgesamt 50000 Euro bekommen. Außerdem soll die Pausenhalle der Grundschule Asendorf für 45000 Euro saniert werden. "Wir hoffen, dass alles so klappt, wie wir es uns ausgedacht haben", so Beneke. "Bei Sanierungen gibt es immer Überraschungen. Aber wir sind guter Dinge, dass wir in den Ferien fertig werden."

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