Schiedsrichter Berger lost Lotto-Pokal aus

Lemwerder. Sebastian Berger wird am Mittwoch Glücksfee spielen und die Auslosung des Lotto-Pokals 2010/11 vornehmen. Diese Ehre kommt dem 22-Jährigen zuteil, weil er jüngst zum Bremer Schiedsrichter des Jahres gewählt wurde und seine Leistungen auch überregional honoriert wurden.
13.07.2010, 08:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Jens Pillnick

Lemwerder. Sebastian Berger spielt am morgigen Mittwoch Glücksfee und wird um 18 Uhr in den Räumen des Bremer Fußball-Verbandes in der Franz-Böhmert-Straße die Auslosung des Lotto-Pokals 2010/11 vornehmen. Diese Ehre kommt dem 22-Jährigen zuteil, weil er jüngst zum Bremer Schiedsrichter des Jahres gewählt wurde und seine Leistungen auch überregional honoriert wurden.

Der Bankkaufmann ist neben dem jetzt in der 2. Bundesliga assistierenden Sven Jablonski nämlich ein zweiter Youngster des kleinen Fußball-Kreises Bremen-Nord, der auf der Schiedsrichter-Erfolgsleiter den Weg nach oben eingeschlagen hat. Sebastian Berger wird in der kommenden Saison als Schiedsrichterassistent in der A-Junioren-Bundesliga fungieren und im Herren- Bereich dem Perspektivkader des Norddeutschen Fußball-Verbandes angehören. Er wird also überwiegend Spiele in den Oberligisten Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg leiten.

Dass ihn der jüngere Sven Jablonski auf der Erfolgsleiter überholt hat ('Bei ihm lief es super, bei mir lief es gut'), störe ihn nicht, sondern sei Ansporn für ihn. 'Glück gehört dazu, aber Leistung ist die Grundlage. Leistung zeigen, anstrengen und alles mitnehmen, was kommt', so beschreibt der in Oldenburg arbeitende Bankkaufmann seinen Umgang mit den Perspektiven in Richtung bezahltem Fußball. 'Wenn ich ein Ziel nennen müsste, dann wäre es das, die jetzige Klasse zu halten.' Träumereien sind zwar erlaubt, doch Sebastian Berger bleibt lieber mit beiden Beinen am Boden: 'Das Ziel zu haben, in der Bundesliga zu pfeifen, ist einfach unrealistisch. Aber nein würde ich natürlich nicht sagen.'

Am Boden bleibt der Schiedsrichter vom SV Lemwerder auch am liebsten beim Reisen. 'Ich habe Flugangst', gibt er zu. Flugangst, die er aber demnächst überwinden will, um mit zwei Kollegen aus Bremen-Stadt und einem aus Bremerhaven an einem Schiedsrichteraustausch mit dem finnischen Fußball-Verband teilzunehmen. 'Es ist nicht so, dass ich unbedingt am Lenkrad oder Steuer sitzen muss. Ich habe einfach Respekt davor, nicht auf dem Boden der Tatsachen zu sein', erklärt Sebastian Berger, der sich düster daran erinnert, zuletzt als kleines Kind geflogen zu sein.

Einer, der in Sachen Fußball schon weit gereist und dabei auch geflogen ist, ist der seit 2004 Erstliga-Spiele leitende Manuel Gräfe. Ihn will Sebastian Berger zwar nicht kopieren ('Ich sage nicht, so wie der will ich sein'), aber Berger sagt, dass er bei manchen Schiedsrichtern gewissen Eigenschaften bewundere. Bei Manuel Gräfe die, dass er sich nie aus der Fassung bringen lasse: 'Egal was auf dem Platz passiert, er steht da wie ein Fels in der Brandung.'

Einige Etagen tiefer als Gräfe muss Berger also demnächst in den norddeutschen Oberligen wie ein Fels auftreten, denn da erwartet ihn und seine Assistenten Sebastian Schiller (Habenhauser FV) und Mustafa Demirel (Neurönnebecker TV) kein Zuckerschlecken. 'Da hat man es auch mit Spielern zu tun, die schon höherklassig gespielt haben. Die kennen alle Tricks und Kniffe', weiß Berger und stuft die von ihm als spielerisch besser eingeordneten Begegnungen der Junioren-Bundesligen als leichter zu leiten ein.

Spielleitungen sind seit rund neun Jahren das Steckenpferd von Sebastian Berger und machen ihm, der sich als 'von naturaus fit' bezeichnet 'tierisch Spaß'. Mit 14 bestand er seine erste Prüfung und ließ das Fußballspielen fortan nur noch nebenher laufen. 'Anfangs hat man mir nachgesagt, dass ich schnell Karten ziehen würde, wenn gemeckert wird', erinnert sich der 22-Jährige. Ein Urteil, dass er so zumindest in der Gegenwart nicht mehr stehen lassen möchte. 'Ich versuche, viel mit den Spielern zu reden', beschreibt er seine Spielleitungsphilosphie. Kurze Wortwechsel, bei denen es ihm wichtig ist, sich nicht selbst in den Fokus zu stellen, sondern 'sich in Zurückhaltung zu üben.' Ganz so, wie es der Berliner Manuel Gräfe als von Sebastian Berger bezeichneter 'Fels in der Brandung' in den deutschen Bundesligastadien praktiziert.

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