1800 Euro Geldstrafe verhängt Berauscht von Amphetaminen und Extasy

Ein 40-jähriger Beverstedter musste sich für eine fahrlässige Autofahrt unter Drogeneinfluss vor dem Amtsgericht verantworten. Dafür gab's 1800 Euro Geldstrafe und eine Führerscheinsperre.
05.07.2019, 15:07
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Friedrich-Wilhelm Armbrust

Osterholz-Scharmbeck. „Keine Ahnung, wie ich zur Unfallstelle gekommen bin. Es hat geruckelt, geknallt. Ich habe dann panisch nach meinem Handy gesucht.“ Das sagte ein 40-jähriger Beverstedter im Amtsgericht. Dort hatte er sich für eine fahrlässige Autofahrt, weil unter Drogeneinfluss stehend, zu verantworten. Die Fahrt ging kurz vor Weihnachten 2018 vom Bremer Hauptbahnhof nach Lilienthal.

Dazu heißt es wörtlich in dem entsprechenden Paragrafen des Strafgesetzbuches: „Wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“ Die berauschenden Mittel waren Amphetamine und Extasy.

Zu Beginn des Prozesses verlas Verteidiger Christian Knüpling eine Erklärung für seinen Mandanten. Darin ließ er wissen, dass er bestreitet, fahrlässig gehandelt zu haben. Er sei wegen einer Internetbekanntschaft von Beverstedt nach Bremen gefahren. Mit dem Mann kam es zum Sex in dessen Wohnung. Er gehe fest davon aus, dass die Bekanntschaft „was in mein Glas gemischt haben muss“, verlas Knüpling. Er sei deshalb müde und schläfrig gewesen, hieß es in der Erklärung. Weiter war von einem „Filmriss“ die Rede.

Persönlich sagte der Angeklagte, weshalb er die Route über die Kreisstraße 9 in Richtung Lilienthal gewählt habe, wisse er nicht. Die Fahrt endete jedenfalls an einem Baum. Als Zeuge hatte das Gericht einen 23-jährigen Polizeibeamten geladen. Er hatte mit einem Kollegen gegen 8 Uhr den Unfall aufgenommen. Der Beverstedter habe benommen gewirkt, sagte der Zeuge aus. „Die Rettungskräfte hatten keine körperlichen Schäden festgestellt.“ Freiwillig stimmte der 40-Jährige einem Alkohol- wie einem Drogentest zu. Der Alkoholtest hat dem Polizeibeamten zufolge null Promille ergeben, der Drogentest dagegen schlug an. „Er sagte mir, er habe Amphetamine konsumiert, aber das erste Mal und dass er die Wirkung wohl unterschätzt habe“, so der Zeuge über den Beverstedter.

Er habe schon gemerkt, dass der 40-Jährige „etwas neben der Spur“ gewesen sei, saqte der Beamte aus. Andererseits war er der Meinung, dass der Angeklagte durchaus zurechnungsfähig gewesen sei. Er habe sich auch „einsichtig“ und eine „Art von Reue“ gezeigt.

Außerdem war ein 42-jähriger Lilienthaler als Zeuge geladen. Ihm war nach seiner Aussage der Beverstedter schon vor dem Unfall aufgefallen, als er sich selbst auf einer Fahrt Richtung Niederende befand. Der Beverstedter sei auf ihn zugefahren. „Ich habe gedacht, was ist denn hier los.“ Auf seiner Rückfahrt nach Lilienthal sei er auf die Unfallstelle gestoßen, sagte der Lilienthaler. Nach seinen Worten hatte er sich bei dem Beinahezusammenstoß die Autonummer gemerkt und war sich deshalb sicher, denselben Mann vor sich zu haben.

Schließlich informierte ein geladener Rechtsmediziner über die Wirkung von Drogen wie Amphetamine und Extasy. Für Richterin Johanna Kopischke war danach klar, „dass man auf jeden Fall etwas merkt, wenn man etwas genommen hat“. Verteidiger Knüpling wollte allerdings darauf hinaus, dass seinem Mandanten unbewusst auch noch K.-O.-Tropfen verabreicht worden seien.

Die Richterin verhängte eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 45 Euro, 1800 Euro. Dazu verhängte sie eine Führerscheinsperre von sechs Monaten, die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte acht Monate gefordert. Jetzt erhält der Beverstedter frühestens nach Ablauf der Sechs-Monats-Frist einen neu zu beantragenden Führerschein. Der alte wird entwertet. Verteidiger Knüpling hatte auf Freispruch plädiert.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+