Bei Fassmer gebauter Seenotkreuzer auf Rügen in Dienst gestellt

Motzen. An der Unterweser gebaut, auf der Ostsee im Einsatz: Der jüngste Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) wurde bei Firma Fassmer in Motzen entworfen, entwickelt, konstruiert und unter dem Arbeitsnamen "SK 32" gebaut. Jetzt wurde das neue Schiff auf den Namen "Harro Koebke" getauft und in Sassnitz auf Rügen in Dienst gestellt. Taufpatin war Britta Sellering, Ehefrau von Erwin Sellering, Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern.
31.05.2012, 05:00
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Von Hannelore Johannesdotter

Motzen. An der Unterweser gebaut, auf der Ostsee im Einsatz: Der jüngste Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) wurde bei Firma Fassmer in Motzen entworfen, entwickelt, konstruiert und unter dem Arbeitsnamen "SK 32" gebaut. Jetzt wurde das neue Schiff auf den Namen "Harro Koebke" getauft und in Sassnitz auf Rügen in Dienst gestellt. Taufpatin war Britta Sellering, Ehefrau von Erwin Sellering, Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern.

Mit der Namensgebung dankt die DGzRS dem 2003 gestorbenen Unternehmer Harro Koebke aus Süddeutschland, der das Rettungswerk in seinem Nachlass mit einer namhaften Zuwendung bedacht hatte. Der neue Rettungskreuzer ist 36,5 Meter lang, hat einen Tiefgang von 2,7 Metern und kann bis zu 25 Knoten schnell sein. Das Schiff verfügt über eine leistungsstarke Feuerlöschanlage, ein Hubschrauberarbeitsdeck und ein umfangreich ausgestattetes Bordhospital. Mit dem Bau des großen Seenotrettungskreuzers für die Ostsee trägt die DGzRS dem starken Verkehrsaufkommen in der Pommerschen und der Mecklenburger Bucht Rechnung.

Nach mehr als einjähriger Vorplanung hatte die DGzRS im Sommer 2009 Firma Fassmer mit dem Bau des Seenotkreuzers beauftragt. Entwurf, Modellversuche, Werkstattzeichnungen, Materialzuschnitt beschäftigten die Werft und das Rettungswerk gleichermaßen bis weit ins Jahr 2010 hinein. Die Kiellegung erfolgte schließlich im Dezember 2010.

Zur Erinnerung: Bei diesem Ereignis wurde, der Tradition folgend, ein Geldstück in den Kiel eingepasst. Dabei handelte es sich um das seinerzeit neue Zwei-Euro-Stück mit dem Motiv des Bremer Rathauses. Es wird die Besatzung auf allen Fahrten begleiten und steht für Sicherheit, Glück und Gesundheit. Seit dem Stapellauf des Kreuzers Mitte März 2012 standen umfangreiche Erprobungen des Schiffes auf dem Programm. Die "Harro Koebke" löst den 44-Meter-Seenotkreuzer "Wilhelm Kaisen" ab, der 1978 in Dienst gestellt und nun vor Kurzem ausgemustert wurde. Auch das Tochterboot wurde getauft. Taufpatin war hier Anne Mühlwald, die Tochter des Sassnitzer Vormannes Hartmut Mühlwald. Das Boot erhielt den Namen "Notarius", und erinnert an eine wichtige Person der Bremer Eiswette, die alljährlich am 6. Januar prüft, ob die Weser zugefroren ist oder fließt. Sie unterstützt seit Jahrzehnten die Arbeit der Seenotretter im besonderen Maß mit Spenden.

Seenotkreuzer und Tochterboot sind beide als Selbstaufrichter konzipiert. Als Novum wurde das Tochterboot erstmals gemeinsam mit einer britischen Werft als Festrumpfschlauchboot mit geschlossener Kajüte entwickelt. Es überzeugt unter anderem durch seine Geschwindigkeit, die mit 32 Knoten fast 60 Kilometern pro Stunde entspricht.

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