Eva Kausche-Kongsbak ist tot

Bestseller liebevoll illustriert

Worpswede. Papier und Stifte waren Eva Kausche-Kongsbak das Wichtigste. Ihr Leben lang hat sie gezeichnet; ihre Bilder illustrieren zahlreiche Bücher. Eines der berühmtesten ist die Geschichte von Eric Malpass: "Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung." Für die Illustration des Buchumschlags hat ihr Sohn Fabian Modell gestanden, mit einem Tablett voller Tassen und Teller. Mehr als 30 Jahre hat Eva Kausche-Kongsbak für renommierte Verlage wie Rowohlt, Ullstein und Kindler, Heyne und Piper gearbeitet. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte sie mit ihrem Mann Martin Kausche in Worpswede. Jetzt ist sie im Alter von 92 Jahren gestorben.
22.12.2010, 05:00
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Von Michael Wilke

Worpswede. Papier und Stifte waren Eva Kausche-Kongsbak das Wichtigste. Ihr Leben lang hat sie gezeichnet; ihre Bilder illustrieren zahlreiche Bücher. Eines der berühmtesten ist die Geschichte von Eric Malpass: "Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung." Für die Illustration des Buchumschlags hat ihr Sohn Fabian Modell gestanden, mit einem Tablett voller Tassen und Teller. Mehr als 30 Jahre hat Eva Kausche-Kongsbak für renommierte Verlage wie Rowohlt, Ullstein und Kindler, Heyne und Piper gearbeitet. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte sie mit ihrem Mann Martin Kausche in Worpswede. Jetzt ist sie im Alter von 92 Jahren gestorben.

Heiterkeit und liebevoller Humor prägen ihre Zeichnungen; sie waren die Brille, durch die Eva Kausche-Kongsbak die Menschen sah. Sie genau zu beobachten und mit wenigen Strichen zu charakterisieren, hatte sie früh gelernt. Als 13-jähriges Mädchen mit Zöpfen saß sie in ihrer Heimatstadt Lübeck als einziges Kind unter Erwachsenen in den Kunstschulkursen des Professors von Lütgendorf.

Später studierte sie an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste und an der Akademie für Bildende Künste in Berlin. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Martin Kausche kennen. Beide zogen nach Worpswede. Martin Kausche war mit dem Schriftsteller Manfred Hausmann befreundet und kannte das Künstlerdorf. Hier baute der Maler und Grafiker, unterstützt von seiner Frau, die Atelierhäuser Vor den Pferdeweiden auf. Es waren die ersten Atelierwohnungen für Künstlerstipendiaten in der Bundesrepublik Deutschland.

Eva Kausche-Kongsbak hat sich selbst einmal als Glückskind bezeichnet. Sie konnte ihre Passion, das Malen und Zeichnen, leben. Für die Zeitschrift "Frau im Spiegel" erfand sie die Figur des Jungen Florian. Es wurde eine Erfolgsstory mit 1404 Folgen. Ideen und Vorbilder hatte Eva Kausche-Kongsbak als Mutter von zwei Jungen und zwei Mädchen genug. Ihr Gespür für Menschen und Situationen half ihr ebenso wie ihre genaue Beobachtungsgabe.

Wenn sie Bücher illustrierte, beschränkte sie sich nicht nur auf das Zeichnen. Bevor sie den Umschlag entwarf, las sie das Manuskript. Dankbar blickte Eva Kausche-Kongsbak an ihrem 90. Geburtstag auf ihr prall gefülltes und erfülltes Leben zurück.

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