Holzauktion in Kuhstedt Bieten bei Lagerfeuer, Grog und Glühwein

Kuhstedt. 'Bleibt gesund und zahlungsfähig.' Mit diesen Worten hat der Gnarrenburger Auktionator Rainer Garms am Sonnabend die Besucher im Kuhstedter Wald 'Gerkens-Garten' zur Holzauktion begrüßt. Und er animierte zum Kauf.
04.01.2010, 05:52
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Von Dietlind Sannmann

Kuhstedt. 'Bleibt gesund und zahlungsfähig.' Mit diesen Worten hat der Gnarrenburger Auktionator Rainer Garms am Sonnabend die Besucher im Kuhstedter Wald 'Gerkens-Garten' zur Holzauktion begrüßt. Und er animierte zum Kauf: 'Wenn Ihr heute kauft, bekommt ihr Kuhstedt. 'Bleibt gesund und zahlungsfähig.' Mit diesen Worten hat der Gnarrenburger Auktionator Rainer Garms am Sonnabend die Besucher im Kuhstedter Wald 'Gerkens-Garten' zur Holzauktion begrüßt. Und er animierte zum Kauf: 'Wenn Ihr heute kauft, bekommt ihr zum 1. April die Rechnung und müsst dann auch erst bezahlen.'zum 1. April die Rechnung und müsst dann auch erst bezahlen.'

Die Kuhstedter Holzauktion hat Tradition: 'Bereits 1885 wurden an dieser Stelle diverse Latten und Stämme versteigert', wusste Karl Meyer zu berichten. Er ist, wie die Kuhstedter Klaus Blanken, Erich und Rainer Böschen ' Holzgeschworener'. Die vier Männer gehören zu den insgesamt 27 Bauern, die den Wald bewirtschaftgen und sich Interessenten Forst Kuhstedt nennen. Das Quartett passte auf, dass bei der Auktion alles seine Ordnung hatte.

Hohe Ölpreise - damit steigt auch die Nachfrage nach Brennholz. Das weiß auch Rainer Garms, der an diesem kühlen Wintermorgen den Ton angab. Geschickt trieb der Auktionator die Preise in die Höhe, bevor er mit 'Ton eersten, to´n tweiten un to´n letzten' die Holzscheite aus Buche, Eiche, Tanne und Lerche meistbietend an den Mann brachte. Sohn Dietmar Garms notierte sofort Name und Adresse, und weiter ging es zum nächsten Stapel. Die Stapel 35, 36 und 37 gingen zusammen weg. Garms: 'Ist ja zwar Lattenholz, geht heute für Feuerholz weg. Tein hör ick von dor, Föfftein hier un Twinig, hör ick mehr, denn schast du dat hem.' Natürlich wurde plattdeutsch gesprochen, lediglich für einige Besucher aus der Großstadt musste ins Hochdeutsche übersetzt werden.

Rund 150 Schaulustige und Kaufinteressierte aus den Landkreisen Rotenburg, Osterholz und Cuxhaven sowie aus Bremen hatten sich an diesem schönen kalten Wintermorgen nach Kuhstedt begeben. Dabei war gewiss das Gros wegen der Geselligkeit gekommen. Denn es war schon ein Schauspiel der besonderen Art, mitten im Wald an einem riesigen Lagerfeuer bei Glühwein, Grog und Bratwurst einer Versteigerung beizuwohnen. Die Stimmung wurde angeheizt mit lockeren Sprüchen und genügend Glühwein. Genauso traditionsreich wie die Holzaktion ist das Skatspiel neben dem großen Lagerfeuer. 'Solange ich denken kann, wird hier jedes Jahr Skat gespielt', erklärte Klaus Blanken, erster Vorsitzender der Interessengemeinschaft Forst Kuhstedt. Hartmut Grodewald, Kai Schul, Joachim Scharper und Heinrich Schnackenberg waren voll konzentriert auf ihr Blatt.

Ein Gast wollte wissen, warum dieses Waldstück 'Gerkens-Garten' heißt. Prompt kam die Antwort: '?Gerkens-Garten? ist eine alte Flurbezeichnung, und hier am Winterberg hat ein alter Schulmeister gewohnt, der hieß Gerken'. Hans-Georg Rohde meinte: 'Ich bin auch schon sehr alt, aber den Schulmeister Gerken habe ich nicht mehr kennengelernt.'

Kalte Füße und einsetzender Schneefall habe den Verkauf der wärmenden Getränke forciert, und der Grog hatte an diesem zweiten Tag im neuem Jahr einen guten Anteil am Geschehen . Der Getränkegenuss wiederum begünstigte die Versteigerung. Rainer Garms, ein alter Fuchs der Auktionen, meinte: 'Gute Laune beim Publikum verbessert das Geschäft. Ich hoffe, Ihr habt Euer ganzes Geld nicht an der Theke gelassen.' Der Auktionator ließ nicht locker, ging auf einen Schaulustigen zu: 'Wollen Sie nichts kaufen?' Der Mann erwiderte verdutzt: 'Würde ich schon machen, aber ich habe in meinem Wohnmobil keinen Platz.' Er gehörte offenbar zu den Reisemobilisten vom Silvestertreffen. Stapel für Stapel kam das Holz unter den Hammer - bis nachmittags waren es 47 Raummeter Gespaltenes und neun Festmeter Stammholz sowie 50 Stück Eichenpfähle.

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