Natalia Sarapura zu Gast im Gymnasium am Wall / Vortrag über die Situation der Ureinwohner Besuch von einer Friedenspreisträgerin

Die argentinische Menschenrechtlerin Natalia Sarapura besuchte anlässlich der Verleihung des Bremer Friedenspreises 2013 am gestrigen Abend die Region. Dabei stattete sie auch dem Verdener Gymnasium am Wall einen Besuch ab, um dort über ihr Heimatland Argentinien und die Situation der Ureinwohner zu sprechen.
30.11.2013, 00:00
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Von Stephen Kraut

Die argentinische Menschenrechtlerin Natalia Sarapura besuchte anlässlich der Verleihung des Bremer Friedenspreises 2013 am gestrigen Abend die Region. Dabei stattete sie auch dem Verdener Gymnasium am Wall einen Besuch ab, um dort über ihr Heimatland Argentinien und die Situation der Ureinwohner zu sprechen.

Einen besonderen Gast begrüßten die Schüler der Spanischkurse von Alia Navarro de la Paz gestern im Gymnasium am Wall: Natalia Sarapura, Menschenrechtlerin aus Argentinien und seit dem gestrigen Abend auch Trägerin des Bremer Friedenspreises 2013, berichtete über ihre Arbeit und die Lebenssituation der Ureinwohner in Argentinien.

Zwischen Treffen mit Parlamentariern sowie einer Vertreterin des Menschenrechtsausschusses in Berlin und einem Vortrag vor Vertretern von Amnesty International in Bergisch-Gladbach nahm sich die Argentinierin Zeit, mit Schülern des Grund- und Leistungeskurses von Lehrerin Navarro de la Paz vom Gymnasium am Wall sowie interessierten Schülern aus anderen Spanischkursen zu sprechen. Denn „die junge Generation hat die Möglichkeit, etwas auf der Welt zu verändern“, erklärte Sarapura mit Hilfe ihrer Dolmetscherin Beate Löwe. Dabei gehe es ihr nicht nur um die, wie sie sagt, „ungerechte Behandlung der Ureinwohner Argentiniens“. Weltweit sei die Gesellschaft zu sehr auf wirtschaftliche Aspekte ausgelegt. „Wir indigenen Völker glauben, dass die Natur sowie soziale Gerechtigkeit und auch Spiritualität im Mittelpunkt stehen sollten“, sagte Sarapura. Auch an der Bremer Universität sprach sie mit Studenten bereits über die Weltanschauung der argentinischen Ureinwohner.

Insbesondere angesichts des engen Zeitplans der Menschenrechtlerin freute sich Alia Navarro de la Paz über diesen Besuch in Verden. Und auch die Schüler zeigten sich im Vorfeld gespannt auf den Vortrag: „Ich hoffe, dadurch die Gefühle kennenzulernen, die Natalia Sarapura dazu gebracht haben, so für die Rechte der indigenen Völker zu kämpfen“, sagte Paul Hohenstein, Schüler des Spanisch-Leistungskurses. Finn Winkelmann fügte hinzu: „Ich wusste vorher gar nichts über die Problematik der indigenen Völker in Argentinien. Aber es ist großartig, dass sich Menschen wie Natalia Sarapura für eine Veränderung der aktuellen Situation einsetzen.“ Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten mit ihrer Heimat habe die Partnerin des Weltfriedensdienstes auf ihrer Reise durch Deutschland, das sie schon einmal besucht hat, bereits bemerkt: „Das ökologische Verständnis ist sehr gut, doch die Spiritualität und die damit zusammenhängende Verbindung zur Natur fehlt.“

Und noch etwas sei ihr bei ihrem Besuch negativ aufgefallen: „In Berlin hatte ich ein Treffen mit drei Politikern. Der erste war sehr freundlich, hatte aber wenig Fachkenntnis. Der zweite wusste genau, worum es geht, war jedoch die meiste Zeit mit seinem Handy beschäftigt und der dritte schien desinteressiert. Das erinnerte mich sehr an viele lateinamerikanische Politiker.“

Doch nicht nur die Politik, auch jeder Einzelne könne bereits etwas verändern, so Sarapura: „Wichtig ist es, nicht übermäßig zu konsumieren und sich mit anderen Geschöpfen in Einklang zu bringen“. Das Ergebnis führe zum „Konzept des guten Lebens“, wie Sarapura es nennt.

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