Restarbeiten für Linie 4 vergeben Bietergemeinschaft erhält den Zuschlag

Lilienthal. Die Zeit des Wartens ist vorbei: Die europaweite Ausschreibung für die Restarbeiten zur Fertigstellung des Baus der Straßenbahnlinie 4 von Borgfeld bis Falkenberg ist abgeschlossen,
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Von Siegfried Deismann

Die Zeit des Wartens ist vorbei: Die europaweite Ausschreibung für die Restarbeiten zur Fertigstellung des Baus der Straßenbahnlinie 4 von Borgfeld bis Falkenberg ist abgeschlossen, am Montag erteilte Manfred Lütjen als Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Lilienthal (WBL) den Auftrag. Und blieb damit in der Region: Den Zuschlag erhält diesmal eine Bietergemeinschaft der Firmen Matthäi, Steinbrecher und Winkler – drei Baufirmen mit Erfahrungen im Gleis-, Straßen- und Tiefbau, zwei davon aus Bremen, eine aus Wittmund.

WBL-Geschäftsführer Manfred Lütjen hatte gestern Abend kurz vor Redaktionsschluss nicht nur die Namen der neuen Auftragnehmer zu verkünden, sondern er hatte auch aktuelle Zahlen über die zu erwartende Kostensteigerung. Aus bisher schon bekannten 2,8 Millionen Euro mehr sind jetzt 7,6 Millionen geworden, teilte Lütjen mit – von denen Lilienthal rund 2,3 Millionen Euro zu tragen hat. Die übrigen 5,3 Millionen teilen sich der Bund, das Land Niedersachsen und Bremen. Die Kostensteigerung ergibt sich laut Lütjen durch 4,4 Millionen Euro gestiegene Baukosten, 630000 Euro Mehrkosten beim Grunderwerb sowie 2,6 Millionen Mehraufwand bei Planungs- und Verwaltungskosten.

„Jetzt geht’s los!“ So könnte man nach der Auftragsvergabe für die Restarbeiten der Linie 4 am Montag jetzt positiv gestimmt ausrufen. Doch ist der 2. Dezember als Tag der erneuten Auftragsvergabe nach der Insolvenz des vormaligen Generalunternehmers Walthelm Ende August und der Kündigung des Vertrags durch die WBL Anfang September wirklich ein Neustart? Aufmerksamen Beobachtern dürfte nicht entgangen sein, dass es seit Wochen unter der Überschrift „Verkehrssicherung“ soviel Bewegung in den verschiedenen Bauabschnitten zwischen Borgfeld und Falkenberg gegeben hat wie lange nicht – vor allem nicht in den letzten Wochen unter Walthelms Regie, als sich kleine Arbeitstrupps mal hierhin und mal dorthin bewegten, ohne aber wirklich noch viel zu bewegen.

Arbeiten nahmen Fahrt auf

Nach der Kündigung des Vertrags mit Walthelm endete die Zusammenarbeit für die Arbeiter aus dem Thüringischen schließlich mit einem durch die WBL ausgesprochenen Betretungsverbot der Baustelle. Zum Erliegen kamen die Arbeiten dennoch nicht. Im Gegenteil: In den vergangenen Wochen nahmen sie sogar deutlich an Fahrt auf. Das allerdings war auch nötig, denn der Zeitplan, der jetzt einen Abschluss des Lilienthaler Projekts Linie 4 Ende Juni 2014 vorsieht, hängt mittlerweile mindestens ein Jahr hinter dem ursprünglichen Ziel hinterher. Vor allem im Bereich zwischen Moorhauser Landstraße und Falkenberger Kreuz, das zwischenzeitlich schon deutlich die spätere Form des Kreisels erkennen lässt, wurden – und werden – Anlieger ebenso wie Geschäftsleute auf eine harte Probe gestellt. Aber wie gesagt: Es ging voran in den vergangenen Wochen. Dabei scheint den Verantwortlichen der Umstand in die Karten gespielt zu haben, dass die jetzt beauftragte Bietergemeinschaft laut Lütjen bereits bei der ersten Ausschreibung mit im Rennen war und sogar 2011 bei den Aufbrucharbeiten schon in Lilienthal aktiv geworden war. Das erklärt dann wohl auch die reibungslose Fortführung der Arbeiten nach Walthelms Ausscheiden.

In den vergangenen Wochen wurde denn auch so manche Einmündung fertiggestellt, hier wurden Fußwege gepflastert, dort Straßenabschnitte asphaltiert, an anderen Stellen Gleislücken geschlossen. Ein besonders neuralgischer Punkt, die Einmündung Hauptstraße/Moorhauser Landstraße, wurde in den vergangenen Wochen mit Hochdruck ausgebaut und steht kurz vor der Fertigstellung. Dieser Übergang wiederum ist Voraussetzung, um demnächst den von vielen Lilienthalern seit Längerem herbeigesehnten Zweirichtungsverkehr bis zur Tornéestraße wieder fließen zu lassen.

Vieles ist seit Baubeginn im Mai 2011 auf der 5,5 Kilometer langen Strecke schon erledigt, vieles liegt aber nun auch noch vor den drei Firmen und weiteren Subunternehmern. Mehr als ein Kilometer Gleise müssen noch verlegt werden, circa 3000 Quadratmeter Betontrageplatten als Unterbau gegossen sowie weitere 7300 Quadratmeter Tragschichtbeton erstellt werden. Hinzu kommen etwa 9000 Quadratmeter Gussasphalt sowie circa 5000 Meter Straßenbau. Ebenfalls noch in der Ausschreibung: fünf Kilometer Fußweg.

Einzig beim Blick auf die Wetterkarte könnte einem nun wieder etwas flau werden, sind doch für die nächsten Tage Schnee und Minustemperaturen angesagt. Manfred Lütjen bleibt optimistisch: „Bis auf Asphaltarbeiten kann man das Allermeiste auch bei leichten Minustemperaturen machen.“

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