Strom aus erneuerbaren Energien in Borgfeld Fotovoltaikanlagen für öffentliche Dächer

Der Beirat ist sich über alle Fraktionen hinweg einig: Die Stadt Bremen soll in Borgfeld auf allen geeigneten öffentlichen Dächer so schnell wie möglich Sonnenkollektoren installieren.
23.04.2021, 11:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Fotovoltaikanlagen für öffentliche Dächer
Von Antje Stürmann

Borgfeld. Öffentliche Gebäude in Borgfeld, deren Dächer dafür geeignet sind, sollen so schnell wie möglich mit Sonnenkollektoren ausgestattet werden und umweltfreundlichen Strom produzieren. Das hat die SPD-Fraktion am Dienstagabend im Beirat beantragt und traf damit einen Nerv. Die übrigen Fraktionen signalisierten durchweg Zustimmung. Ein Beschluss wurde während der Videokonferenz aus rechtlichen Gründen nicht gefasst, soll aber nachgeholt werden, so Ortsamtsleiter Karl-Heinz Bramsiepe.

Damit das Projekt in geordneten Bahnen verläuft, soll der Senat für den Ortsteil zeitnah ein Konzept ausarbeiten. Dazu gehören unter anderem Vorschläge, welche Dächer sich baulich und wirtschaftlich eignen, das Bereitstellen öffentlicher Gelder und ein Plan, wer die Fotovoltaikanlagen künftig betreiben soll.

Mit dieser Forderung hatte die SPD die CDU-Fraktion wie erwartet auf ihrer Seite. „Wir schließen uns diesem Antrag sehr gern an“, sagte Fraktionsführer Jörn Broeksmid. „Fotovoltaikanlagen werten die Gebäude auf und wir tun etwas für den Umweltschutz“, nannte er die wesentlichen Gründe. Um möglichst schnell voranzukommen und finanzielle Mittel beantragen zu können, werde die CDU gern mithelfen, unabhängig von der senatorischen Behörde Ideen zu entwickeln, auf welchen Borgfelder Gebäuden Fotovoltaikanlagen Sinn ergeben. „Es sind dabei auch die Ideen von Bürgern gefragt“, so Broeksmid.

Lesen Sie auch

Für die Grünen pflichtete Michael Kruse bei: „Das ist natürlich auch im Interesse der Grünen.“ Um die Erfolgschancen des Antrags zu erhöhen, schlug Kruse vor, parallel dazu im Ausschuss für Klima, Umwelt und Landwirtschaft mit Behördenvertretern „einige Sachen zu klären“. Kruse hat Bedenken, der Antrag könnte bei den Behörden „versickern“. Alexander Keil und Bernd Stenner (SPD) dagegen sorgen sich, dass der Umweg über den Ausschuss zu lange dauern könnte. Stenner: „Wir sollten keine Zeit verlieren und sofort beschließen.“

Jens Burghardt (CDU) dagegen macht sich bereits Gedanken, wie Bremen an die Vorbildfunktion öffentlicher Anlagen anknüpfen könnte. Die Bremische Bürgerschaft müsse schon jetzt finanzielle Anreize für private Haushalte schaffen, Mittel von der Europäischen Union leicht zugänglich zu machen und für den Eigenverbrauch werben. Nur so könne Strom aus Sonnenenergie, der in Borgfeld produziert werde, dazu beitragen, dass der Ortsteil klimafreundlicher werde, meint Burghardt.

Info

Zur Sache

Solarstrom von öffentlichen Dächern in Bremen

Mit der derzeitigen Stromausbeute von den Dächern öffentlicher Gebäude in Bremen kann die Stadt pro Jahr etwa 700 Zwei-Personen-Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Das teilt die zuständige Finanzbehörde auf Anfrage mit. Demnach werden auf den öffentlichen Gebäuden der Abteilung Sondervermögen Immobilien und Technik (SVIT) derzeit 31 Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von ca. 2000 Kilowatt installiert, sie erzeugen ca. 1,7 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr. Den Bau und den Betrieb organisiert Immobilien Bremen für die Stadt.

Daneben sind auf sonstigen öffentlichen Gebäuden und Anlagen in Bremen, wie Universität und Hochschulen, Weser-Stadion, Messehallen, Großmarkt, Deponie, Häfen, Anlagen mit einer maximalen Leistung von zusammen rund 5500 Kilowatt installiert, sie erzeugen zirka 4,6 Mio. Kilowattstunden Strom im Jahr (fast 2000 Haushalte). Die meisten dieser Anlagen sind laut Finanzbehörde von privaten Investoren errichtet worden und werden von diesen betrieben, den erzeugten Strom speisen sie in das allgemeine Stromnetz ein.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+